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ORF - ORF1/1054: Woche vom 18.08. bis 24.08.2018


Radioprogramm ORF1 – 34. Woche vom 18.08. bis 24.08.2018


Samstag, 18. August 2018


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Mariendarstellungen und Himmelfahrten aller Art" von Martina Pippal, Kunsthistorikerin und Künstlerin. –
Gestaltung: Alexandra Mantler


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 nach-gehört
Edition Ö1
Das war der "Schalldämpfer". Volume 3
Gestaltung: Stephan Pokorny

"Es ist so eine Art Kassiber, den ich unter die Leute schmuggle. Und es ist eine Herausforderung, die ich nicht missen möchte. Ich will Geschichten erzählen. Geschichten, die mich etwas angehen, die mich berühren, an die ich glauben kann."
(Axel Corti über den "Schalldämpfer")

Die Edition Ö1 präsentiert eine weitere Auswahl an Sendungen des beliebten Formats. Von der "Pogromnacht 1938" bis "Sorbett vom Gletscher", vom "Traum des Rabbi" bis "Velorex": Die Aktualität mancher Beiträge (zum Beispiele jene zum "Bedenkjahr" 1988) verblüfft, der Unterhaltungswert anderer ist ungebrochen.


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
"Die möcht' ein Freudenhaus eröffnen!" 40 Jahre erstes österreichisches Frauenhaus und seine Geschichte (n). Von Isabelle Engels

Am 1. November 1978 wurde das erste Frauenhaus Österreichs in Wien eröffnet. Und war alsbald überfüllt: Eine große Altbauwohnung diente als vorübergehende Bleibe für Frauen, die mit ihren Kindern vor dem gewalttätigen Ehemann flüchten mussten. Mit ihnen lebte dort, Tag und Nacht, eine Gruppe junger Sozialarbeiterinnen.

Das Frauenhaus hatten sie nach dem Vorbild von London und Berlin initiiert und fanden in der damaligen Gemeinderätin und späteren Frauenministerin Johanna Dohnal eine Politikerin, die der Idee zur Durchsetzung verhalf. Gewalt gegen Frauen war zu dieser Zeit noch ein großes Tabu. Und ein antiquiertes, bis 1978 geltendes Eherecht hatte die Frau auch im gesellschaftlichen Bewusstsein zu einem Menschen zweiter Klasse degradiert.

Dementsprechend groß waren die Widerstände, die zu überwinden waren. "In Wien werden keine Frauen geschlagen", bekundete der damalige Wiener Bürgermeister Leopold Gratz und sowohl im Gemeinderat als auch am Stammtisch witzelte man: "Die Dohnal möcht' ein Freudenhaus eröffnen!"

Heute gibt es in Österreich 28 Frauenhäuser mit mehr als 700 Plätzen. Und auch sonst hat sich viel verändert: Statt eines WG-Lebens mit basisdemokratischen Spielregeln und ohne jede Sicherheitsvorkehrung handelt es sich heute um gut überwachte Häuser mit kleinen Wohneinheiten und professioneller Arbeitsteilung. Auf politischer Ebene wurden Gewaltschutzgesetz und Interventionsstellen geschaffen. Trotzdem haben sich die Frauenhäuser nicht erübrigt: Sie sind nach wie vor voll belegt.

Technik: Martin Leitner
Redaktion: Eva Roither


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus der SalzburgKulisse (Haus für Mozart) in Salzburg. Gast: Markus Hinterhäuser.
Präsentation: Helmut Jasbar

Der heutige "Ö1 Klassik-Treffpunkt" kommt aus der Festspielstadt Salzburg. Helmut Jasbar und sein Gesprächspartner Markus Hinterhäuser sind zu Gast in der SalzburgKulisse im Haus für Mozart.

Der österreichische Pianist und seit 2016 Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, hat 2017 in seiner ersten Saison als Intendant viel gewagt, so manches gewonnen, jedenfalls polarisiert und auch Hürden überwunden, z.B. die kurzfristige Neugestaltung des "Jedermann" durch Michael Sturminger. Bis zum Jubiläumsjahr 2020 (der Festspiele und des "Jedermann") wird diese Produktion zu sehen sein.

Unter dem diesjährigen Motto "Passion, Ekstase und Leidenschaft" gibt es fünf Opernneuinszenierungen: "Zauberflöte", "Salome", "Pique Dame", "Poppea" und "The Bassarids" (H.W. Henze); auf dem Schauspielsektor, verantwortet von Bettina Hering, zwei Romandramatisierungen sowie die "Penthesilea" und "Die Perser".

Als Pianist konzentrierte sich Markus Hinterhäuser, der im Frühjahr 2018 seinen 60. Geburtstag feierte, in den vergangenen Jahren auf die Interpretation zeitgenössischer Musik und engagiert sich immer wieder für die Werke von Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen, Morton Feldman und György Ligeti. Auch die CD-Aufnahmen widmen sich dem Klavierwerk von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton von Webern sowie u.a. Werken von Giacinto Scelsi, Galina Ustwolskaja und John Cage.

Den Ö1 Klassik-Treffpunkt in der SalzburgKulisse können Sie gerne persönlich besuchen oder dem Gespräch von Helmut Jasbar mit lntendant Markus Hinterhäuser live in Ihrem Kultursender Ö1 lauschen und dabei sicher Interessantes aus der Festspielstadt Salzburg erfahren.


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib. Hyacinthe Jadin und Jeff Buckley

Heute in "le week-end" Musik zweier so begabter wie jung verstorbener Ausnahmeerscheinungen. Hyacinthe Jadin wurde gerade einmal 24 Jahre alt, Jeff Buckley verunglückte mit 30 Jahren. "Grace" – "Anmut" heißt das einzige Studioalbum, das der Singer Songwriter mit der anmutigen Stimme zu Lebzeiten 1994 veröffentlicht hat und von dem David Bowie behauptet, es sei die einzige Platte, die er auf die sprichwörtliche einsame Insel mitnehmen würde.

"It's about not feeling so bad about your own mortality when you have true love." Die Liebe als Trost angesichts der eigenen Sterblichkeit. Jeff Buckley über den Titelsong seines einzigen Albums Grace.

Anmut – ein möglicher fiktiver Untertitel für den 2. Satz aus Hyacinthe Jadins erstem Streichquartett. Die rare und wenige Musik des im Jahr 1800 verstorbenen Hyacinthe Jadin ist nämlich nicht nur gespickt mit raffinierten Überraschungsangriffen und Cliffhangern, dazwischen gönnt uns der komponierende Gefühlsdramaturg pure Anmut als trostspendendes Adagio. Worauf auch Jeff Buckley Linderung sucht, findet und spendet: In seiner weltvergessenen Version des alten Songs Lilac Wine. Wenn der fliederfarbenen Wein diese Welt langsam ins Wanken bringt und die Konturen des Liebeskummers verschwimmen lässt. "I made wine from the lilac tree Put my heart in its recipe It makes me see what I want to see and be what I want to be".


14:00 Ö1 Hörspiel
"Bildnis einer Infantin". Von Marianne Sula. Mit Karl Markovics, Eva Herzig, Michael Dangl, Johanna König und Markus Meyer. Ton: Anna Kuncio und Stefan Wirtitsch. Regie: Renate Pittroff (ORF 2007)

Der Nachwelt blieb sie durch ein berühmtes Bild des spanischen Hofmalers Diego Velázquez erhalten. In seinem 1656 entstandenen Gemälde "Las Meninas" zeigt uns Velázquez die fünfjährige Infantin Margarita Teresa, umgeben von Kammerfrauen, Hofzwergen, einem Wächter und einem Hund. Margarita Teresa hatte der habsburgischen Heiratspolitik folgend, ihren Onkel und zugleich Cousin Leopold I. zu heiraten.

Die Verbindung des Paares war lange geplant, und aus diesem Anlass ließ der Madrider Hof über die Jahre drei Gemälde von Velázquez anfertigen und nach Wien schicken, welche die junge Infantin im Alter von drei, fünf und acht Jahren zeigen. Die Hochzeit fand – nach langen Eheverhandlungen – zu Ostern 1666 per procurationem (per Stellvertreter) statt. Erst im Dezember desselben Jahres traf die spanische Braut als 15-Jährige in Wien ein, wo die offizielle Hochzeit mit großem Prunk gefeiert wurde. Margarita Teresa überlebt ihr Sein in der Fremde nicht lange. 1673, im Alter von 21 Jahren, stirbt sie nach der Geburt ihres sechsten Kindes in Wien.

In Marianne Sulas Hörspiel reist, Jahrhunderte später, eine Journalistin gemeinsam mit ihrem Geliebten, einem Fotografen, in die entgegengesetzte Richtung, von Wien nach Madrid. Am Beispiel des Gemäldes von Velázquez will sie untersuchen, was sich in den vergangenen Jahrhunderten im Verhältnis der Geschlechter geändert hat. Was ist gleich geblieben?


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer. Symphonisches von Franz Schreker.

Am 18. August 1912 wurde die Oper "Der ferne Klang" von Franz Schreker in Berlin uraufgeführt und begründete den Erfolg des 1878 geborenen österreichischen Komponisten als Schöpfer von Opern. Daneben hat er aber auch ein umfangreiches symphonisches Schaffen hinterlassen, das in seiner Tonsprache zwischen Spätromantik und Expressionismus eine eigene Sprache gefunden hat – den "fernen Klang".


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Sommerreprisen (4)
Nicht gut! Nicht wahr! Nicht schön! Zur Person Sibylle Berg.
Präsentation: Christine Scheucher

Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon

Verglichen wird sie oft mit Frankreichs Erfolgsautor Michel Houellebecq. Mit ihm teilt sie einen fast barocken Weltekel und einen schonungslosen Blick auf den alternden Körper. Sibylle Bergs Romane sind meist mit philosophischen Fragen unterfüttert und lesen sich streckenweise wie Traktate, in denen Probleme des Lebens im Spätkapitalismus verhandelt werden.

Viele Jahre hat Berg Reisereportagen für Magazine verfasst, darunter auch Reportagen aus Krisengebieten. Sie weilte 1999 zur Zeit der NATO-Bombardements an der kosovarischen Grenze und skizzierte bei dieser Gelegenheit in wenigen Sätzen den Alltag der Kriegsreporter. Von den Orten der großen politischen und geopolitischen Verwerfungen fand Berg schnell zurück in das große Ennui des westeuropäischen Mittelstandes.

Im Orientexpress lauscht Sibylle Berg angewidert den "abgenutzten Scherzen" der Reisenden, in Weimar ruht ihr Blick auf den Touristenhorden, die täglich in der Kleinstadt einfallen, um die allerheiligsten Orte der deutschen Geistesgeschichte im Schnelldurchlauf zu besichtigen. Dort, im geschichtsträchtigen Weimar, wurde Sibylle Berg 1962 auch geboren – in der damaligen DDR. 1984 stellte sie einen Ausreiseantrag und verbrachte einige Monate im Auffanglager Berlin-Marienfelde.

Heute lebt Sibylle Berg abwechselnd im gediegenen Zürich, der Stadt ihrer Träume, und in Tel Aviv. Im Herbst 2017 gab die Autorin ein Gastspiel in Wien und zeigte eine Adaption ihres Erfolgsstücks "Viel gut essen" im Wiener Rabenhof. Mit an Bord: Die "übellaunigste Band der Welt" – auch bekannt unter dem Namen Kreisky. Ein Amoklauf, der um die Reizthemen Homo-Ehe, Migration, Bio-Gemüse, Euro-Krise und Feminismus kreist.

Erstausstrahlung: 14. Oktober 2017


19:00 Nachrichten


19:05 Logos – Glauben und Zweifeln
"Was glauben Sie?" – Der (Gerichts)Psychiater und Autor Reinhard Haller über seine Lebensmotive. –
Gestaltung: Johannes Kaup

"Was kränkt, macht krank. Was kränkt, löst Krisen aus. Kränkungen können auch zu Kriminalität und zu Kriegen führen". Das sagt der international renommierte Gerichtspsychiater Reinhard Haller. Er wurde 1951 in Mellau im Bregenzerwald geboren. Nach seinem Studium der Medizin und Psychiatrie, habilitierte sich Haller an der Universität Innsbruck mit dem Thema "Psychische Störung und Kriminalität". Von 1983 bis Ende 2017 leitete er als Chefarzt die psychiatrisch-psychotherapeutische Klinik Maria Ebene, die auf die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert ist.

Regelmäßig wurde und wird er mit der Begutachtung spektakulärer Verbrechen betraut. Haller ist Autor des Fachbuchs "Das psychiatrische Gutachten" und zahlreicher Sachbuchbestseller wie "Das ganz normale Böse" oder "Die Macht der Kränkung". Johannes Kaup hat den Vater dreier erwachsener Kinder und Klassik-Liebhaber nach seinen Lebensmotiven gefragt.


19:30 Claudio Monteverdi: "L'incoronazione di Poppea" (Dolby Surround)
Mit Sonya Yoncheva (Poppea), Kate Lindsey (Nerone), Stéphanie d'Oustrac (Ottavia), Carlo Vistoli (Ottone), Renato Dolcini (Seneca), Ana Quintans (Virtù / Drusilla), Marcel Beekman (Nutrice /Famigliare I), Dominique Visse (Amalta), u.a. Les Arts Florissants, Dirigent: William Christie (aufgenommen am 12. August 2018 im Haus für Mozart in Salzburg im Rahmen der Salzburger Festspiele in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Philipp Weismann


23:00 Nachrichten


23:03 Nachtbilder – Sommerreprisen
"Unten am Fluss." Von Wolfgang Pollanz. Es liest: Till Firit.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

Die Methode ist einfach: Wolfgang Pollanz nimmt einen bekannten Songtitel, und schreibt dazu ein Gedicht. Ausdru?cklich handelt es sich dabei nicht um Nachdichtungen, Überschreibungen oder Neuinterpretationen der Lyrics dieser Songs, sondern allein der Titel bildet den Angelpunkt, der das Lied mit dem neuen Gedicht verbindet. Der oft etwas herbe, prosaähnliche Duktus der Pollanz'schen Lyrik schafft lyrische Räume unabhängig von den geläufigen originalen Songtexten. Dass dem Kenner, der Kennerin der Popmusik dabei dennoch die Melodie des jeweiligen Songs in den Ohren klingen wird, ist nicht nachteilig für den Lyrikgenuss.

Wolfgang Pollanz ist Steirer des Jahrgangs 1954, und Herausgeber von Büchern und Musik-CDs. Als Schriftsteller wurde er mit verschiedensten Preisen ausgezeichnet. Seine Genres sind sowohl das Theaterstück als auch das Hörspiel, sowohl der Roman als auch die Lyrik.

*

Sonntag, 19. August 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
Die Ö1 Jazznacht mit Christian Bakonyi. Steve Lehman & Sélébéyone und das Duo "Sax Ruins" beim Jazzfestival Saalfelden 2017

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

In dieser Jazznacht gibt es eine ausführliche Vorschau auf das am letzten August-Wochenende stattfindende 39. Internationale Jazzfestival in Saalfelden. Zudem präsentiert Christian Bakonyi zwei Konzertmitschnitte der Festival-Ausgabe 2017: Zum einen das Jazz und Hip Hop verbindende Projekt "Sélébéyone" des US-amerikanischen Saxofonisten Steve Lehman, zum anderen das japanische Duo "Sax Ruins", bestehend aus Saxofonistin Ono Ryoko und Schlagzeuger Tatsuya Yoshida. Weiters steht Musik des Saxofonisten Ike Quebec und des Pianisten Jimmy Rowles auf dem Programm – beide wären dieser Tage 100 Jahre alt geworden.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf
von Pfarrerin Sieglinde Pfänder (Oberwart, B)


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Ich bin meiner Erinnerung ein schlechtes Publikum". Petra Morzé liest Gedichte der polnischen Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska. Ins Deutsche übertragen von Renate Schmidgall und Karl Dedecius.
Gestaltung: Edith Vukan und Michael Blees

Präzise und ironisch reflektiert Szymborska alles, womit man ständig Umgang hat – von den kleinen Gegenständen des Alltags bis zur eigenen Identität. "Ihr Denken ist sehr kompliziert, ihre Sprache sehr einfach", sagte ihr langjähriger Übersetzer Karl Dedecius über die öffentlichkeitsscheue Dichterin, die ihr Leben in zwei Abschnitte teilte, in "vor der Nobel-Tragödie und nach der Nobel-Tragödie" (Nobelpreis für Literatur 1996). Wislawa Szymborska starb 2012 in Krakau. Zu den Gedichten ist Musik von Maria Szymanowska, Henryk Wieniawski, Josef Suk, Moritz Moszkowski und Antonin Dvorak zu hören.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Die Sprache ist das Rückgrat des Menschen – der Verleger Lojze Wieser.
Gestaltung: Ursula Burkert

"Die Sprache wurde immer wieder als Machtinstrument missbraucht. Die Sprache ist aber auch das Rückgrat des Menschen. Durch sie erfährt der Mensch Kräftigung, sie ermöglicht ihm einen stolzen Gang". Für den 1954 im kärntnerischen Tschachoritsch / Cahorce geborene Lojze Wieser sind alle Sprachen gleichberechtigt, egal von wie vielen Menschen sie gesprochen werden. Er selbst wuchs mit Slowenisch auf und lernte Deutsch erst in der Volksschule.

Die Muttersprache sprechen zu können, ist ein Menschenrecht, meint der Verleger und Gründer des Wieser Verlages, der seit 30 Jahren bekannt dafür ist, sich speziell der Literatur aus Ost- und Mitteleuropa anzunehmen. Bislang im deutschen Sprachraum unbekannte Bücher wurden ins Deutsche übersetzt und so Orte und Regionen wieder ins Bewusstsein gerückt, die längst vergessen waren. Mit der Reihe "Europa erlesen" leistet Lojze Wieser Pionierarbeit.

"Übersetzungen aus angelsächsische und romanischen Ländern machen 97 oder 98 Prozent aus. Die Übersetzungen aus allen anderen Bereichen sind zwei oder drei Prozent. Und da ist schon die große russische slawische Sprache inkludiert. Können Sie sich vorstellen, was das zum Beispiel für die makedonische, bulgarische oder slowenische Literatur bedeutet".

"Europa erlesen" stellt die unterschiedlichsten europäischen Regionen vor und macht deutlich dass eines der wichtigsten Güter dieses Kontinents die Vielfalt der Kulturen ist, welche durch Gedichte ebenso wie durch Romane und Erzählungen zum Ausdruck kommt. Lojze Wieser ist davon überzeugt, dass sich durch die Vielfalt der Sprachen und Kulturen nachhaltige Wirkung erzielen lässt, nämlich dass sich mit der Zeit das Trennende auflösen und gegenseitiges Verständnis wachsen wird. Für diese Unternehmung braucht man einen langen Atem, denn anfangs brachte sein Engagement für die "fremden" Kulturen dem Verleger Morddrohungen und Briefbomben ein, später hatte er mit wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen.

"Ich kann mich erinnern, dass ich mehrere Besuche in Brüssel genutzt habe, um mit Lobbyisten zu sprechen, wie man Lobbyismus für die Kultur betreiben könnte. In allen Gesprächen stellte sich heraus: es zahle sich nicht aus etwas für die Kultur zu machen, denn da seien keine Gewinne zu machen". Mit dieser betrüblichen Erfahrung wollte sich der Verleger nicht zufrieden geben. Er schlug immer wieder seinen eigenen, unangepassten Weg ein. In den letzten 30 Jahren wurden rund 1.400 Bücher von etwa 3.000 Autorinnen und Autoren im Wieser Verlag veröffentlicht. Diese Texte, die slowenische, kroatische, serbische, bulgarische rumänische, albanische Kultur nach Österreich importieren, wirken nach. Zuletzt brachte der Wieser Verlag ein wahres Jahrhundertwerk heraus: neun Jahre dauerte die Übersetzungsarbeit von Gero Fischer und Silvija Hinzmann an dem 3.000 Seiten Roman "Die Fahnen" des kroatischen Autors Miroslav Krle?a. Fünf Bände liegen nun vor und entwerfen ein Panorama von der geistesgeschichtlichen und politischen Situation Europas zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Lojze Wieser höchstpersönlich begibt sich seit ein paar Jahren auf die Suche nach dem Geschmack Europas, schreibt und präsentiert für den orf und 3 sat kulinarische und poetische Entdeckungsreisen zum Beispiel durch den slowenischen Karst, durch Istrien oder durch die toskanische Maremma. "Der Geschmack Europas" ist im Vorjahr als Bildband samt Rezepten erschienen und wurde kürzlich mit dem Gourmand International Award in der Kategorie Television-Continental Europe ausgezeichnet. Der 2. Teil dieses jetzt unter den besten Kochbüchern Europas rangierenden Buches ist Ende Juni erschienen.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Sommerserie: "Europäische Landschaften" Teil 6. Schmalspur, Treidelboot und Pier. Eine Ö1 Reise mit der Festiniog Railway und durch den Kanal von Pontcysyllte. Von Winfried Schneider
Redaktion: Ursula Burkert.

Wales ist neben England, Schottland und Nordirland eines der vier Länder, die gemeinsam das Vereinigte Königreich bilden. Die Fläche von Wales ist nur wenig größer als die von Niederösterreich, und doch kann man zwischen der Insel Anglesey im Norden und Cardiff im Süden eine erstaunliche kulturelle und landschaftliche Vielfalt genießen. An den Küsten finden sich traumhafte Strände ebenso wie wilde Klippen, und im Nationalpark rund um Mount Snowdon laden lohnende Wanderungen zum Besteigen aussichtsreicher Berge ein. Sehr bequem kann man das Land mit seinem ausgeprägten eigenen Charakter mit einer der zahlreichen Eisenbahnen bereisen – ohne sich im Auto mit dem Fahren auf der falschen Seite plagen zu müssen. Die elf Linien der Great Little Trains of Wales sind schon selbst ein lohnendes Reiseziel. So ist zum Beispiel die Festiniog Railway nicht weniger als 150 Jahre alt. Damit ist sie die älteste unabhängige Eisenbahngesellschaft der Welt.

1.200 Kilometer lang ist die Küstenlinie von Wales. An der Nordküste liegt nur wenige Kilometer von Conwy das viktorianische Seebad Llandudno. Entstanden ist es als Planstadt. Die äußerst wohlhabende Familie der Mostyns hat Llandudno ab 1849 systematisch bauen lassen. Seit 1877 lockt auch der längste Pier von Wales abertausende Besucher/innen an den schier endlosen Strand. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden sie an manchen Tagen von bis zu 100 Eisenbahnzügen ins walisische Seebad transportiert.

Wales mag ein kleines Land sein. Seine Attraktivität als Reiseziel ist trotzdem groß. Berühmt ist vor allem seine landschaftliche Schönheit. Abseits der grünen Hügel und der stillen Täler warten sehenswerte kulturelle Highlights aller Art. Unter anderem sind drei herausragende walisische Stätten auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste zu finden. Eine davon ist der Pontcysyllte-Aquädukt. Seine Errichtung ist mit der Geschichte der Verkehrsinfrastruktur im Zuge der frühen Industriellen Revolution verbunden. Der Aquädukt und der Kanal von Pontcysyllte sind herausragende Monumente des Kanal-Zeitalters im Vereinigten Königreich. Diese Periode dauerte von 1760 bis zum Auftauchen der Eisenbahn ab 1830. Nach 1790 erreichte sie während der sogenannten Kanal-Manie ihren Höhepunkt. Damals baute man in nur 20 Jahren 1.900 Kilometer neuer Wasserwege.


11:00 Nachrichten


11:03 Salzburger Festspiele 2018 – Matinee live
Mozarteum Orchester Salzburg, Dirigent: Ivor Bolton; Francesco Piemontesi, Klavier. Wolfgang Amadeus Mozart: a) Serenade für Bläseroktett c-Moll KV 388, "Nacht Musique"; b) Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 503; c) Symphonie Es-Dur KV 543 (Übertragung aus der Stiftung Mozarteum Salzburg).
Präsentation: Philipp Weismann


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Salzburger Festspiele 2018 – Matinee live
Mozarteum Orchester Salzburg, Dirigent: Ivor Bolton (Übertragung aus der Stiftung Mozarteum Salzburg).
Präsentation: Philipp Weismann


13:10 Ö1 Sonntagsjournal


13:20 Tolle Titel – starke Stücke
Präsentation: Gerhard Hafner


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
Der Gitarrist Peter Ratzenbeck

Er kann mit seiner Akustik-Gitarre mühelos ein Orchester ersetzen. Seine Konzerte in Österreich, Deutschland, in der Schweiz, Irland und England bieten Hörgenuss auf höchster Ebene. 19 eigene Alben und rund 25 Studioproduktionen mit namhaften Musikerinnen und Musikern weisen ihn als einen der besten Gitarristen Österreichs aus.

Peter Ratzenbeck, der Autodidakt, der bis heute keine Noten lesen kann, hat als 17-Jähriger die Schule abgebrochen und zog als Straßenmusiker durch Schottland und Deutschland.

Heute sind seine Konzerte ausverkauft, der Musiker wird von Kritikern als "Meister der feinen Motorik", als "Liebhaber der ruhigen Resonanzen", als "sanfter Riese unter den Gitarristen" gefeiert.

"Ich bin eigentlich immer auf der Suche nach der perfekten Melodie", sagt Peter Ratzenbeck, der – wie kein anderer – die schwierige Technik des "Fingerpicking" beherrscht …

Seit vielen Jahren lebt der gebürtige Steirer mit seiner Familie im Waldviertel. Seine Sammlung besonderer Gitarren ist legendär.

Rund 15 Mal im Jahr – so auch diesen August – gibt Peter Ratzenbeck in mehrtägigen Gitarren-Workshops sein musikalisches Wissen weiter.

Gestaltung: Heinz Janisch


14:55 Schon gehört?
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15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Zu Gast im Gran Teatre del Liceu in Barcelona: Ausschnitte aus Charles Gounods Oper "Roméo et Juliette", mit Aida Garifullina (Juliette), Saimir Pirgu (Roméo), Nicola Ulivieri (Pater Lorenzo), Tara Erraught (Stéphano) u.a. sowie Chor und Symphonieorchester des Gran Teatre del Liceu, unter der musikalischen Leitung von Josep Pons (aufgenommen am 22. Februar 2018).
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
von Jaroslav Hasek. Es liest Wolfram Berger.


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Die Musik und ihre Blüten: Der US-Singer-Songwriter Townes van Zandt.
Gestaltung: Astrid Schwarz

Seine Lieder wie "If I Needed You", "Pancho And Lefty" und "No Places To Fall" gehören zu den Standards der texanischen Folk- und Countrymusik. Trotz vieler veröffentlichter Alben während seines kurzen Lebens gelang Townes van Zandt nie der kommerzielle Durchbruch. Zeit seines Lebens kämpfte er mit Depression und Suchterkrankungen und starb 1997 im Alter von nur 52 Jahren. Vor allem die Coverversionen seiner Songs von Musiker/innen wie Bob Dylan, Norah Jones oder den Tindersticks machten ihn zu einer Kultfigur. Eine Reise durch sein Werk und die Blüten, die es treibt.


17:55 Schon gehört?
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18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Wenn alle fahren wollen und jeder stehen muss
Der Verkehrsstau

Staus sind das Gegenteil dessen, was eigentlich auf Straßen passieren soll: stark stockender Verkehr, bis schließlich alles und jeder zum Stillstand kommt. Sie entstehen durch hohes Verkehrsaufkommen, Baustellen, Unfälle. Oder aus dem sogenannten Nichts, weil schaulustige Autolenker ihre Fahrt verlangsamen oder zu nahe hintereinanderfahren und abrupt bremsen. Die Folgen von Staus sind volkswirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe und für die Menschen in den stehenden Fahrzeugen jedenfalls Zeitverlust. Warum und wie Verkehrsstaus entstehen, was man währenddessen machen kann und wie sie sich wieder auflösen.

Gestaltung: Lukas Tremetsberger


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Musik und Satire. Eine mit roten Fäden zu acht Folgen gebündelte "Contra"-Serie. Folge 7: In guter Gesellschaft – Lieder aus dem Soziotop, u.a. von Dota, Christof Spörk, Manuel Rubey und Thomas Stipsits.
Gestaltung: Peter Blau

"Contra" steht im Juli und August ganz im Zeichen des vertonten Humors und der verdichteten Satire. Fernab einer historischen Aufarbeitung des Genres und zwangsläufig ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit werden gesellschaftskritische und politsatirische, poetische und pointierte, zu Hirn und zu Herzen gehende und besonders gehaltvoll gewitzte Lieder und Chansons zu hören sein, die auf den Konzert-, Kabarett- und Kleinkunstbühnen im deutschsprachigen Raum gesungen und gespielt werden. Peter Blau verknüpft die ausgewählten Titel der KabarettistInnen und LiedermacherInnen mit zum Teil unerwarteten roten Fäden zu acht abwechslungsreichen Kapiteln.

In der heutigen siebten Folge geht es um gesellschaftliche Konventionen und Umgangsformen – und um die Zukunft unserer menschlichen Gesellschaft. Konkret besungen werden u.a. Gastgeber und Gutmenschen, schlechte Laune und schwangere Heimwerkerinnen, Alkohol und Baikonur.

Auf der von bunter Bandbreite geprägten, langen Liste der in dieser "Contra"-Sommerserie vertretenen Künstlerinnen und Künstler finden sich Josef Hader, Pigor & Eichhorn, Dota, Rainald Grebe, Georg Ringsgwandl, Lukas Resetarits, Christof Spörk, Alfred Dorfer, Sebastian Krämer, Tilman Birr, das Trio Lepschi, Georg Breinschmid, Andreas Rebers, Christoph & Lollo, Ernst Molden, Funny van Dannen, Heli Deinboek, Martin Spengler, Uta Köbernick, Leo Lukas, die Strottern, Thomas Stipsits, Radeschnig u.v.a.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
mit Klaus Wienerroither. Zwölf Saiten, vier Hände: Das Gitarrenduo Mayer-Lee

Der gebürtige Serbe Miroslav Mirosavljev alias Micky Lee und der Oberösterreicher Peter Mayer sind das Gitarren-Duo Mayer-Lee. In ihren Kompositionen bewegen sie sich zwischen Jazz, Weltmusik, Flamenco und Fusion. Die Musik der beiden Saitenkünstler zeichnet sich durch hohe Virtuosität, kompositorischen Tiefgang und improvisatorischen Ideenreichtum aus. Mickys leidenschaftliches Spiel, kombiniert mit Peters Sinn für den akustischen Gitarrenklang sowie beider Humor und Spielfreude bieten auf dem neuen Album "In The Wheel" ein Fest für Gitarrenfans. Heute in der Radiosession!


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
"Erfahrung und was daraus folgt. Der amerikanische Dichter Kenneth Rexroth".
Feature von Martina Groß
Prod. DLR Kultur 2010

Er gilt als der "Vater der Beatgeneration", auch wenn er diese Einordnung nicht mochte. Alle kamen sie zu den legendären Freitags-Soireen in den 50er-Jahren. Als Anarchist und Bohemien schlug er eine Brücke zur Arbeiterbewegung und zum frühen Jazz Chicagos.

Als Buddhist und Übersetzer japanischer und chinesischer Dichtung brachte er die asiatische Ideenwelt den Amerikanern näher. Spirituelle Erfahrung und Religion waren für ihn nichts, an das man glaubt, sondern etwas Praktiziertes. Auch wenn Kenneth Rexroth heute ein fast vergessener Dichter ist: Er stand am Anfang der vielen Formen asiatischer Spiritualität, die die Autorin noch heute auf ihrer Reise entlang der Westküste der USA gefunden hat.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Ö1 Kunstsonntag: Milestones mit Andreas Felber. Die faszinierenden Soundwelten des Bob Graettinger

Der 1957 im Alter von nur 33 Jahren verstorbene Bob Graettinger zählt zu den weniger bekannten Arrangeuren und Komponisten, die für das Orchester von Stan Kenton arbeiteten, zweifellos aber war er der visionärste: Komplexe kontrapunktische Stimmengeflechte und eine bis zu energetischen Clustern verdichtete, atonale Harmonik zeichneten seine Kompositionen aus, von denen "Thermopylae" und die dreisätzige Suite "City of Glass" die kühnsten sind.

Aufgenommen in den Jahren 1947 bis 1953 vom Kenton-Orchester, wurde die Qualität und Originalität der stark von zeitgenössischer europäischer Musik beeinflussten Werke des Kaliforniers lange Zeit verkannt. Erst in den 1980er-Jahren und nicht zuletzt mit der Neuausgabe der Aufnahmen im Jahr 1995 setzte die späte Anerkennung Graettingers als Vorläufer des "Third Stream" ein.


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Vatermord". Von Daniel Zipfel. Es liest: Michael Dangl. Redaktion: Edith-Ulla Gasser


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
Japanischer Phönix aus verbrannter Erde. Musik zu Hiroshima und Nagasaki.
Gestaltung: Irene Suchy

Der Monat August ist seit 1945 in der Menschheitsgeschichte geprägt von zwei Atombomben-Abwürfen. Wie kann man nach Auschwitz Gedichte schreiben, wie kann man nach Hiroshima die Atombombe besingen?

Während die klassischen Komponierenden von Penderecki bis Nancy van de Vate, von Gabriel Iranyi bis Helmut Zapf Klagen komponierten und die Sicht der Opfer in Japan einnahmen, gingen Pop-Gruppen in den USA und Großbritannien gegensätzliche Wege. Der Name Hiroshima auf einer Komposition bürgte für Qualität: Es reichte für das One-Hit-Wonder der Band Wishful Thinking bis zum schließlich als Hochstapler enttarnten japanischen Komponisten Mamoru Samuragochi.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
Gewinner des Deutschen Hörspielpreises der ARD:
"Broken German" von Noam Brusilovsky. Hörspiel nach dem Roman von Tomer Gardi. Mit Dor Aloni, Aviva Joel, Meik van Severen, Noam Brusilovsky, Hannah Müller, Horst Hildebrand, Tomer Gardi, Jaime Krsto Ferkic, Britta Geister, Florian Hein, Daniel Mühe, Johanna Oetzmann, Sofia Flesch Baldin. Regie: Noam Brusilovsky (SWR 2017)

"Broken German muss man hören!" – so urteilt die Jury. Begründung der Jury:
"Wir diskutieren die 'Willkommenskultur' – 'Broken German' antwortet uns mit: 'Volkerverständigung'.

Noam Brusilovskys Bearbeitung verstärkt die Romanvorlage Tomer Gardis nicht nur, sondern macht aus ihr ein eigenständiges, so nur im Akustischen mögliches Kunstwerk.
Gardi und Brusilovsky formulieren eine Sprache, die eine zwingende Herausforderung für die Gesellschaft wie für das Radiopublikum ist: Mit anderen Worten: 'Broken German' muss man hören".

Ein Spiel mit Identitäten, Chronologie, Perspektiven. Mal erzählt Radili, mal Abschalom, mal dessen Mutter. Die Protagonisten sind sowohl aus dem Studio als auch vom Band zu hören, immer wieder wird das Erzählen gebrochen und über das Erzählen selbst erzählt. Ein Autor wird über das Verfassen seines Romans und dessen Vermarktung interviewt und wir folgen der Diskussion um "Broken German" beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Fiktion und Realität verschwimmen und lassen sich nicht mehr trennen.

Ein israelischer Mann erzählt in gebrochenem Deutsch. Er erzählt, babylonisch-lebendig, von Radili Anuan, der sich in Berlin, nach Anpöbelungen durch Skins, ein Messer gekauft, es dann aber vergraben hat. Als Erwachsener in die Stadt zurückgekehrt, landet er in einer linken WG, die einen Dokumentarfilm aus der Suche nach dem vergrabenen Messer machen will.
Er erzählt von einer Reise nach Berlin mit seiner Mutter. Statt ihrer eigenen nehmen sie zwei fremde Koffer vom Flughafen mit, die sich als Koffer eines Arabers und einer aus Eritrea geflüchteten Frau herausstellen. Die Verwirrung der Identitäten geht weiter: Der Mann trägt fortan die Kleider der Frau (die er später treffen wird), seine Mutter die des Mannes. Er bespricht mit seiner Mutter Erinnerungen an ein von den Deutschen besetztes Dorf in Rumänien, hält eine Rede zur Neueröffnung des Kafka-Instituts (vormals Goethe-Institut) und wird vom aufgeschreckten Bildungsbürgertum in die Flucht geschlagen. Er erklärt, warum die Darstellung des Mose auf einem Übersetzungsfehler beruht, lässt sich zu Recherchezwecken als "Arbeitsmigrant in der Prosa eine fremde Sprache" nachts im Jüdischen Museum einschließen und entdeckt dort in der Besenkammer eine Leiche.
"Also keine Angst. Ich nehme keiner Deutsche Literat seine Arbeit weg. Und deshalb musste ich das Jüdische Museum Besenkammer Tür aufmachen. Für die schwarze Arbeit. Ins deutsche Sprache. Und weil so sind wir Schriftsteller. Wir machen geschlossene Besenkammer Türe auf".
Mit Dor Aloni, Aviva Joel, Meik van Severen, Noam Brusilovsky, Hannah Müller, Horst Hildebrand, Tomer Gardi, Jaime Krsto Ferkic, Britta Geister, Florian Hein, Daniel Mühe, Johanna Oetzmann, Sofia Flesch Baldin

*

Montag, 20. August 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Das Höchste und das Weiteste" – Zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein macht sich Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gedanken zu und von dem Menschen und Musiker. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Leonard Bernstein, am 25. August 1918 als Sohn jüdisch-ukrainischer Einwanderer in Lawrence, Massachusetts, geboren und ursprünglich Louis genannt, wird nicht nur von Roland Ropers als einer "der großen, tief religiösen und mystisch verankerten Künstler des 20. Jahrhunderts" beschrieben.

Von seiner Komposition MASS, einer Art Gottesdienst, bei dem einiges außer Kontrolle gerät, über seine Sinfonie Nr. 3, Kaddish genannt, nach dem jüdischen Totengebet, bis zu seiner Verehrung für den jüdisch-christlichen Gustav Mahler zeigt sich Leonard Bernstein als spiritueller Mensch und Musiker.

"Stille ist unsere innerlichste Art des Tuns", sagte er einmal. Und: "Wir erreichen das Höchste in Meditation, das Weiteste im Gebet. In Stille ist jedes menschliche Wesen fähig der Größe. Frei von Erfahrung von Feindseligkeiten, ein Dichter, und am ähnlichsten einem Engel. Doch Stille verlangt eine tiefgründige Disziplin, man muss sie sich erarbeiten, und sie gilt uns umso mehr darum als kostbarster Schatz".

Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks mit einer großen Liebe zur Musik, hat sich seit seiner Jugend mit dem Menschen und dem Musiker Leonard Bernstein auseinandergesetzt. Zum 100. Geburtstag des Weltkünstlers hat er sehr persönliche Gedanken zu und von Leonard Bernstein gesammelt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Ö1 Talentebörse


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Oh … Superman
Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (1).
Gestaltung: Hans Groiss

Die Grenzen der Geschlechter verschwimmen zunehmend. Das ist für viele Menschen ein Vorteil und für viele ein Nachteil. Einst erworbene Privilegien müssen verabschiedet werden und das verunsichert. Manche Männer haben das Gefühl sie fallen aus einem System und nehmen deshalb Opferhaltung an. Manche Männer aber finden die Emanzipation aller Menschen wichtig – unabhängig welchen Geschlechts, welcher Herkunft und welchen Glaubens.

In den Frauenbewegungen der letzten Jahrhunderte konnte im Kampf um Leben und Tod vieles für "die" Frau – die es laut Simone de Beauvoir so nicht gibt – erreicht werden. Sicherlich noch lange nicht alles, aber: "den" Mann gibt es so auch nicht, dennoch bedienen wir uns im Mangel neuer Geschlechter-Definitionen tradierten Zuschreibungen.

Neben suggerierten Generationenkonflikten, Migrationsbewegungen, Digitalisierung und dem Gefühl der Visionslosigkeit soll etwas nachgeholt werden, was verabsäumt wurde. In einer Welt, die undurchschaubar scheint, mangelt es aber an symbolischen Väterfiguren. Durch künstliche Befruchtung sehen sich viele Männer in die Rolle des Samenspenders gedrängt.

Diese und viel andere Verunsicherungen torpedieren die alten Rollenbilder endgültig und das bedeutet Angst, wenn es sonst keinen Halt gibt. Extremsport, Bodybuilding, Körperschmuck, Nahrungsergänzung, Penisverlängerung ? und, und, und: dem Markt – selbst von Männern dominiert – gefällt's. Ein Schuss ins eigene Knie und das ohne ausreichend entwickelte Gendermedizin.

Bevor Geschlechtergrenzen unhinterfragt aufgelöst werden, sollte überlegt sein, was überhaupt aufzulösen ist. Die feministische Theorie hat diese Arbeit begonnen, aber vollendet ist sie nicht. Geht es um Supermänner? In gegenwärtigen Playboy-Ausgaben werden Appelle ausgesandt wie "Männer werdet Feministen" oder Fragen gestellt wie "Wann ist ein Mann ein Mann?".

Diese Textzeile von Herbert Grönemeyer titelt eine Streitschrift von Cooper Hefner, dem Sohn des Magazin-Erfinders. Aber auch alle anderen Tageszeitungen, Magazine und TV-Dokus und Diskussionen suchen den Mann - spätestens seit #MeToo. Hans Groiss spricht mit Menschen aus Wissenschaft und der Kunst – gleichgültig welchen Geschlechts – und möchte herausfinden, welche Helden-Rollenbilder es gibt und was sie taugen.

Der Wolf in der Großstadtsteppe? Der Bub, Junge und Sohn? Das Opfer aus der Arbeiterklasse und der Bonze im neoliberalen Glaspalast mit masochistischer Lust? Der Sportler und der Krieger? Der König und der Prinz? Und schlussendlich: was ist eigentlich "er"? Versuchen wir uns an einer Pipi Langstrumpf für Männer!


09:30 Radiokolleg – Der Ökonom der Innovation
Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (1).
Gestaltung: Richard Brem

An großen Ambitionen hat es Joseph Schumpeter zeitlebens nicht gemangelt: "Schon früh hatte ich drei Ziele: der größte Ökonom der Welt, der größte Reiter Österreichs und der beste Liebhaber Wiens zu werden", pflegte er Gesprächspartnern gegenüber gerne zu bemerken. Um dann die Pointe nachzureichen: "Mit den Pferden hat es allerdings nicht so gut geklappt".

Ob Schumpeter sein Ziel, der größte Ökonom der Welt zu werden, auch wirklich erreicht hat, ist umstritten. In jedem Fall ist er der Ökonom mit der schillerndsten Biografie. Er war der jüngste Universitätsprofessor und auch der jüngste Finanzminister Österreichs - der von diesem Amt allerdings auch bald wieder zurücktreten musste. Im Anschluss daran gründete Schumpeter, der das Leben eines Dandys, Frauenhelden und Provokateurs führte, eine Bank, mit der er zunächst ein Vermögen verdiente und die er schließlich in den Konkurs führte. Die Stationen seines abenteuerlichen Lebens führten ihn über Graz, Wien, Czernowitz, London, Kairo und Bonn letztlich nach Harvard, wo er mit seinen Lehrveranstaltungen und Büchern die Wirtschaftswissenschaften entscheidend mitprägte.

Dennoch geriet der 1950 verstorbene Schumpeter als Ökonom in den vergangenen Jahrzehnten etwas ins Hintertreffen und in den Schatten der Kontroverse zwischen der Wirtschaftsphilosophie von Keynes auf der einen und der von Hayek auf der anderen Seite. Erst mit dem Aufkommen von Internet und digitaler Ökonomie hat Schumpeters Werk eine Renaissance erfahren. Seine zentrale Erkenntnis: dass sich der Kapitalismus durch neue Produkte und Technologien und einen durch sie angetriebenen Prozess der "schöpferischen Zerstörung" ständig neu erfindet und dass dabei nicht so sehr der Kapitalist, sondern der findige Entrepreneur eine Schlüsselrolle spielt, hat seit Bill Gates, Steve Jobs und Elon Musk neue Aktualität bekommen.

Richard Brem zeichnet den Lebensweg und das Lebenswerk des Ausnahme-Ökonomen nach und geht auch der Frage nach, wie lebendig Schumpeters Ideen heute in seinem Heimatland Österreich sind.


09:45 Radiokolleg – Brennend vor Liebe zur Musik
Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (1).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

Er war ein Universalgenie – charismatisch, impulsiv und voller Leidenschaft für die Musik: Der US-amerikanische Komponist, Dirigent und Pianist Leonard Bernstein. Am 25. August wäre der 1918 in Lawrence, Massachusetts als Sohn einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie geborene Künstler 100 Jahre alt geworden.

Als Musiker war Leonard Bernstein ungeheuer vielseitig: Er komponierte Symphonien, Kammermusik und Opern, Film-, Ballett- und Broadwaymusik. Zu seinen erfolgreichsten Bühnenwerken zählen die Musicals On The Town, Candide und – vor allem – West Side Story. Als Dirigent arbeitete er mit allen bedeutenden Orchestern der Welt, darunter immer wieder auch mit den Wiener Philharmonikern.

Für Bernstein – und auch das machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung - gab es keinen Unterschied zwischen "ernster" und "leichter", sondern nur zwischen "guter" und "schlechter" Musik. So meinte er einmal: "Es gibt guten Bach u-n-d guten Bob Dylan" – eine Haltung, die so manchen Klassikpuristen verstörte.

Die Begeisterung für Musik hatte Leonard Bernstein schon als Bub erfasst. Seinen Klavierunterricht musste er sich aber selbst finanzieren, denn Vater Samuel war von den musikalischen Ambitionen seines Sohnes alles andere als begeistert. Viel lieber hätte er ihn als Nachfolger in der Drogerie gesehen, die er sich in Boston aufgebaut hatte. Doch "Lenny" war an Haar- und Schönheitspflegeprodukten nicht interessiert, verfolgte konsequent seinen eigenen Weg und studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition.

1943 hatte er seinen ersten großen Auftritt als Dirigent der New Yorker Philharmoniker, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter einsprang. Sein Vater war an diesem großen Tag dabei; und als ihn ein Journalist darauf ansprach, warum er denn dereinst die Klavierstunden seines Sohnes nicht hatte zahlen wollen, antwortete er schlagfertig: "Ja woher hätte ich denn wissen sollen, dass aus ihm Leonard Bernstein wird?"

Ehrgeizig, begeisterungsfähig und wissbegierig sollte dieser ein Leben lang bleiben. Und Leonard Bernstein war zudem ein ungemein begabter und leidenschaftlicher Lehrer, der es liebte, sein Wissen an die junge Generation weiterzugeben. Durch die Fernsehsendung "Young People's Concerts" erschloss er mit viel pädagogischem Talent einem breiten Publikum die Welt der Musik.

Wie viele Künstlerpersönlichkeiten war auch Leonard Bernstein ein Zerrissener: Auf Phasen exzessiver Lebensgier folgten Zeiten tiefer Depression und Angst vor künstlerischem Versagen. Das vielstrapazierte Bild einer Kerze, die an beiden Enden brennt, passte wohl auf wenige so gut wie auf diesen Menschen mit seiner völligen Hingabe an die Musik.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefan Höfel. Musikgeschichten aus Feldkirch.

Erste schriftliche Aufzeichnungen über die Musikgeschichte der Region rund um die Vorarlberger Stadt Feldkirch reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Bereits 1390 soll sogar ein eigenes Tanzhaus errichtet worden sein.

Ab dem 17. Jahrhundert finden sich vor allem Belege über die Musikpflege am örtlichen Jesuitengymnasium Stella Matutina (an dem später beispielsweise Sir Arthur Conan Doyle studierte). Zoltan Kodaly, Ferdinand Andergassen oder Karl Bleyle erarbeiteten Kompositionen in der Montfortstadt und selbst Wolfgang Amadeus Mozart hatte hier Verwandtschaft …


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Literarische Reportagen: "Charlie Mansons Ranch im Westen" von Gay Talese. Es liest: Markus Hering.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

Mit der bahnbrechenden Reportage "Frank Sinatra ist erkältet" wurde Gay Talese zum Mitbegründer des "New Journalism", des literarischen Journalismus, deren berühmteste Vertreter Tom Wolfe, Hunter S. Thompson und Truman Capote sind. Der 1932 in Ocean City, New Jersey, geborene Italoamerikaner pflegte immer engen Kontakt zu seinen Untersuchungsobjekten, wobei er sich meist an der Peripherie einer Situation einrichtete, eine Methode, die er "die Kunst des Herumlungerns" nannte.

Die Reportage "Charlie Mansons Ranch im Westen" erschien 1971 im Männermagazin Esquire, in dem Talese nach seiner Zeit bei der New York Times hauptsächlich publizierte.

" … wie meisterhaft er Informationen für den Leser aufbereitet, einem exakt umrissenen Figurenensemble Leben einhaucht, durch die geschickte Verknüpfung von Gedanken und Anekdoten seine Geschichte ausspinnt und damit einen filmischen Gesamteindruck kreiert, der dem Leser unvergesslich bleibt.", schreibt Lee Gutkind, Autor, Herausgeber und "the Godfather behind creative nonfiction" über Taleses Technik im Vorwort des Reportagen-Bandes "High Notes".

Gay Talese lebt in New York. Sein letztes Buch "Der Voyeur" erschien 2017.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Rainer Elstner.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Innsbrucker Festwochen 2018. Die Zeit steht still
(aufgenommen am 11. August in der Nikolaikapelle, Schloss Ambras).
Gestaltung: Patrizia Jilg

Von John Dowland über Claudio Monteverdi bis Luis-Nicolas Clérambault: Sie alle wurden wohl von Amors Pfeilen das eine oder andere Mal getroffen – wie sonst hätten sie Musik schreiben können, die von Glück und Unglück der Liebe erzählt – wenn die Zeit stillzustehen beginnt und man nur das geliebte Gegenüber im Sinn hat. Davon singen Suzanne Jerosme und Eric Jurenas – zwei Absolventen des höchst erfolgreichen Cesti Wettbewerbs der Innsbrucker Festwochen.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Salzburger Nachtstudio
Die Geschichte der Ersten Republik. Erzählt von Heinz Fischer.
Teil 3: Die Jahre 1929 bis 1934.
Gestaltung: Martin Bernhofer

Wie Österreich in den Jahren 1929 bis1934 zum Ständestaat umgebaut wurde, erzählt Heinz Fischer im dritten Teil seines historischen Streifzugs. Im Umfeld des Faschismus in Italien, der Diktatur Horthys in Ungarn und der Machtergreifung Hitlers in Deutschland wurde auch in Österreich Schritt für Schritt ein autoritäres Regime etabliert.

Die Verfassungsreform des Jahres 1929 war der letzte größere politische Konsens der Parlamentsparteien. Bei Neuwahlen im Jahr 1930 erreichte die NSDAP zwar kein Grundmandat, erhielt aber bei ihrem ersten Antreten bereits mehr als 100.000 Stimmen.1931 betrat Engelbert Dollfuß die politische Bühne in einer Zeit heftiger Turbulenzen. Der steirische Heimwehrführer Walter Pfriemer versuchte nach dem Vorbild von Mussolinis "Marsch auf Rom" einen Umsturz in Wien, scheiterte aber an der mangelnden Unterstützung außerhalb seines Bundeslandes.

Ab dem Jahr 1932 setzte Engelbert Dollfuß als Bundeskanzler das kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz aus dem Jahr 1917 dazu ein, autoritär zu regieren. Eine missglückte Abstimmung im Nationalrat im März 1933 nützte er für die Ausschaltung des Parlaments. Die Todesstrafe wurde wieder eingeführt, politische Gegner im Anhaltelager Wöllersdorf zusammengezogen. Nach dem kurzen Bürgerkrieg im Februar 1934 und der Auflösung der Parteien wurde mit der neuen ständestaatlichen Verfassung die "Vaterländische Front" zur zentralen politischen Kraft.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1997 – Kunsthaus Bregenz


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz


17:55 Betrifft: Geschichte
Das Vereinigte Königreich der Niederlande. Mit Johannes Koll, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, WU-Wien.
Gestaltung: Martin Adel

Eine gewisse Berechtigung hat es schon, wenn 2015 die Niederländer die 200-Jahr-Feierlichkeiten ihres Staates begehen. Aber nicht nur davor, sondern auch noch danach ist die Geschichte dieses fälschlicherweise nach der größten alten Provinz auch "Holland" genannten Staats verwirrend, kompliziert und sehr "durchwachsen".

Ehemals ein großer europäischer Flächenstaat im Norden, der weit mehr als die Benelux-Staaten umfasste, lehrten die republikanischen Generalstaaten im 16. Jahrhundert Spanien das Fürchten und trennten sich vom Deutschen Reich. Ein Paradox der Geschichte: Erst nach der Französischen Revolution installierten die Niederländer ihre monarchische Verfassung! Dazwischen Aufstieg zur größten Handels- und Seefahrtsmacht und fast zerrieben im Kampf mit den Konkurrenten Frankreich und Großbritannien.

Dann, am Wiener Kongress, wieder gestärkt (nicht zuletzt durch die kurz währende Wiedervereinigung mit den Österr. Niederlanden) und völkerrechtlich bestätigt, der neuerliche Aufstieg zur nun v.a. ostasiatischen Handelsmacht. Aber 1830 machte sich das katholische Belgien von den vornehmlich calvinischen Niederlanden selbständig. 1867 folgte Luxemburg diesem Beispiel.

Umsichtige und zurückhaltende Außenpolitik bescherten dem nunmehrigen europäischen Kleinstaat aber zunehmend Anerkennung und Achtung, nicht zuletzt sichtbar durch den Sitz des ständigen internationalen Gerichtshofs in Den Haag – und als Standort einiger der größten Firmenimperien der Welt. Obwohl Opfer beider Weltkriege, haben sich die Niederlande als wichtiger Player in der NATO oder der EU behaupten können. Auch im Fußball. Also kurz: "Holland", die Niederlande: eine Erfolgsgeschichte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Das Monatsmagazin
Redaktion und Moderation: Armin Stadler


19:30 On stage
On stage mit Marlene Schnedl. Generationentreffen des französischen Jazz
(Ausstrahlung in Dolby Digital-5.1-Surround Sound)

Das Zusammentreffen zweier Protagonisten unterschiedlicher Generationen des französischen Jazz war einer der Höhepunkte des letztjährigen Jazzfestivals im südsteirischen Leibnitz am 30. September 2017: Der zu diesem Zeitpunkt knapp 35-jährige Émile Parisien, der gefeierte junge Virtuose am Sopransaxofon, und der 64-jährige Klarinettist Louis Sclavis, in den 1980er/1990er Jahren Protagonist einer mit dem Begriff "Folklore imaginaire" umschriebenen, spezifisch französischen Spielart des europäischen Jazz, standen im Hugo-Wolf-Saal des Kulturzentrums Leibnitz gemeinsam auf der Bühne.

Unterstützt von den Musikern des Émile-Parisien-Quartetts – Julien Touery (Klavier), Ivan Gélugne (Kontrabass) und Julien Loutelier (Schlagzeug) – ließen die beiden in vitalen, raffiniert zwischen freiem Spiel und sinnlicher Struktur changierenden Kompositionen ihren improvisatorischen Ideen freien Lauf. Marlene Schnedl präsentiert die Höhepunkte dieser Österreich-Premiere.


21:00 Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
von Jaroslav Hasek. Es liest Wolfram Berger.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Oh … Superman. Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (1).
Gestaltung: Hans Groiss

Der Ökonom der Innovation. Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (1).
Gestaltung: Richard Brem

Brennend vor Liebe zur Musik. Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (1).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Carinthischer Sommer: Trio Catch spielt maßgeschneiderte Werke.
Gestaltung: Angelika Benke

"To catch" heißt fangen, das Trio Catch (benannt nach dem Werk "Catch" op. 4 von Thomas Adès) nimmt seinen Namen als Aufforderung, sein Publikum einzufangen, besondere Instrumente zu einem neuen, unverwechselbaren Klang zu vereinen. Boglárka Pecze (Klarinette), Eva Boesch (Violoncello) und Sun-Young Nam (Klavier) haben ihren musikalischen Schwerpunkt nicht nur auf klassische Werke gelegt, mit großer Freude und Enthusiasmus beschäftigen sich die drei Musikerinnen mit der Interpretation zeitgenössischer Musik.

Beim Carinthischen Sommer 2018 hat das in Hamburg beheimatete Ensemble zwei Werke der Gegenwart gespielt – Johannes Boris Borowski: "As if" und Gérard Pesson: "Catch Sonata" sind eigens für das Trio komponiert worden.

*

Dienstag, 21. August 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Das Höchste und das Weiteste" – Zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein macht sich Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gedanken zu und von dem Menschen und Musiker. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Leonard Bernstein, am 25. August 1918 als Sohn jüdisch-ukrainischer Einwanderer in Lawrence, Massachusetts, geboren und ursprünglich Louis genannt, wird nicht nur von Roland Ropers als einer "der großen, tief religiösen und mystisch verankerten Künstler des 20. Jahrhunderts" beschrieben.

Von seiner Komposition MASS, einer Art Gottesdienst, bei dem einiges außer Kontrolle gerät, über seine Sinfonie Nr. 3, Kaddish genannt, nach dem jüdischen Totengebet, bis zu seiner Verehrung für den jüdisch-christlichen Gustav Mahler zeigt sich Leonard Bernstein als spiritueller Mensch und Musiker.

"Stille ist unsere innerlichste Art des Tuns", sagte er einmal. Und: "Wir erreichen das Höchste in Meditation, das Weiteste im Gebet. In Stille ist jedes menschliche Wesen fähig der Größe. Frei von Erfahrung von Feindseligkeiten, ein Dichter, und am ähnlichsten einem Engel. Doch Stille verlangt eine tiefgründige Disziplin, man muss sie sich erarbeiten, und sie gilt uns umso mehr darum als kostbarster Schatz". Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks mit einer großen Liebe zur Musik, hat sich seit seiner Jugend mit dem Menschen und dem Musiker Leonard Bernstein auseinandergesetzt. Zum 100. Geburtstag des Weltkünstlers hat er sehr persönliche Gedanken zu und von Leonard Bernstein gesammelt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Ö1 Talentebörse


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Oh … Superman
Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (2).
Gestaltung: Hans Groiss

Die Grenzen der Geschlechter verschwimmen zunehmend. Das ist für viele Menschen ein Vorteil und für viele ein Nachteil. Einst erworbene Privilegien müssen verabschiedet werden und das verunsichert. Manche Männer haben das Gefühl sie fallen aus einem System und nehmen deshalb Opferhaltung an. Manche Männer aber finden die Emanzipation aller Menschen wichtig – unabhängig welchen Geschlechts, welcher Herkunft und welchen Glaubens.

In den Frauenbewegungen der letzten Jahrhunderte konnte im Kampf um Leben und Tod vieles für "die" Frau – die es laut Simone de Beauvoir so nicht gibt – erreicht werden. Sicherlich noch lange nicht alles, aber: "den" Mann gibt es so auch nicht, dennoch bedienen wir uns im Mangel neuer Geschlechter-Definitionen tradierten Zuschreibungen.

Neben suggerierten Generationenkonflikten, Migrationsbewegungen, Digitalisierung und dem Gefühl der Visionslosigkeit soll etwas nachgeholt werden, was verabsäumt wurde. In einer Welt, die undurchschaubar scheint, mangelt es aber an symbolischen Väterfiguren. Durch künstliche Befruchtung sehen sich viele Männer in die Rolle des Samenspenders gedrängt.

Diese und viel andere Verunsicherungen torpedieren die alten Rollenbilder endgültig und das bedeutet Angst, wenn es sonst keinen Halt gibt. Extremsport, Bodybuilding, Körperschmuck, Nahrungsergänzung, Penisverlängerung ? und, und, und: dem Markt – selbst von Männern dominiert – gefällt's. Ein Schuss ins eigene Knie und das ohne ausreichend entwickelte Gendermedizin.

Bevor Geschlechtergrenzen unhinterfragt aufgelöst werden, sollte überlegt sein, was überhaupt aufzulösen ist. Die feministische Theorie hat diese Arbeit begonnen, aber vollendet ist sie nicht. Geht es um Supermänner? In gegenwärtigen Playboy-Ausgaben werden Appelle ausgesandt wie "Männer werdet Feministen" oder Fragen gestellt wie "Wann ist ein Mann ein Mann?".

Diese Textzeile von Herbert Grönemeyer titelt eine Streitschrift von Cooper Hefner, dem Sohn des Magazin-Erfinders. Aber auch alle anderen Tageszeitungen, Magazine und TV-Dokus und Diskussionen suchen den Mann - spätestens seit #MeToo. Hans Groiss spricht mit Menschen aus Wissenschaft und der Kunst – gleichgültig welchen Geschlechts – und möchte herausfinden, welche Helden-Rollenbilder es gibt und was sie taugen.

Der Wolf in der Großstadtsteppe? Der Bub, Junge und Sohn? Das Opfer aus der Arbeiterklasse und der Bonze im neoliberalen Glaspalast mit masochistischer Lust? Der Sportler und der Krieger? Der König und der Prinz? Und schlussendlich: was ist eigentlich "er"? Versuchen wir uns an einer Pipi Langstrumpf für Männer!


09:30 Radiokolleg – Der Ökonom der Innovation
Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (2).
Gestaltung: Richard Brem

An großen Ambitionen hat es Joseph Schumpeter zeitlebens nicht gemangelt: "Schon früh hatte ich drei Ziele: der größte Ökonom der Welt, der größte Reiter Österreichs und der beste Liebhaber Wiens zu werden", pflegte er Gesprächspartnern gegenüber gerne zu bemerken. Um dann die Pointe nachzureichen: "Mit den Pferden hat es allerdings nicht so gut geklappt".

Ob Schumpeter sein Ziel, der größte Ökonom der Welt zu werden, auch wirklich erreicht hat, ist umstritten. In jedem Fall ist er der Ökonom mit der schillerndsten Biographie. Er war der jüngste Universitätsprofessor und auch der jüngste Finanzminister Österreichs - der von diesem Amt allerdings auch bald wieder zurücktreten musste. Im Anschluss daran gründete Schumpeter, der das Leben eines Dandys, Frauenhelden und Provokateurs führte, eine Bank, mit der er zunächst ein Vermögen verdiente und die er schließlich in den Konkurs führte. Die Stationen seines abenteuerlichen Lebens führten ihn über Graz, Wien, Czernowitz, London, Kairo und Bonn letztlich nach Harvard, wo er mit seinen Lehrveranstaltungen und Büchern die Wirtschaftswissenschaften entscheidend mitprägte.

Dennoch geriet der 1950 verstorbene Schumpeter als Ökonom in den vergangenen Jahrzehnten etwas ins Hintertreffen und in den Schatten der Kontroverse zwischen der Wirtschaftsphilosophie von Keynes auf der einen und der von Hayek auf der anderen Seite. Erst mit dem Aufkommen von Internet und digitaler Ökonomie hat Schumpeters Werk eine Renaissance erfahren. Seine zentrale Erkenntnis: dass sich der Kapitalismus durch neue Produkte und Technologien und einen durch sie angetriebenen Prozess der "schöpferischen Zerstörung" ständig neu erfindet und dass dabei nicht so sehr der Kapitalist, sondern der findige Entrepreneur eine Schlüsselrolle spielt, hat seit Bill Gates, Steve Jobs und Elon Musk neue Aktualität bekommen.

Richard Brem zeichnet den Lebensweg und das Lebenswerk des Ausnahme-Ökonomen nach und geht auch der Frage nach, wie lebendig Schumpeters Ideen heute in seinem Heimatland Österreich sind.


09:45 Radiokolleg – Brennend vor Liebe zur Musik
Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (2).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

Er war ein Universalgenie – charismatisch, impulsiv und voller Leidenschaft für die Musik: Der US-amerikanische Komponist, Dirigent und Pianist Leonard Bernstein. Am 25. August wäre der 1918 in Lawrence, Massachusetts als Sohn einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie geborene Künstler einhundert Jahre alt geworden.

Als Musiker war Leonard Bernstein ungeheuer vielseitig: Er komponierte Symphonien, Kammermusik und Opern, Film-, Ballett- und Broadwaymusik. Zu seinen erfolgreichsten Bühnenwerken zählen die Musicals On The Town, Candide und – vor allem – West Side Story. Als Dirigent arbeitete er mit allen bedeutenden Orchestern der Welt, darunter immer wieder auch mit den Wiener Philharmonikern.

Für Bernstein – und auch das machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung - gab es keinen Unterschied zwischen "ernster" und "leichter", sondern nur zwischen "guter" und "schlechter" Musik. So meinte er einmal: "Es gibt guten Bach u-n-d guten Bob Dylan" – eine Haltung, die so manchen Klassikpuristen verstörte.

Die Begeisterung für Musik hatte Leonard Bernstein schon als Bub erfasst. Seinen Klavierunterricht musste er sich aber selbst finanzieren, denn Vater Samuel war von den musikalischen Ambitionen seines Sohnes alles andere als begeistert. Viel lieber hätte er ihn als Nachfolger in der Drogerie gesehen, die er sich in Boston aufgebaut hatte. Doch "Lenny" war an Haar- und Schönheitspflegeprodukten nicht interessiert, verfolgte konsequent seinen eigenen Weg und studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition.

1943 hatte er seinen ersten großen Auftritt als Dirigent der New Yorker Philharmoniker, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter einsprang. Sein Vater war an diesem großen Tag dabei; und als ihn ein Journalist darauf ansprach, warum er denn dereinst die Klavierstunden seines Sohnes nicht hatte zahlen wollen, antwortete er schlagfertig: "Ja woher hätte ich denn wissen sollen, dass aus ihm Leonard Bernstein wird?"

Ehrgeizig, begeisterungsfähig und wissbegierig sollte dieser ein Leben lang bleiben. Und Leonard Bernstein war zudem ein ungemein begabter und leidenschaftlicher Lehrer, der es liebte, sein Wissen an die junge Generation weiterzugeben. Durch die Fernsehsendung "Young People's Concerts" erschloss er mit viel pädagogischem Talent einem breiten Publikum die Welt der Musik.

Wie viele Künstlerpersönlichkeiten war auch Leonard Bernstein ein Zerrissener: Auf Phasen exzessiver Lebensgier folgten Zeiten tiefer Depression und Angst vor künstlerischem Versagen. Das vielstrapazierte Bild einer Kerze, die an beiden Enden brennt, passte wohl auf wenige so gut wie auf diesen Menschen mit seiner völligen Hingabe an die Musik.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Geburtstage und Todesfälle – Erinnerungen an Hanna Schwarz, Robert Hale, Bonaldo Giaiotti, Barry McDaniel, u.a.
Gestaltung: Michael Blees

Über viele Jahre hinweg war sie die charaktervolle Bayreuther Standard-Besetzung für Fricka und Waltraute in den "Ring"-Opern, die aus Hamburg stammende Mezzosopranistin Hanna Schwarz, die in diesem Monat ihren 75. Geburtstag feiert. Die Partien des Bayreuther Meisters waren aber auch ein zentraler Bestandteil des Repertoires des Bassbaritons Robert Hale; als fliegender Holländer und als Wotan hat er an nahezu allen wichtigen Bühnen der Welt gastiert. Auch er feiert im August einen runden Geburtstag. Abschied nehmen hieß es hingegen vor wenigen Wochen vom italienischen Bassisten Bonaldo Giaiotti; fast 30 Jahre lang ist er an der Metropolitan Opera in großen Rollen gefeiert worden, regelmäßig hat er aber auch in den Opernzentren von Europa gastiert. Und ebenfalls verstorben ist der amerikanische Bariton Barry McDaniel. Über Jahrzehnte war er ein treues Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin und gleichzeitig ein angesehener internationaler Gast-Sänger – mit einem Repertoire, das fast 100 Partien umfasst hat.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Erstkommunion oder Die gewaltsame Begegnung mit Gott" von Norbert C. Kaser. Es liest Julia Gschnitzer.
Gestaltung: Martin Sailer
Bearbeitung: Gudrun Hamböck

Ein Kind, das Gott entgegentritt: Einem Gott, den die Erwachsenen als Zürnenden darstellen, als einen, den man fürchten muss. Keine leichte Begegnung, eine in jedem Falle, die ins Gedächtnis gebrannt wird.

Norbert C. Kaser, 1947 in Brixen geboren, war Poet, Kapuzinermönch, Kommunist, Volksschullehrer und schwerer Trinker, was ihn nicht älter als 31 Jahre werden ließ. Sein Werk – Lyrik, Prosa, Streitschriften und Briefe – wurde erst postum im Laufe der 1980er und 90er Jahre überregional bekannt.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Irene Suchy.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Oberösterreichische Stiftskonzerte 2018
Kian Soltani, Violoncello; Aaron Pilsan, Klavier. Johann Sebastian Bach: Sonate für Violoncello und Klavier BWV 1029 * Johannes Brahms: Sonate für Violoncello und Klavier e-Moll op. 38 * Thomas Larcher: Mumien für Cello und Klavier * Robert Schumann: a) Toccata op. 7; b) Arabeske op. 18 * Astor Piazzolla: Le Grand Tango (aufgenommen am 15. Juli im Sommerrefektorium Stift St. Florian).
Präsentation: Alice Ertlbauer Camerer


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
"Erfahrung und was daraus folgt. Der amerikanische Dichter Kenneth Rexroth".
Feature von Martina Groß
Prod. DLR Kultur 2010

Er gilt als der "Vater der Beatgeneration", auch wenn er diese Einordnung nicht mochte. Alle kamen sie zu den legendären Freitags-Soireen in den 50er-Jahren. Als Anarchist und Bohemien schlug er eine Brücke zur Arbeiterbewegung und zum frühen Jazz Chicagos.

Als Buddhist und Übersetzer japanischer und chinesischer Dichtung brachte er die asiatische Ideenwelt den Amerikanern näher. Spirituelle Erfahrung und Religion waren für ihn nichts, an das man glaubt, sondern etwas Praktiziertes. Auch wenn Kenneth Rexroth heute ein fast vergessener Dichter ist: Er stand am Anfang der vielen Formen asiatischer Spiritualität, die die Autorin noch heute auf ihrer Reise entlang der Westküste der USA gefunden hat.


16:45 Notabene 45: Ein Tagebuch
Von Erich Kästner.
Gestaltung: Matthias Däuble, Philip Scheiner.

Kästner übersiedelt nach Schliersee. Dort erfährt er von den Geschehnissen in den Konzentrationslagern: von den "Duschräumen", den Leichen, denen die Goldzähne gezogen und eingeschmolzen werden, von Sterilisationen und weiteren Grausamkeiten. Im Postskriptum hält er fest: "Rufen Sie jetzt nicht: 'Ach du lieber Himmel!' Sagen Sie: 'Ach du liebe Erde!'"


16:55 Das Ö1 Musiklexikon
Redaktion: Irene Suchy und Hans Georg

Nicklaus Klangmalen – die Kunst mit Gesten zu komponieren, erklärt von Schamu Gryllus. Gryllus, ungarischer Komponist, Dirigent und Soundpainter ist auch Dramaturg und Universitätslehrer. Er erklärt Sound Painting.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
2007 – Zollamt Bad Radkersburg


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das Vereinigte Königreich der Niederlande. Mit Johannes Koll, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, WU-Wien.
Gestaltung: Martin Adel

Eine gewisse Berechtigung hat es schon, wenn 2015 die Niederländer die 200-Jahr-Feierlichkeiten ihres Staates begehen. Aber nicht nur davor, sondern auch noch danach ist die Geschichte dieses fälschlicherweise nach der größten alten Provinz auch "Holland" genannten Staats verwirrend, kompliziert und sehr "durchwachsen".

Ehemals ein großer europäischer Flächenstaat im Norden, der weit mehr als die Benelux-Staaten umfasste, lehrten die republikanischen Generalstaaten im 16. Jahrhundert Spanien das Fürchten und trennten sich vom Deutschen Reich. Ein Paradox der Geschichte: Erst nach der Französischen Revolution installierten die Niederländer ihre monarchische Verfassung! Dazwischen Aufstieg zur größten Handels- und Seefahrtsmacht und fast zerrieben im Kampf mit den Konkurrenten Frankreich und Großbritannien.

Dann, am Wiener Kongress, wieder gestärkt (nicht zuletzt durch die kurz währende Wiedervereinigung mit den Österr. Niederlanden) und völkerrechtlich bestätigt, der neuerliche Aufstieg zur nun v.a ostasiatischen Handelsmacht. Aber 1830 machte sich das katholische Belgien von den vornehmlich calvinischen Niederlanden selbständig. 1867 folgte Luxemburg diesem Beispiel.

Umsichtige und zurückhaltende Außenpolitik bescherten dem nunmehrigen europäischen Kleinstaat aber zunehmend Anerkennung und Achtung, nicht zuletzt sichtbar durch den Sitz des ständigen internationalen Gerichtshofs in Den Haag – und als Standort einiger der größten Firmenimperien der Welt. Obwohl Opfer beider Weltkriege, haben sich die Niederlande als wichtiger Player in der NATO oder der EU behaupten können. Auch im Fußball. Also kurz: "Holland", die Niederlande: eine Erfolgsgeschichte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Datenqualität bei Bürgerwissenschaft
Von Lukas Tremetsberger

Sie zählen Vögel, melden überfahrene Tiere oder leiten Schäden nach Extremwetterereignissen weiter: Laien, die Umweltdaten für die Forschung sammeln. Dabei sind einige Bürger/innen erfahrene Halbprofis, andere begeisterte Neulinge. Dementsprechend unterschiedlich ist auch der Wert der Daten für die Wissenschaft? Wie können Forscherinnen und Forscher die Qualität und Zuverlässigkeit dieser Daten prüfen?

Es gibt Trainings für interessierte Bürger/innen, technische Hilfsmittel wie Apps, mit Bildern oder Eingabemasken für Laien. Beispielsweise wird man einen Zugvogel im Winter in Österreich in diesem System nicht melden können. – Wie lässt sich die Kooperation zwischen Citizen Science und akademischer Wissenschaft verbessern?


19:30 Styriarte 2018 (Dolby Surround)
Pacific Quartet Vienna; Rudolf Leopold, Violoncello. Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett C-Dur KV 465, "Dissonanzenquartett" * Anton Webern: Fünf Sätze für Streichquartett * Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956 (aufgenommen am 20. Juli in der Helmut List Halle, Graz in Dolby Digityl 5.1)

Beseelt von den himmlischen Dissonanzen in Mozarts C-Dur-Quartett schuf Franz Schubert 1828 sein Quintett in der gleichen Tonart. "Tiefer Sehnsucht heilges Bangen / Will in schönre Welten langen." Diese Verse aus seinem Gedicht "Mein Gebet" hat er im Streichquintett in Töne von überirdischer Schönheit verwandelt. In Wien weiß man um das Geheimnis dieser Klänge, auch das junge Pacific Quartet Vienna, das 2015 den Wiener Haydn-Wettbewerb gewann. In ihrer Besetzung schlagen die vier jungen Musiker einen Bogen von Wien bis an den Pazifik, nach China und Japan. In ihrem Programm schlagen sie eine Brücke von Mozart über Webern bis zu Schubert, dessen Geheimnisse sie gemeinsam mit Rudolf Leopold ausloten. (styriarte)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Oh … Superman. Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (2).
Gestaltung: Hans Groiss

Der Ökonom der Innovation. Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (2).
Gestaltung: Richard Brem

Brennend vor Liebe zur Musik. Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (2).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Carinthischer Sommer: Ensemble Prisma spielt Auftragswerk von Daniel Serrano.
Gestaltung: Angelika Benke

Das Ensemble Prisma spielt seit der neuen Intendanz von Holger Bleck alljährlich beim Carinthischen Sommer, es widmet sich mit großer Hingabe nicht nur der klassischen Musik, man spezialisiert sich auch mit Begeisterung auf zeitgenössische Musik und selten aufgeführte Werke. Unter der Leitung von Thomas Fheodoroff war am 6. August 2018 auch ein Auftragswerk des Carinthischen Sommers erklungen:

Der junge spanische Komponist Daniel Serrano hat sein "Beethovenfries", ein neues Werk für Orchester, in Ossiach uraufgeführt. Serrano ist der Preisträger des 3. Internationalen Nikolaus Fheodoroff Kompositionspreises, der seit dem Jahr 2013 im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Land Kärnten in Verneigung vor dem Komponisten vergeben wird und dessen Ziel es ist, Komponist/innen zu fördern und andererseits die Akzeptanz für zeitgenössische Musik in der Bevölkerung zu stärken.

*

Mittwoch, 22. August 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Das Höchste und das Weiteste" – Zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein macht sich Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gedanken zu und von dem Menschen und Musiker. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Leonard Bernstein, am 25. August 1918 als Sohn jüdisch-ukrainischer Einwanderer in Lawrence, Massachusetts, geboren und ursprünglich Louis genannt, wird nicht nur von Roland Ropers als einer "der großen, tief religiösen und mystisch verankerten Künstler des 20. Jahrhunderts" beschrieben.

Von seiner Komposition MASS, einer Art Gottesdienst, bei dem einiges außer Kontrolle gerät, über seine Sinfonie Nr. 3, Kaddish genannt, nach dem jüdischen Totengebet, bis zu seiner Verehrung für den jüdisch-christlichen Gustav Mahler zeigt sich Leonard Bernstein als spiritueller Mensch und Musiker.

"Stille ist unsere innerlichste Art des Tuns", sagte er einmal. Und: "Wir erreichen das Höchste in Meditation, das Weiteste im Gebet. In Stille ist jedes menschliche Wesen fähig der Größe. Frei von Erfahrung von Feindseligkeiten, ein Dichter, und am ähnlichsten einem Engel. Doch Stille verlangt eine tiefgründige Disziplin, man muss sie sich erarbeiten, und sie gilt uns umso mehr darum als kostbarster Schatz".

Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks mit einer großen Liebe zur Musik, hat sich seit seiner Jugend mit dem Menschen und dem Musiker Leonard Bernstein auseinandergesetzt. Zum 100. Geburtstag des Weltkünstlers hat er sehr persönliche Gedanken zu und von Leonard Bernstein gesammelt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Ö1 Talentebörse


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Oh … Superman
Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (3).
Gestaltung: Hans Groiss

Die Grenzen der Geschlechter verschwimmen zunehmend. Das ist für viele Menschen ein Vorteil und für viele ein Nachteil. Einst erworbene Privilegien müssen verabschiedet werden und das verunsichert. Manche Männer haben das Gefühl sie fallen aus einem System und nehmen deshalb Opferhaltung an. Manche Männer aber finden die Emanzipation aller Menschen wichtig – unabhängig welchen Geschlechts, welcher Herkunft und welchen Glaubens.

In den Frauenbewegungen der letzten Jahrhunderte konnte im Kampf um Leben und Tod vieles für "die" Frau – die es laut Simone de Beauvoir so nicht gibt – erreicht werden. Sicherlich noch lange nicht alles, aber: "den" Mann gibt es so auch nicht, dennoch bedienen wir uns im Mangel neuer Geschlechter-Definitionen tradierten Zuschreibungen.

Neben suggerierten Generationenkonflikten, Migrationsbewegungen, Digitalisierung und dem Gefühl der Visionslosigkeit soll etwas nachgeholt werden, was verabsäumt wurde. In einer Welt, die undurchschaubar scheint, mangelt es aber an symbolischen Väterfiguren. Durch künstliche Befruchtung sehen sich viele Männer in die Rolle des Samenspenders gedrängt.

Diese und viel andere Verunsicherungen torpedieren die alten Rollenbilder endgültig und das bedeutet Angst, wenn es sonst keinen Halt gibt. Extremsport, Bodybuilding, Körperschmuck, Nahrungsergänzung, Penisverlängerung ? und, und, und: dem Markt – selbst von Männern dominiert – gefällt's. Ein Schuss ins eigene Knie und das ohne ausreichend entwickelte Gendermedizin.

Bevor Geschlechtergrenzen unhinterfragt aufgelöst werden, sollte überlegt sein, was überhaupt aufzulösen ist. Die feministische Theorie hat diese Arbeit begonnen, aber vollendet ist sie nicht. Geht es um Supermänner? In gegenwärtigen Playboy-Ausgaben werden Appelle ausgesandt wie "Männer werdet Feministen" oder Fragen gestellt wie "Wann ist ein Mann ein Mann?".

Diese Textzeile von Herbert Grönemeyer titelt eine Streitschrift von Cooper Hefner, dem Sohn des Magazin-Erfinders. Aber auch alle anderen Tageszeitungen, Magazine und TV-Dokus und Diskussionen suchen den Mann - spätestens seit #MeToo. Hans Groiss spricht mit Menschen aus Wissenschaft und der Kunst – gleichgültig welchen Geschlechts – und möchte herausfinden, welche Helden-Rollenbilder es gibt und was sie taugen.

Der Wolf in der Großstadtsteppe? Der Bub, Junge und Sohn? Das Opfer aus der Arbeiterklasse und der Bonze im neoliberalen Glaspalast mit masochistischer Lust? Der Sportler und der Krieger? Der König und der Prinz? Und schlussendlich: was ist eigentlich "er"? Versuchen wir uns an einer Pipi Langstrumpf für Männer!


09:30 Radiokolleg – Der Ökonom der Innovation
Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (3).
Gestaltung: Richard Brem

An großen Ambitionen hat es Joseph Schumpeter zeitlebens nicht gemangelt: "Schon früh hatte ich drei Ziele: der größte Ökonom der Welt, der größte Reiter Österreichs und der beste Liebhaber Wiens zu werden", pflegte er Gesprächspartnern gegenüber gerne zu bemerken. Um dann die Pointe nachzureichen: "Mit den Pferden hat es allerdings nicht so gut geklappt".

Ob Schumpeter sein Ziel, der größte Ökonom der Welt zu werden, auch wirklich erreicht hat, ist umstritten. In jedem Fall ist er der Ökonom mit der schillerndsten Biographie. Er war der jüngste Universitätsprofessor und auch der jüngste Finanzminister Österreichs - der von diesem Amt allerdings auch bald wieder zurücktreten musste. Im Anschluss daran gründete Schumpeter, der das Leben eines Dandys, Frauenhelden und Provokateurs führte, eine Bank, mit der er zunächst ein Vermögen verdiente und die er schließlich in den Konkurs führte. Die Stationen seines abenteuerlichen Lebens führten ihn über Graz, Wien, Czernowitz, London, Kairo und Bonn letztlich nach Harvard, wo er mit seinen Lehrveranstaltungen und Büchern die Wirtschaftswissenschaften entscheidend mitprägte.

Dennoch geriet der 1950 verstorbene Schumpeter als Ökonom in den vergangenen Jahrzehnten etwas ins Hintertreffen und in den Schatten der Kontroverse zwischen der Wirtschaftsphilosophie von Keynes auf der einen und der von Hayek auf der anderen Seite. Erst mit dem Aufkommen von Internet und digitaler Ökonomie hat Schumpeters Werk eine Renaissance erfahren. Seine zentrale Erkenntnis: dass sich der Kapitalismus durch neue Produkte und Technologien und einen durch sie angetriebenen Prozess der "schöpferischen Zerstörung" ständig neu erfindet und dass dabei nicht so sehr der Kapitalist, sondern der findige Entrepreneur eine Schlüsselrolle spielt, hat seit Bill Gates, Steve Jobs und Elon Musk neue Aktualität bekommen.

Richard Brem zeichnet den Lebensweg und das Lebenswerk des Ausnahme-Ökonomen nach und geht auch der Frage nach, wie lebendig Schumpeters Ideen heute in seinem Heimatland Österreich sind.


09:45 Radiokolleg – Brennend vor Liebe zur Musik
Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (3).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

Er war ein Universalgenie – charismatisch, impulsiv und voller Leidenschaft für die Musik: Der US-amerikanische Komponist, Dirigent und Pianist Leonard Bernstein. Am 25. August wäre der 1918 in Lawrence, Massachusetts als Sohn einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie geborene Künstler einhundert Jahre alt geworden.

Als Musiker war Leonard Bernstein ungeheuer vielseitig: Er komponierte Symphonien, Kammermusik und Opern, Film-, Ballett- und Broadwaymusik. Zu seinen erfolgreichsten Bühnenwerken zählen die Musicals On The Town, Candide und – vor allem – West Side Story. Als Dirigent arbeitete er mit allen bedeutenden Orchestern der Welt, darunter immer wieder auch mit den Wiener Philharmonikern.

Für Bernstein – und auch das machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung - gab es keinen Unterschied zwischen "ernster" und "leichter", sondern nur zwischen "guter" und "schlechter" Musik. So meinte er einmal: "Es gibt guten Bach u-n-d guten Bob Dylan" – eine Haltung, die so manchen Klassikpuristen verstörte.

Die Begeisterung für Musik hatte Leonard Bernstein schon als Bub erfasst. Seinen Klavierunterricht musste er sich aber selbst finanzieren, denn Vater Samuel war von den musikalischen Ambitionen seines Sohnes alles andere als begeistert. Viel lieber hätte er ihn als Nachfolger in der Drogerie gesehen, die er sich in Boston aufgebaut hatte. Doch "Lenny" war an Haar- und Schönheitspflegeprodukten nicht interessiert, verfolgte konsequent seinen eigenen Weg und studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition.

1943 hatte er seinen ersten großen Auftritt als Dirigent der New Yorker Philharmoniker, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter einsprang. Sein Vater war an diesem großen Tag dabei; und als ihn ein Journalist darauf ansprach, warum er denn dereinst die Klavierstunden seines Sohnes nicht hatte zahlen wollen, antwortete er schlagfertig: "Ja woher hätte ich denn wissen sollen, dass aus ihm Leonard Bernstein wird?"

Ehrgeizig, begeisterungsfähig und wissbegierig sollte dieser ein Leben lang bleiben. Und Leonard Bernstein war zudem ein ungemein begabter und leidenschaftlicher Lehrer, der es liebte, sein Wissen an die junge Generation weiterzugeben. Durch die Fernsehsendung "Young People's Concerts" erschloss er mit viel pädagogischem Talent einem breiten Publikum die Welt der Musik.

Wie viele Künstlerpersönlichkeiten war auch Leonard Bernstein ein Zerrissener: Auf Phasen exzessiver Lebensgier folgten Zeiten tiefer Depression und Angst vor künstlerischem Versagen. Das vielstrapazierte Bild einer Kerze, die an beiden Enden brennt, passte wohl auf wenige so gut wie auf diesen Menschen mit seiner völligen Hingabe an die Musik.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Nadja Kayali. Antonin Dvorák: Streichsextett A-Dur op. 48 (Jerusalem Quartet, Veronika Hagen, Gary Hoffman)

"Frische und Klangschönheit", so rühmte Johannes Brahms das Sextett von Antonin Dvorák. Die beiden hatten einander ein halbes Jahr vor der Entstehung des Werkes kennengelernt, und Dvorák hat Brahms' Sextette gründlich studiert. Das Sextett verhalf Dvorák, zusammen mit den Slawischen Tänzen, zum internationalen Durchbruch.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Geklärt". Von Guy Helminger. Es liest Till Firit.
Gestaltung: Julia Zarbach
Präsentation: Nicole Dietrich

"Ich muss Kippen holen", sagt Wampach zu seinem Freund Apf, und der darauf: "Du kommst sowieso nicht zurück". Und tatsächlich, als Wampach sich vom Zigarettenautomaten auf den Nachhauseweg macht, gestaltet sich sein Heimweg problematisch.

Guy Helminger, geboren 1963 in Esch-sur-Alzette in Luxemburg, studierte Germanistik und Philosophie in Luxemburg, Heidelberg und Köln. Seit 1985 wohnt er mit seiner Familie in Köln. Er arbeitete als Barkeeper, Schauspieler, Regieassistent, veröffentlichte Lyrik, Erzählungen, Romane und schrieb Hörspiele. 2004 wurde er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb für seine Erzählung "Pelargonien" mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Helmut Jasbar.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
WDR Sinfonieorchester Köln, Dirigent: Jakub Hrusa; Yuja Wang, Klavier. Sergej Prokofjew: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 G-Dur op. 55 * Richard Strauss: Ein Heldenleben op. 40 (aufgenommen am 16. Juni in der Philharmonie in Essen im Rahmen des "Klavier-Festivals Ruhr 2018").
Präsentation: Stefanie Maderthaner

Immer wieder wurde die atemberaubende Virtuosität von Yuja Wang bewundert, doch die chinesische Pianistin hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie weit mehr kann. Neben einer stupenden Technik ist es ihr außerordentliches Gespür für Klangnuancen, die ihr über die Jahre ein weit gefächertes Repertoire eröffnet haben und mit dem sie ihre Zuhörer immer wieder überzeugt. Als 14-jährige kam die in Peking geborene Yuja Wang zunächst nach Kanada und studierte unter anderem bei Gary Graffman in Philadelphia. Mit allen großen Weltklasseorchestern hat sie mittlerweile zusammengearbeitet.

Die Komponisten, die sie liebt und deren Musik sie spielt, haben in ihren Augen etwas Essenzielles geschaffen. "Es ist das Geheimnis dieser Stücke, dass sie einfach nicht vergehen. Allerdings wäre es eine Illusion, anzunehmen, dass wir sie heute genauso spielen könnten wie damals." Und so ist Yuja Wang stets auf der Suche nach dem idealen Klang ? wohl wissend, dass viel zusammenkommen muss: Können, Leidenschaft, Charisma und Mut, sich immer wieder neu auf das Zusammenspiel einzulassen. Dafür scheint Prokofjews fünftes Klavierkonzert, jenes pianistische Feuerwerk mit seinem brillant gebauten, transparenten Orchestersatz, wie geschaffen.
(Klavier-Festival Ruhr)


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Das Ö1 Musiklexikon
Redaktion: Irene Suchy und Hans Georg Nicklaus

Sein Instrument ist der Taktstock. Diese Folge des Ö1 Musiklexikons erzählt Cornelius Meister, bis zu diesem Sommer Chefdirigent des RSO SYO Wien und nun Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart und des Staatsorchesters Stuttgart.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1974 – Brucknerhaus Linz


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das Vereinigte Königreich der Niederlande. Mit Johannes Koll, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, WU-Wien.
Gestaltung: Martin Adel

Eine gewisse Berechtigung hat es schon, wenn 2015 die Niederländer die 200-Jahr-Feierlichkeiten ihres Staates begehen. Aber nicht nur davor, sondern auch noch danach ist die Geschichte dieses fälschlicherweise nach der größten alten Provinz auch "Holland" genannten Staats verwirrend, kompliziert und sehr "durchwachsen".

Ehemals ein großer europäischer Flächenstaat im Norden, der weit mehr als die Benelux-Staaten umfasste, lehrten die republikanischen Generalstaaten im 16. Jahrhundert Spanien das Fürchten und trennten sich vom Deutschen Reich. Ein Paradox der Geschichte: Erst nach der Französischen Revolution installierten die Niederländer ihre monarchische Verfassung! Dazwischen Aufstieg zur größten Handels- und Seefahrtsmacht und fast zerrieben im Kampf mit den Konkurrenten Frankreich und Großbritannien.

Dann, am Wiener Kongress, wieder gestärkt (nicht zuletzt durch die kurz währende Wiedervereinigung mit den Österr. Niederlanden) und völkerrechtlich bestätigt, der neuerliche Aufstieg zur nun v.a ostasiatischen Handelsmacht. Aber 1830 machte sich das katholische Belgien von den vornehmlich calvinischen Niederlanden selbständig. 1867 folgte Luxemburg diesem Beispiel.

Umsichtige und zurückhaltende Außenpolitik bescherten dem nunmehrigen europäischen Kleinstaat aber zunehmend Anerkennung und Achtung, nicht zuletzt sichtbar durch den Sitz des ständigen internationalen Gerichtshofs in Den Haag – und als Standort einiger der größten Firmenimperien der Welt. Obwohl Opfer beider Weltkriege, haben sich die Niederlande als wichtiger Player in der NATO oder der EU behaupten können. Auch im Fußball. Also kurz: "Holland", die Niederlande: eine Erfolgsgeschichte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Der Prozess gegen Jörn Lange 1945
Von Ulrike Schmitzer

Am 8. April 1945 findet am I. Chemischen Institut der Universität Wien eine Auseinandersetzung zwischen einem Professor, zwei Assistenten und vier weiteren Personen statt. Es geht um ein wertvolles Elektronenmikroskop. Plötzlich fallen Schüsse: Ein Assistent liegt tot am Boden, der andere stirbt später im Spital.

Geschossen hat Universitätsprofessor Jörn Lange, Parteimitglied der NSDAP, der im Auftrag des Prorektors alle kriegsrelevanten Apparate zerstören sollte, damit sie nicht der Roten Armee in die Hände fallen konnten. Der Prozess gegen Jörn Lange findet am Volksgericht Wien statt. - Die Zeithistorikerin Stephanie Carla de la Barra hat den Fall rekonstruiert, den dreibändigen Prozessakt studiert und ein Buch darüber geschrieben.


19:30 Alte Musik – neu interpretiert
präsentiert von Colin Mason.

"Semper Dowland semper dolens" – "Immer Dowland, immer klagend" ist der Titel einer Pavane aus der 1604 erschienenen Sammlung Lachrimae, or Seven Tears des englischen Lautenisten und Komponisten John Dowland (1563-1626). Bei einer neuen CD-Aufnahme mit Werken aus dieser Sammlung trifft der britische Lautenspieler Nigel North auf das kanadische Gambenconsort Les Voix Humaines. Leidenschaftliche Pavanen, Gaillarden und Allemanden rufen die im Titel der Sammlung erwähnten Tränen hervor.

In unserer Sendung spüren wir dieser Melancholie Dowlands nach. Die Melancholie war aber – neben dem cholerischen, dem phlegmatischen und dem sanguinischen – nur einer der vier "Körpersäfte", die die mittelalterliche Tempramentenlehre bildeten. Und melancholische Lieder bilden gerade ein Viertel von Dowlands Schaffen? so gehen wir im Laufe der Sendung anhand weiterer Aufnahmen auch anderen Charakterzügen Dowlands nach.


21:00 Salzburger Nachtstudio
Die Geschichte der Ersten Republik. Erzählt von Heinz Fischer.
Teil 4: Die Jahre 1934 bis 1938.
Gestaltung: Martin Bernhofer

Vom wachsenden politischen Druck auf Österreich und den dramatischen Ereignissen des sogenannten "Anschlusses" im Jahr 1938 berichtet Heinz Fischer im Schlusskapitel seiner historischen Erzählung. Bei einem nationalsozialistischen Putschversuch im Juli 1934 wird Bundeskanzler Dollfuß im Kanzleramt tödlich verwundet. Regierungstreue Kräfte in der Exekutive behalten noch die Oberhand.

Unter Kurt Schuschnigg als Kanzler dringen Nationalsozialisten aber immer weiter in das Staatsgefüge ein und unterwandern die Institutionen. Nach dem erzwungenen Juli-Abkommen zwischen Österreich und Deutschland im Jahr 1936 wächst der Druck zur Aufnahme von Parteigängern der NSDAP in die Regierung. Beim Treffen von Schuschnigg und Hitler auf dem Obersalzberg in Bayern im Februar 1938 wird der Kanzler massiv unter Druck gesetzt, Hitlers Forderungen zu erfüllen.

Nach seiner Rückkehr wird der Plan einer Volksbefragung zum "Anschluss" zum letztem politischen Mittel gegen eine Machtübernahme der Nationalsozialisten. Nach einem Ultimatum Hitlers sagt Schuschnigg die Abstimmung am 11. März ab und tritt mit einer dramatischen Rundfunkansprache zurück. Am folgenden Tag marschieren deutsche Truppen in Österreich ein.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Oh … Superman. Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (3).
Gestaltung: Hans Groiss

Der Ökonom der Innovation. Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (3).
Gestaltung: Richard Brem

Brennend vor Liebe zur Musik. Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (3).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin. Gestaltung: Astrid Schwarz

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.

*

Donnerstag, 23. August 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Das Höchste und das Weiteste" – Zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein macht sich Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gedanken zu und von dem Menschen und Musiker. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Leonard Bernstein, am 25. August 1918 als Sohn jüdisch-ukrainischer Einwanderer in Lawrence, Massachusetts, geboren und ursprünglich Louis genannt, wird nicht nur von Roland Ropers als einer "der großen, tief religiösen und mystisch verankerten Künstler des 20. Jahrhunderts" beschrieben.

Von seiner Komposition MASS, einer Art Gottesdienst, bei dem einiges außer Kontrolle gerät, über seine Sinfonie Nr. 3, Kaddish genannt, nach dem jüdischen Totengebet, bis zu seiner Verehrung für den jüdisch-christlichen Gustav Mahler zeigt sich Leonard Bernstein als spiritueller Mensch und Musiker.

"Stille ist unsere innerlichste Art des Tuns", sagte er einmal. Und: "Wir erreichen das Höchste in Meditation, das Weiteste im Gebet. In Stille ist jedes menschliche Wesen fähig der Größe. Frei von Erfahrung von Feindseligkeiten, ein Dichter, und am ähnlichsten einem Engel. Doch Stille verlangt eine tiefgründige Disziplin, man muss sie sich erarbeiten, und sie gilt uns umso mehr darum als kostbarster Schatz".

Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks mit einer großen Liebe zur Musik, hat sich seit seiner Jugend mit dem Menschen und dem Musiker Leonard Bernstein auseinandergesetzt. Zum 100. Geburtstag des Weltkünstlers hat er sehr persönliche Gedanken zu und von Leonard Bernstein gesammelt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Ö1 Talentebörse


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Oh … Superman
Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (4).
Gestaltung: Hans Groiss

Die Grenzen der Geschlechter verschwimmen zunehmend. Das ist für viele Menschen ein Vorteil und für viele ein Nachteil. Einst erworbene Privilegien müssen verabschiedet werden und das verunsichert. Manche Männer haben das Gefühl sie fallen aus einem System und nehmen deshalb Opferhaltung an. Manche Männer aber finden die Emanzipation aller Menschen wichtig – unabhängig welchen Geschlechts, welcher Herkunft und welchen Glaubens.

In den Frauenbewegungen der letzten Jahrhunderte konnte im Kampf um Leben und Tod vieles für "die" Frau – die es laut Simone de Beauvoir so nicht gibt – erreicht werden. Sicherlich noch lange nicht alles, aber: "den" Mann gibt es so auch nicht, dennoch bedienen wir uns im Mangel neuer Geschlechter-Definitionen tradierten Zuschreibungen.

Neben suggerierten Generationenkonflikten, Migrationsbewegungen, Digitalisierung und dem Gefühl der Visionslosigkeit soll etwas nachgeholt werden, was verabsäumt wurde. In einer Welt, die undurchschaubar scheint, mangelt es aber an symbolischen Väterfiguren. Durch künstliche Befruchtung sehen sich viele Männer in die Rolle des Samenspenders gedrängt.

Diese und viel andere Verunsicherungen torpedieren die alten Rollenbilder endgültig und das bedeutet Angst, wenn es sonst keinen Halt gibt. Extremsport, Bodybuilding, Körperschmuck, Nahrungsergänzung, Penisverlängerung ? und, und, und: dem Markt – selbst von Männern dominiert – gefällt's. Ein Schuss ins eigene Knie und das ohne ausreichend entwickelte Gendermedizin.

Bevor Geschlechtergrenzen unhinterfragt aufgelöst werden, sollte überlegt sein, was überhaupt aufzulösen ist. Die feministische Theorie hat diese Arbeit begonnen, aber vollendet ist sie nicht. Geht es um Supermänner? In gegenwärtigen Playboy-Ausgaben werden Appelle ausgesandt wie "Männer werdet Feministen" oder Fragen gestellt wie "Wann ist ein Mann ein Mann?".

Diese Textzeile von Herbert Grönemeyer titelt eine Streitschrift von Cooper Hefner, dem Sohn des Magazin-Erfinders. Aber auch alle anderen Tageszeitungen, Magazine und TV-Dokus und Diskussionen suchen den Mann - spätestens seit #MeToo. Hans Groiss spricht mit Menschen aus Wissenschaft und der Kunst – gleichgültig welchen Geschlechts – und möchte herausfinden, welche Helden-Rollenbilder es gibt und was sie taugen.

Der Wolf in der Großstadtsteppe? Der Bub, Junge und Sohn? Das Opfer aus der Arbeiterklasse und der Bonze im neoliberalen Glaspalast mit masochistischer Lust? Der Sportler und der Krieger? Der König und der Prinz? Und schlussendlich: was ist eigentlich "er"? Versuchen wir uns an einer Pipi Langstrumpf für Männer!


09:30 Radiokolleg – Der Ökonom der Innovation
Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (4).
Gestaltung: Richard Brem

An großen Ambitionen hat es Joseph Schumpeter zeitlebens nicht gemangelt: "Schon früh hatte ich drei Ziele: der größte Ökonom der Welt, der größte Reiter Österreichs und der beste Liebhaber Wiens zu werden", pflegte er Gesprächspartnern gegenüber gerne zu bemerken. Um dann die Pointe nachzureichen: "Mit den Pferden hat es allerdings nicht so gut geklappt".

Ob Schumpeter sein Ziel, der größte Ökonom der Welt zu werden, auch wirklich erreicht hat, ist umstritten. In jedem Fall ist er der Ökonom mit der schillerndsten Biographie. Er war der jüngste Universitätsprofessor und auch der jüngste Finanzminister Österreichs - der von diesem Amt allerdings auch bald wieder zurücktreten musste. Im Anschluss daran gründete Schumpeter, der das Leben eines Dandys, Frauenhelden und Provokateurs führte, eine Bank, mit der er zunächst ein Vermögen verdiente und die er schließlich in den Konkurs führte. Die Stationen seines abenteuerlichen Lebens führten ihn über Graz, Wien, Czernowitz, London, Kairo und Bonn letztlich nach Harvard, wo er mit seinen Lehrveranstaltungen und Büchern die Wirtschaftswissenschaften entscheidend mitprägte.

Dennoch geriet der 1950 verstorbene Schumpeter als Ökonom in den vergangenen Jahrzehnten etwas ins Hintertreffen und in den Schatten der Kontroverse zwischen der Wirtschaftsphilosophie von Keynes auf der einen und der von Hayek auf der anderen Seite. Erst mit dem Aufkommen von Internet und digitaler Ökonomie hat Schumpeters Werk eine Renaissance erfahren. Seine zentrale Erkenntnis: dass sich der Kapitalismus durch neue Produkte und Technologien und einen durch sie angetriebenen Prozess der "schöpferischen Zerstörung" ständig neu erfindet und dass dabei nicht so sehr der Kapitalist, sondern der findige Entrepreneur eine Schlüsselrolle spielt, hat seit Bill Gates, Steve Jobs und Elon Musk neue Aktualität bekommen.

Richard Brem zeichnet den Lebensweg und das Lebenswerk des Ausnahme-Ökonomen nach und geht auch der Frage nach, wie lebendig Schumpeters Ideen heute in seinem Heimatland Österreich sind.


09:45 Radiokolleg – Brennend vor Liebe zur Musik
Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (4).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

Er war ein Universalgenie – charismatisch, impulsiv und voller Leidenschaft für die Musik: Der US-amerikanische Komponist, Dirigent und Pianist Leonard Bernstein. Am 25. August wäre der 1918 in Lawrence, Massachusetts als Sohn einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie geborene Künstler einhundert Jahre alt geworden.

Als Musiker war Leonard Bernstein ungeheuer vielseitig: Er komponierte Symphonien, Kammermusik und Opern, Film-, Ballett- und Broadwaymusik. Zu seinen erfolgreichsten Bühnenwerken zählen die Musicals On The Town, Candide und – vor allem – West Side Story. Als Dirigent arbeitete er mit allen bedeutenden Orchestern der Welt, darunter immer wieder auch mit den Wiener Philharmonikern.

Für Bernstein – und auch das machte ihn zu einer Ausnahmeerscheinung - gab es keinen Unterschied zwischen "ernster" und "leichter", sondern nur zwischen "guter" und "schlechter" Musik. So meinte er einmal: "Es gibt guten Bach u-n-d guten Bob Dylan" – eine Haltung, die so manchen Klassikpuristen verstörte.

Die Begeisterung für Musik hatte Leonard Bernstein schon als Bub erfasst. Seinen Klavierunterricht musste er sich aber selbst finanzieren, denn Vater Samuel war von den musikalischen Ambitionen seines Sohnes alles andere als begeistert. Viel lieber hätte er ihn als Nachfolger in der Drogerie gesehen, die er sich in Boston aufgebaut hatte. Doch "Lenny" war an Haar- und Schönheitspflegeprodukten nicht interessiert, verfolgte konsequent seinen eigenen Weg und studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition.

1943 hatte er seinen ersten großen Auftritt als Dirigent der New Yorker Philharmoniker, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter einsprang. Sein Vater war an diesem großen Tag dabei; und als ihn ein Journalist darauf ansprach, warum er denn dereinst die Klavierstunden seines Sohnes nicht hatte zahlen wollen, antwortete er schlagfertig: "Ja woher hätte ich denn wissen sollen, dass aus ihm Leonard Bernstein wird?"

Ehrgeizig, begeisterungsfähig und wissbegierig sollte dieser ein Leben lang bleiben. Und Leonard Bernstein war zudem ein ungemein begabter und leidenschaftlicher Lehrer, der es liebte, sein Wissen an die junge Generation weiterzugeben. Durch die Fernsehsendung "Young People's Concerts" erschloss er mit viel pädagogischem Talent einem breiten Publikum die Welt der Musik.

Wie viele Künstlerpersönlichkeiten war auch Leonard Bernstein ein Zerrissener: Auf Phasen exzessiver Lebensgier folgten Zeiten tiefer Depression und Angst vor künstlerischem Versagen. Das vielstrapazierte Bild einer Kerze, die an beiden Enden brennt, passte wohl auf wenige so gut wie auf diesen Menschen mit seiner völligen Hingabe an die Musik.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Gustav Danzinger. Richard Wagners "Ring des Nibelungen" und die Schweizer Alpen.

Gut 15 Jahre seiner Schaffensspanne verbrachte Richard Wagner in der Schweiz. Hier entstanden unter anderem die Dichtung und große Teile der Musik zum "Ring des Nibelungen". Werke, die er "dort empfing im ruhigen, herrlichen Schweizerlande, dort, mit dem Blick auf die erhabenen, goldbekränzten Berge", wie er schreibt.

Die gigantischen Dimensionen der Schweizer Alpen, die Wagner häufig in anstrengenden Bergtouren aufsuchte, haben ganz wesentlichen Einfluss auf sein Magnum Opus gehabt, diese "geistig riesige Bergkette", wie Franz Liszt klug erkannte.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Obsession". Von Hitomi Kanehara (aus dem Japanischen von Sabine Mangold). Es liest Konstanze Breitebner.
Gestaltung: Friederike Raderer

Rin ist 22, Schriftstellerin und frisch verheiratet. Sie hat beschlossen, eine gute, traditionelle Ehe zu führen. Aber mit dieser Entscheidung hat sie bereits ihr Leben – und das ihres Mannes - ruiniert, ohne es zu wissen.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Der Überzeugungsweltmeister: Leonard Bernstein musiziert Vokalmusik.

Überall: Leonard Bernstein, zur 100. Wiederkehr des Geburtstags: CD-Editionen, Bildbände, nicht zum ersten Male mit sehr Privatem. Sogar zu Neueinspielungen großformatiger Bernstein-Kompositionen, die vormals nicht reussieren wollten, gibt das Jubiläum Anlass. Aber was bleibt uns wirklich von diesem ruhelosen Universaltalent? Jedenfalls sein exzessiver Überzeugungs- und Überredungswille bei der vielen unterschiedlichen Musik, die ihm als nachschöpfender Musiker am Herzen lag.

Auch abgesehen von Bernsteins Parforce-"Falstaff" sowie dem sich dem Schmalz nicht verweigernden "Rosenkavalier", je mit den Wiener Philharmonikern, gibt es so vieles, das neu gehört werden will! Natürlich Gustav Mahler, von Bernstein immer neu mit Herzblut erfüllt, natürlich Ludwig van Beethoven, mit dessen Himmelstürmendem sich Bernstein identifizieren konnte. Joseph Haydn wiederum brachte die "down-to-earth"-Seite des Maesto heraus, und Richard Wagner, der Zwiespältige, war sein ewiger Reibebaum – zunächst um dies und das, zuletzt um "Tristan und Isolde" hat Leonard Bernstein gerungen. Und natürlich muss auch der mit körperlichem Volleinsatz am Flügel agierende Lied-"Begleiter" Bernstein in Erinnerung gehalten werden.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Über Glauben, Erfahrungen und Erwartungen
Gestaltung: Ute Maurnböck

Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus: in jeder Gesellschaft gibt es Religionen und Glaubenssätze. Manche sind staatlich anerkannt, andere nicht. Die Pastafari etwa bemühen sich darum, dass ihre Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Österreich gesetzlich als religiöse Bekenntnisgemeinschaft anerkannt wird.

Was wer glaubt oder nicht glaubt, erzeugt heftige Diskussionen. Das Ö1 Kinderuni-Team, Hanife Ekinci, Zeren Rukiye Ekinci, Juliana Pineda, Melinda Tarmann und Norina Tarmann, möchte der Frage auf den Grund gehen, was denn nun stimmt. Und fragen Paul Tarmann vom Institut für Phiosophie der Uni Wien, woher wir wissen können, wer Recht hat. Oder geht es nur um die Entscheidung, etwas glauben zu wollen?


16:55 Das Ö1 Musiklexikon
Redaktion: Irene Suchy und Hans Georg Nicklaus


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:25 Hundert Häuser
1950 – Strandbad Gänsehäufel


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das Vereinigte Königreich der Niederlande. Mit Johannes Koll, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, WU-Wien.
Gestaltung: Martin Adel

Eine gewisse Berechtigung hat es schon, wenn 2015 die Niederländer die 200-Jahr-Feierlichkeiten ihres Staates begehen. Aber nicht nur davor, sondern auch noch danach ist die Geschichte dieses fälschlicherweise nach der größten alten Provinz auch "Holland" genannten Staats verwirrend, kompliziert und sehr "durchwachsen".

Ehemals ein großer europäischer Flächenstaat im Norden, der weit mehr als die Benelux-Staaten umfasste, lehrten die republikanischen Generalstaaten im 16. Jahrhundert Spanien das Fürchten und trennten sich vom Deutschen Reich. Ein Paradox der Geschichte: Erst nach der Französischen Revolution installierten die Niederländer ihre monarchische Verfassung! Dazwischen Aufstieg zur größten Handels- und Seefahrtsmacht und fast zerrieben im Kampf mit den Konkurrenten Frankreich und Großbritannien.

Dann, am Wiener Kongress, wieder gestärkt (nicht zuletzt durch die kurz währende Wiedervereinigung mit den Österr. Niederlanden) und völkerrechtlich bestätigt, der neuerliche Aufstieg zur nun v.a ostasiatischen Handelsmacht. Aber 1830 machte sich das katholische Belgien von den vornehmlich calvinischen Niederlanden selbständig. 1867 folgte Luxemburg diesem Beispiel.

Umsichtige und zurückhaltende Außenpolitik bescherten dem nunmehrigen europäischen Kleinstaat aber zunehmend Anerkennung und Achtung, nicht zuletzt sichtbar durch den Sitz des ständigen internationalen Gerichtshofs in Den Haag – und als Standort einiger der größten Firmenimperien der Welt. Obwohl Opfer beider Weltkriege, haben sich die Niederlande als wichtiger Player in der NATO oder der EU behaupten können. Auch im Fußball. Also kurz: "Holland", die Niederlande: eine Erfolgsgeschichte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Gedankenlesen mit Neurowissenschaft
Von Matthias Eckoldt

Die Weltöffentlichkeit wurde hellhörig, als Facebook 2017 auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz ankündigt, sich künftig dem Gehirn zu widmen: Textnachrichten sollen ohne den langsamen Umweg über die Tastatur direkt aus dem Kopf ins Display beziehungsweise gleich ins Internet gehen. Das Gehirn selbst soll dabei unangetastet bleiben, hieß es, während bei invasiven Methoden direkt die Hirnstruktur manipuliert würde. – Gedanken lesen und elektronisch manipulieren? Klingt nach Science Fiction, aber Wissenschafter und Startups im Silicon Valley arbeiten an der Realisierung.

Ein Glasfenster im Hirn soll die Steuerung und Messung der Gedanken ermöglichen. Die Tragweite dieses Prozesses ist heute im Einzelnen noch nicht überschaubar. Dass die Auflösung der zentralen Barriere zwischen der öffentlich zugänglichen Außenwelt und der privaten Innenwelt ein kulturelles Erdbeben auslösen wird, kann als sicher gelten. Insofern stellt sich beim Thema "Brainreading" die alte wie dringliche Frage, ob alles, was technologisch machbar ist, auch umgesetzt werden soll.


19:30 Bregenzer Festspiele 2018
Symphonieorchester Vorarlberg, Dirigent: Gérard Korsten; Mark Padmore, Tenor. Benjamin Britten: a) Matinées musicales op. 24; b) Nocturne op. 60 * Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36 (aufgenommen am 19. August im Festspielhaus Bregenz in Dolby Digital 5.1 Surround Sound).
Präsentation: Stefan Höfel


21:00 Im Gespräch
"Zweifel gehören zum Glauben" – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Margot Käßmann, ehem. Ratsvorsitzende der EKD (Evangelische Kirche Deutschlands)
(Erstausstrahlung am 26. Februar 2010)

Als Margot Schulze kam sie 1958 als drittes Kind in eine Handwerkerfamilie in Hessen auf die Welt. Im Jugendclub der Evangelischen Kirche ihres Heimatortes Stadtallendorf in Hessen reifte die Entscheidung, an den Universitäten Tübingen, Göttingen und Marburg Theologie zu studieren. An ihrem 23. Geburtstag heiratete sie ihren Studienkollegen Eckhardt Käßmann, auch er Theologe.

Schon früh engagierte sich Margot Käßmann in der ökumenischen Bewegung, machte neben mittlerweile 3 Kindern ihr Doktorat, wurde noch einmal Mutter und Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages. 1999 wird sie zur Landesbischöfin von Niedersachsen gewählt und in ganz Deutschland wegen ihrer klaren Standpunkte zu Glauben und Politik bekannt. Sie war beliebter Gast in deutschen Talk-Shows und eine gefragte Rednerin. Käßmann, vierfache Mutter, brachte Schwung in die Evangelische Kirche Deutschlands. Im November 2009 wird sie als erste Frau in der knapp 500-jährigen Geschichte der Lutherischen Kirche Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche Deutschlands.

Renata Schmidtkunz hat Margot Käßmann an einem kalten Februartag des Jahres 2010 zum Gespräch in Hannover getroffen. Eine Woche später trat sie von allen kirchlichen Ämtern zurück.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Oh … Superman. Die Rollen, Sorgen und Pflichten des Mannes (4).
Gestaltung: Hans Groiss

Der Ökonom der Innovation. Joseph Schumpeter und die schöpferische Zerstörung (4).
Gestaltung: Richard Brem

Brennend vor Liebe zur Musik. Leonard Bernstein: Komponist, Dirigent und Showman (4).
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton extended. Das Shape Jahr 2018 in ICAS Radio (Teil 2).
Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn

In zwei Zeit-Ton-Ausgaben im August tauchen wir in das vielgestaltige Klang-Universum der Plattform Shape für spannende neue Projekte aus dem Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst ein. Ins Leben gerufen wurde sie im Dezember 2014 von 16 Festivals des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound, das vor zehn Jahren vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst mitbegründet wurde.

Gemeinsam werden jedes Jahr 48 Künstler/innen und Projekte ausgewählt, auf die dann jeweils zwölf Monate lang die ICAS Scheinwerfer gerichtet sind. Einige davon werden Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn in diesen zwei Zeit-Ton Ausgaben näher vorstellen, – und dabei auch den einen und anderen Abstecher in die Shape Jahre 2015, 2016 und 2017 unternehmen.

*

Freitag, 24. August 2018


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Das Höchste und das Weiteste" – Zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein macht sich Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gedanken zu und von dem Menschen und Musiker. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Leonard Bernstein, am 25. August 1918 als Sohn jüdisch-ukrainischer Einwanderer in Lawrence, Massachusetts, geboren und ursprünglich Louis genannt, wird nicht nur von Roland Ropers als einer "der großen, tief religiösen und mystisch verankerten Künstler des 20. Jahrhunderts" beschrieben.

Von seiner Komposition MASS, einer Art Gottesdienst, bei dem einiges außer Kontrolle gerät, über seine Sinfonie Nr. 3, Kaddish genannt, nach dem jüdischen Totengebet, bis zu seiner Verehrung für den jüdisch-christlichen Gustav Mahler zeigt sich Leonard Bernstein als spiritueller Mensch und Musiker.

"Stille ist unsere innerlichste Art des Tuns", sagte er einmal. Und: "Wir erreichen das Höchste in Meditation, das Weiteste im Gebet. In Stille ist jedes menschliche Wesen fähig der Größe. Frei von Erfahrung von Feindseligkeiten, ein Dichter, und am ähnlichsten einem Engel. Doch Stille verlangt eine tiefgründige Disziplin, man muss sie sich erarbeiten, und sie gilt uns umso mehr darum als kostbarster Schatz".

Reinhard Scolik, Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks mit einer großen Liebe zur Musik, hat sich seit seiner Jugend mit dem Menschen und dem Musiker Leonard Bernstein auseinandergesetzt. Zum 100. Geburtstag des Weltkünstlers hat er sehr persönliche Gedanken zu und von Leonard Bernstein gesammelt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Ö1 Talentebörse


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Festivalmagazin
Festival Grafenegg * Meisterkurse und Kinderkurse bei Allegro Vivo.
Präsentation: Daniela Knaller


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Das Plakat" von Ilse Aichinger. Es liest Michou Friesz.
Gestaltung: Edith Vukan
Präsentation: Stefanie Zussner

Die Situation ist alltäglich: Eine Station der Stadtbahn um die Mittagszeit, auf dem einen Bahnsteig ein Mann, der Plakate aufklebt, auf dem anderen eine Frau mit Kind. Das neue Plakat zeigt einen Jungen am Strand, der lachend für ein Ferienlager wirbt. Zwischen der einen Seite und der anderen steht die Tafel mit der Aufschrift: "Das Betreten der Schienen ist verboten!" Ungeduldig versucht das Kind, den Jungen auf dem Plakat in sein Spiel miteinzubeziehen, ihn zum Tanzen zu bewegen, sich ihm anzunähern.

Ilse Aichinger und ihre Zwillingsschwester Helga wurden am 1. November 1921 als Töchter einer jüdischen Ärztin und eines nichtjüdischen Lehrers in Wien geboren. Sie wuchsen in Linz auf. Als sich der Vater scheiden ließ, zog die Mutter mit den Kindern wieder nach Wien, wo Ilse Aichinger die meiste Zeit bei ihrer jüdischen Großmutter bzw. in Internaten lebte. Ihre schriftstellerische Laufbahn begann bald nach Kriegsende; ihr Debütroman "Die größere Hoffnung" erschien 1947. Ilse Aichinger ist auch die Autorin von Erzählungen, Gedichten und Hörspielen.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Eva Teimel.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Miles Davis und Quincy Jones live in Montreux 1991.
Gestaltung: Helmut Jasbar

Quincy Jones ist es zu verdanken, dass Miles Davis sich für das Montreux Jazz Festival 1991 zu Wiederaufführungen seiner bis ins Jahr 1949 zurückliegenden Arbeiten mit Gil Evans bereit erklärte. Davis hat in den Jahren zuvor mit verschiedenen Kombinationen von Jazz und allen möglichen anderen Stilen experimentiert, diese einmalige Rückbesinnung auf die frühen Jahre überraschte aber auch seine Kritiker. Das musikalische Material stammt aus der Zusammenarbeit von Davis und Evans, aus Birth of the Cool, Miles Ahead, Porgy and Bess und Sketches of Spain.

"Ein historischen Konzert, welches sich als Davis' letzter großer Triumph auf der Bühne herausstellen sollte", schrieb der Kritiker Mark Deming.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß
1. Kulturwerkstatt Kammgarn
2. Leopold Museum
3. Zeughaus

1.Als "Kleinstkunstbühne" bezeichnet sich die Kulturwerkstatt Kammgarn in Hard, im Vorarlberger Unterland. Wobei Kleinstkunstbühne hier keinesfalls eine qualitative Aussage ist. Denn bereits seit 1996 bietet der Kulturelle Nahversorger in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Fabrik Hochkarätiges aus unterschiedlichsten Genres. Mit jährlich rund 130 Veranstaltungen und mehr als 15.000 Besuchern zählt die Kulturwerkstatt Kammgarn längst zu den Fixsternen des Vorarlberger Kunst- und Kulturhimmels. Neben Musik, Kabarett, oder dem erst vor wenigen Tagen zu Ende gegangen Kleinkunstfestival Foen-X, präsentiert die Kulturwerkstatt Kammgarn auch Theateraufführungen inklusive zahlreicher Eigenproduktionen sowie ein umfangreiches Kinderprogramm. Ein solches geht ab kommendem Mittwoch, den 24. August 3 Tage lang, für 8 bis 12 jährige über die Bühne. Und das von jeweils 9 bis 12 Uhr. Der Titel des Workshops ist "Sing and Dance - Musiclab für Kids"

2. Das Leo Kinderatelier im Leopoldmuseum findet jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr statt. Dort wird gemalt, gezeichnet, geknetet, geformt, gerissen, geschnitten, gedruckt und geklebt. Am Ende entstehen aus Ideen kleine und große Kunstwerke aus verschiedensten Materialien. Geeignet ist das "Leo Kinderatelier" für 6 bis 12 jährige.

3. Die aktuelle Sonderausstellung im Zeughaus in Innsbruck heißt "Frischluft – Freiheit – Fahrrad". In dieser für die ganze Familie geeigneten Schau wird die Geschichte des Fahrrades von seiner Erfindung durch Karl von Drais vor rund 200 Jahren bis in die Gegenwart nachgezeichnet.

Unter dem Titel "Pimp your bike" findet am Dienstag den 4. September von 9 bis 12 Uhr eine Kinderwerkstatt für ab 6 jährige zum Thema Fahrrad statt.


16:00 Nachrichten


16:05 Im Gespräch
"Ich war wirklich gerne Bischöfin!" – Renata Schmidtkunz im Gespräch Margot Käßmann, evangelische Bischöfin (Erstausstrahlung am 1. Juli 2018) 

Sie war als Ratsvorsitzende die erste Frau im höchsten kirchlichen Amt der evangelischen Kirche Deutschlands. Mit 1. Juni 2018 wurde sie pensioniert. Mit ihr geht eine Ära zu Ende.

"Ich kann gut loslassen, denn ich bin immer einfach Margot geblieben", sagt die 1958 in Hessen geborene Margot Käßmann. Ihr Vater war KFZ-Mechaniker. Margit wuchs in der Werkstatt, zwischen den Autos, auf. Ihre Mutter, nach dem Krieg aus Pommern (heute Polen) nach Hessen geflohen, Krankenschwester. Schon als kleinste von drei Schwestern hatte sie einen starken Willen.

Theologie studierte sie, weil sie an eine bessere, gerechtere Welt glaubte und sich dafür auch einsetzen wollte. Schon mit 22 Jahren war sie Jugendvertreterin im während des "Kalten Krieges" einflussreichen Ökumenischen Rat der Kirchen. Immer nahm sie Herausforderungen an und ließ sich auch als vierfache Mutter zur Bischöfin von Niedersachsen wählen. Für viele Jahre war sie eine der bekanntesten Frauen Deutschlands. Sogar als Bundespräsidentin wollten sie einige sehen. Aber das wollte Käßmann nicht. "Ich bin Pfarrerin", sagt sie.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz lässt sie die Jahre ihres hohen Amtes Revue passieren und erklärt, warum sie nie tiefer fallen konnte "als in Gottes Hand".


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Das Vereinigte Königreich der Niederlande. Mit Johannes Koll, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, WU-Wien.
Gestaltung: Martin Adel

Eine gewisse Berechtigung hat es schon, wenn 2015 die Niederländer die 200-Jahr-Feierlichkeiten ihres Staates begehen. Aber nicht nur davor, sondern auch noch danach ist die Geschichte dieses fälschlicherweise nach der größten alten Provinz auch "Holland" genannten Staats verwirrend, kompliziert und sehr "durchwachsen".

Ehemals ein großer europäischer Flächenstaat im Norden, der weit mehr als die Benelux-Staaten umfasste, lehrten die republikanischen Generalstaaten im 16. Jahrhundert Spanien das Fürchten und trennten sich vom Deutschen Reich. Ein Paradox der Geschichte: Erst nach der Französischen Revolution installierten die Niederländer ihre monarchische Verfassung! Dazwischen Aufstieg zur größten Handels- und Seefahrtsmacht und fast zerrieben im Kampf mit den Konkurrenten Frankreich und Großbritannien.

Dann, am Wiener Kongress, wieder gestärkt (nicht zuletzt durch die kurz währende Wiedervereinigung mit den Österr. Niederlanden) und völkerrechtlich bestätigt, der neuerliche Aufstieg zur nun v.a ostasiatischen Handelsmacht. Aber 1830 machte sich das katholische Belgien von den vornehmlich calvinischen Niederlanden selbständig. 1867 folgte Luxemburg diesem Beispiel.

Umsichtige und zurückhaltende Außenpolitik bescherten dem nunmehrigen europäischen Kleinstaat aber zunehmend Anerkennung und Achtung, nicht zuletzt sichtbar durch den Sitz des ständigen internationalen Gerichtshofs in Den Haag – und als Standort einiger der größten Firmenimperien der Welt. Obwohl Opfer beider Weltkriege, haben sich die Niederlande als wichtiger Player in der NATO oder der EU behaupten können. Auch im Fußball. Also kurz: "Holland", die Niederlande: eine Erfolgsgeschichte.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
3 Beiträge von den Alpbacher Technologiegesprächen

Veränderungen machen Angst. Gleichzeitig treiben uns in den letzten Jahren neue Technologien gleichsam vor sich her – von der Robotik bis hin zum Einsatz Künstlicher Intelligenz. Die Alpbacher Technologiegespräche fragen vom 23. – 25. August nach, wie die Menschheit den Wandel aktiv gestalten kann, um nicht inhuman zu werden.
Moderation und Redaktion: Franz Zeller


19:30 Salzburger Festspiele 2018
Renaud Capuçon, Violine; Clemens Hagen, Violoncello; Daniil Trifonov, Klavier. Claude Debussy: Sonate für Violine und Klavier g-Moll * César Franck: Sonate für Violine und Klavier A-Dur * Peter Iljitsch Tschaikowsky: Klaviertrio a-Moll op. 50 (aufgenommen am 10. August im Haus für Mozart).
Präsentation: Nicole Brunner


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Höhepunkte der Nickelsdorfer Konfrontationen 2018.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Vom 19. bis 22. Juli fanden – mittlerweile zum 39. Mal – die Konfrontationen in Nickelsdorf statt. Eines der langjährigsten und international bekanntesten Festivals für Free Jazz, improvisierte und experimentelle Musik. Zeit-Ton sendet Mitschnitte vom Samstag und Sonntag. Die beiden Tage waren mit fünf bzw. vier Konzerten pro Abend reich bestückt. Gleich zwei Großensembles standen am Programm: eines aus Tschechien mit österreichischen und internationalen Gästen sowie ein Tentett der Blockflötistin und Elektronikerin Angelica Castello.

Viele der Musikerinnen und Musiker begleitet Kurator Hans Falb seit vielen Jahren – Musiker wie der Pianist Georg Graewe, der Reedspieler Ab Baars oder der E-Gitarrist Terrie Ex sind immer wieder beim Festival zu hören. Dazu Musiker/innen der mittleren und jüngeren Generation, wie diesmal etwa Dieb13, die Pianistin Kaja Draksler, der Trompeter Peter Evans, die Vokalistin Sofia Jernberg und zahlreiche andere.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

*


Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
34. Woche – 18.08. bis 24.08.2018
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 10. August 2018

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