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DOKUMENTATION/1371: ZDF - Kommende Themen bei "planet e.", 21.05.-11.06.2017 (ZDF)


planet e.: Schlangenhäute für den Luxus
Weitere Doku: Die Aalmafia
Sonntag, 21. Mai 2017, 16.30 Uhr

Inhalt:
– Sendetermine und Stab
– Schlangenhäute für den Luxus
– Glitschige Geschäfte – Die Aalmafia
– Die Invasion der Quallen
– Infos zu "planet e."
– Zur Biografie des "planet e."-Redaktionsleiters


Sendetermine und Stab

Sonntag, 21. Mai 2017, 16.30 Uhr, ZDF
planet e.: Schlangenhäute für den Luxus – Der Python-Code

Film von Andreas Ewels
Produktion: Science-Doku
Redaktion: Martin Ordolff
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 4. Juni 2017, 16.30 Uhr, ZDF
planet e.: Glitschige Geschäfte – Die Aalmafia

Film von Andreas Ewels
Produktion: Science-Doku
Redaktion: Martin Ordolff
Länge: ca. 30 Minuten


Sonntag, 11. Juni 2017, 16.30 Uhr, ZDF
planet e.: Die Invasion der Quallen

Film von Britta Kunft Produktion: Spiegel-TV Redaktion: Martin Ordolff Länge: ca. 30 Minuten.

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Schlangenhäute für den Luxus

500 000 Riesenschlangen werden jährlich zu Modeartikeln verarbeitet. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. In einigen Regionen ist die Python selten geworden. Besonders illegale Wildfänge sind ein Problem. Deutschland spielt in diesem Geschäft eine wichtige Rolle. Der Biologe Mark Auliya sucht Lösungen, kämpft für mehr Kontrolle. Dafür entwickelt er den "Python-Code".

Auliya und sein Team wollen den genetischen Fingerabdruck des Erbgutes der Pythons nutzen. Über die nächsten Jahre soll eine Art "Barcode für die Schlange", der "Python-Code", entstehen. Erste Erfolge können sie nun aufweisen.

Mark Auliya ist kein Umweltschützer der klassischen Art. Er versucht, auch die Interessen der Industrie zu wahren, wagt einen Spagat zwischen Naturschutz und Wirtschaft. Dabei geht er in Gebiete, die auch für ihn lebensgefährlich werden können. Trotz teils krimineller Strukturen wagt er sich in den Dunstkreis der Fänger und Händler, besucht Schlachthäuser und Lagerräume, in denen Python-Häute im Wert von mehreren Millionen Euro lagern. "planet.e." hat ihn auf einer dieser gefährlichen Reisen nach Singapur und Malaysia begleitet.

Weit über 100 000 Schlangen werden alleine in Malaysia in der freien Wildbahn gefangen. Sie enden als exklusive Taschen, Schuhe oder Gürtel für die europäische Modeindustrie. Obwohl das CITES-Abkommen (Washingtoner Artenschutzabkommen) Import- und Exportquoten für den internationalen Handel mit Schlangenhäuten festlegt, ist dieser immer noch völlig unübersichtlich. "Es wird alles gehandelt, auch wenn es verboten ist", meint Biologe Mark Auliya. Neben dem drohenden Verlust dieser Arten warnt Auliya auch vor den ökologischen Folgen in den ursprünglichen Lebensräumen. "In vielen Regionen treten bereits echte Rattenplagen auf, und Krankheitserreger könnten sich ausbreiten, weil Pythons als natürliche Jäger wegfallen." Denn Pythons stehen am Ende der Nahrungskette und nehmen damit eine Schlüsselrolle im Ökosystem ein.

Der Handel mit Schlangenhäuten ist, bis auf einige Ausnahmen, grundsätzlich legal. Aber er unterliegt einem bestimmten Genehmigungsverfahren und einer Quotenregelung. Es muss ein Exportrecht im Ursprungsland und ein Importrecht im Empfängerland bestehen. Das Problem: Keiner weiß genau, aus welchen Regionen und Ländern die exportierten Schlangenhäute stammen. Die Zöllner müssen den Aufschriften auf den Kisten glauben. Will man jedoch den Handel mit Wildressourcen nachhaltig gestalten und nicht Gefahr laufen, dass eine spezielle Population ausstirbt, dann muss genau kontrolliert werden.

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Glitschige Geschäfte – Die Aalmafia

Mehr als 400 Millionen Euro Umsatz macht die Aalmafia jedes Jahr mit dem illegalen Export von Jungtieren. Die Margen sind ähnlich hoch wie im Drogen- oder Waffenhandel. Seit 2010 ist der Export von jungen Aalen aus der Europäischen Union verboten. Doch der illegale Handel nach Asien blüht. Denn aus einem einzigen Kilo Mini-Aale lässt sich eine Tonne Aalfilet züchten. Die bringt in Asien bis zu 15 000 Euro ein.

Bevor sie zu Schmuggelware werden, absolvieren die Jungtiere eine lange Reise. Aale schlüpfen in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas. Etwa drei Jahre brauchen die Larven, um bis nach Europa zu treiben. Dort wandeln sie sich zu Glasaalen. So genannt, weil sie fast durchsichtig sind. In Schwärmen schwimmen sie anschließend von den europäischen Küsten in die Binnengewässer. Auch nach Deutschland. So war es zumindest früher. Mittlerweile sind die Aale aber immer seltener geworden.

Seit Anfang der 80er Jahre ist der Aalbestand allein in Brandenburg um 95 Prozent zurückgegangen. Fischer Mario Weber bekommt seine Jungaale aus Frankreich. Er setzt sie dann in den heimischen Gewässern aus. Ohne den künstlichen und teuren Besatz wäre der Aal in Deutschland vermutlich schon längst ausgestorben.

Warum es heute nur noch so wenige Aale gibt, will Florian Stein herausfinden. Er arbeitet für die Organisation "Sustainable Eel Group (SEG)", die sich für den Erhalt von Aalen in Europa einsetzt. Die ZDF-Umweltdokumentationsreihe "planet e." begleitet Florian Stein nach Frankreich an die Loire-Mündung. Dort kommen nach ihrer Reise über den Atlantik noch mehr Jungtiere unversehrt an als in Deutschland. Deshalb gibt es in Frankreich auch legale Fangquoten für Glasaale, unter anderem für den Besatz in deutschen Gewässern. Doch viele Jungtiere verschwinden in den Händen von dubiosen Händlern. Wohin genau werden sie gebracht und wer profitiert davon?

Über San Sebastian im spanischen Baskenland führt die Spur nach Madrid. Anfang 2016 haben spanische Ermittler bei einer Razzia 700 Kilogramm lebende Glasaale entdeckt. Ihr Wert: über eine Million Euro. Florian Stein ist mit Kommissar Juan Antonio Jimenez Pais verabredet. Von ihm erfährt er, dass die Schmuggler speziell präparierte Koffer für den illegalen Aaltransport eingesetzt hatten. Ihr Ziel war Asien. Der Wissenschaftler reist weiter nach Hongkong, der Hauptumschlagplatz für die illegale Ware "Aal". Von hier aus werden die Glasaale an große Zuchtfarmen in China weiterverkauft, wo sie zu bis zu sechs Kilogramm schweren Fischen heranwachsen. Abnehmer für die ausgewachsenen Aale sind Gourmetrestaurants in ganz Asien.

"planet e." begibt sich auf Spurensuche. Wie arbeitet die Aalmafia? Wie können die illegalen Händler überführt werden? Und wie kann man das Aussterben des Aals noch abwenden?

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Die Invasion der Quallen

Quallen sind die Schrecken der Strände. Massenhaft breiten sie sich aus. Wissenschaftler in aller Welt sind alarmiert. Fieberhaft versuchen sie, das Geheimnis der Quallen zu entschlüsseln.

In vielen Urlaubsgebieten sind Quallen zu einer echten Plage geworden. Meist bleibt es bei Verbrennungen der Haut. Doch einige exotische Arten haben sogar tödliche Gifte. Rettungsschwimmer David Ariza kennt die Folgen von Quallenstichen sehr genau. Er arbeitet mit seinen Kollegen am Strand von Ibiza. 80 Prozent der Badeunfälle, die er behandelt, sind Verbrennungen durch Quallen. "Ein Stich fühlt sich erst an wie eine Art Krampf nach einem elektrischen Schlag", berichtet David. "Dann brennt die Haut wie Feuer."

Weltweit kommen nach Schätzungen der amerikanischen National Science Foundation pro Jahr etwa 150 Millionen Menschen mit Quallen in Berührung. Gerade für die Mittelmeerregion, die von ihren Feriengästen abhängig ist, ist die Invasion der Quallen ein wirtschaftliches Problem. Strände müssen vorübergehend geschlossen werden, Touristen bleiben dann aus.

Der Mensch ist für das gewaltige Ausmaß der globalen Quallen-Population mitverantwortlich: Das Meer wird überfischt, und durch den globalen Schiffsverkehr werden fremde Quallen eingeschleppt. Auch in der Ostsee tummeln sich schon einige dieser Arten. Für deutsche Wissenschaftler wie Cornelia Jaspers ein Grund zur Sorge. "planet e." begleitet die Quallen-Expertin bei ihren Forschungen in der Ostsee. Jaspers untersucht dabei auch die Auswirkungen auf unsere Speisefische. Arten wie die eingeschleppte Rippenqualle fressen bevorzugt Dorschbabys, die sogenannten Dottersacklarven. Breiten sich die Rippenquallen weiter aus, ist der Nachwuchs bestimmter Fischarten ernsthaft bedroht.

Hinzu kommen die globale Erwärmung und damit einhergehend höhere Wassertemperaturen in den Ozeanen. Und je aufgeheizter das Wasser ist, desto produktiver sind die Quallenpolypen, die sich unentwegt weiter vermehren. Durch die Überfischung fehlt den Quallen ein regulierender Nahrungskonkurrent. Je weniger Fische, desto mehr Futter bleibt für die Quallen übrig.

"planet e." geht auf eine bildstarke Reise zu den Hotspots der Quallenforschung in Mittelmeer, Atlantik, Nord- und Ostsee. Die wissenschaftliche Spurensuche taucht tief ein in die geheimnisvolle Welt der Quallen.

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Infos zu "planet e."

Der andere Blick auf unsere Erde: die Umwelt-Dokumentation im ZDF. Seit 2011 geht "planet e." sonntags im ZDF in intensiven Dokumentationen aktuellen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes auf den Grund – zunächst auf dem Sendeplatz um 14.45 Uhr, seit dem 8. Mai 2016 auf dem neuen Sendeplatz um 16.30 Uhr. Die Dokumentationsreihe findet Themen ganz in der Nähe, aber auch in Europa und weltweit. Es geht um globale Trends, nachhaltige Lebensgestaltung und ökologisch verträgliche Lösungen für die drängenden Fragen der Zeit.

Im Oktober 2016 feierte "planet e." sein fünfjähriges Sendejubiläum: Am 16. Oktober 2011 wurde aus dem wöchentlichen Magazin "ZDF.umwelt" das neue Doku-Format "planet e." Der Formatwechsel wurde damals so begründet: Wichtige ökologische Fragestellungen sollen tiefgründiger, ausführlicher und zusammenhängender dargestellt werden als dies in Magazinform möglich ist.

Die "planet e."-Redaktion leitet Volker Angres.


Zur Biografie des "planet e."-Redaktionsleiters

Volker Angres leitet seit 1990 die Umweltredaktion-ZDF.
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

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Quelle:
ZDF – Zweites Deutsches Fernsehen
Presse Special – Mai 2017
Copyrights by ZDF
Internet: www.zdf.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 20. Mai 2017

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