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ORF - ORF1/1102: Woche vom 20.07. bis 26.07.2019


Radioprogramm ORF1 – 30. Woche vom 20.07. bis 26.07.2019


Samstag, 20. Juli 2019


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Aufbruch zum Mond" – Grenzüberschreitungen jenseits der Erdumlaufbahn.
Gernot Grömer, Analogastronaut und Direktor des Österreichischen Weltraum Forums, bietet eine Reflexion zur Mondlandung im modernen Umfeld von Raumfahrt in Europa sowie einen Ausblick auf eine zukünftige Mars-Expedition und der Rolle Österreichs. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

50 Jahre Mondlandung ist eine Reflexion auf die wohl ambitionierteste Reise, die Menschen im 20. Jahrhundert unternommen haben. Sie repräsentiert wie kaum ein anderes Unterfangen unserer Gesellschaft das Streben nach technischer Exzellenz, getrieben von wissenschaftlicher Neugierde, im Spannungsfeld eines Kalten Krieges.

Diese Apollo-Missionen symbolisieren ebenso das Abenteuer Raumfahrt, wie auch die Faszination von Grenzüberschreitung auf der Suche nach Wissen. Gernot Grömer ist Analogastronaut und Direktor des Österreichischen Weltraum Forums – er bietet eine Reflexion zur Mondlandung im modernen Umfeld von Raumfahrt in Europa sowie einen Ausblick auf eine zukünftige Mars-Expedition und die Rolle Österreichs.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 nach-gehört
Edition Ö1.
Fritz von Herzmanovsky-Orlando: Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter
Gestaltung: Stephan Pokorny

An der Bahnstation Wuzelwang am Wuzel spiegelt sich der Glamour der k. u. k. Monarchie nur bedingt wider. Hier leben Bahnwärter Zwölfaxinger und seine lockige Tochter Innozentia, genannt Nozerl. Das Dasein geht beschaulich vonstatten, täglich passiert nur ein Zug, wenngleich der Zwölfuhrzug auch gerne einmal erst um halb acht am Abend kommt. Eines schönen Tages fährt ein "schlichter, doch vornehmer Reisender" per Sonderzug ein ?

Wolfram Berger spielt, spricht, tanzt den Teuxelsieder Franz, den Mörder Rinaldo Rinaldini und das schöne, verführerisch naive Nozerl. Er ist Dagobert Pappelberg, zwei englische Pagen, ein k. k. Doppeladler, mehrere Lämmlein, Seine Majestät der Kaiser, die Gräfin Primitiva von Paradeyser und viele andere mehr. Gemeinsam mit dem Akkordeonisten Christian Bakanic verwandelt er das Stück von Fritz von Herzmanovsky-Orlando (1877-1954), in weit mehr als ein Schmunzeln über die k. u. k. Zeit.


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
"Not because it´s easy – because it´s hard!"
Der Wettlauf der USA zum Mond – und andere Geschichten.
Feature von Gerald Navara

1969 findet das erste globale Medienereignis der Geschichte statt. Fast 700 Millionen Menschen verfolgen rund um den Globus LIVE im Fernsehen die Mondlandung der Amerikaner, einzig die Bewohner/innen der Sowjetunion erfahren nur aus der Parteizeitung PRAWDA von diesem Ereignis.

Acht Jahre davor hat US-Präsident J.F. Kennedy die Reise zum Mond angekündigt: "We choose to go to the moon …. and do the other things". - "Wir haben beschlossen zum Mond zu fliegen … und werden auch die anderen Dinge tun".

Die NASA ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in der Lage einen Astronauten rund um die Erde zu schicken. Eineinhalb Jahre vor der Rede des US-Präsidenten hat das bereits der Russe Juri Gagarin als erster Mensch geschafft. Technologisch scheint die UdSSR überlegen. Die USA stehen vor einer Zerreißprobe. Im Inneren erschüttert von gewalttätigen Rassenunruhen, manche Landesteile stehen am Rand eines Bürgerkrieges, in der Welt konfrontiert mit der Sowjetunion im Osten Europas, dem kommunistischen China und den von beiden unterstützten Befreiungsbewegungen in Südamerika, Afrika und Asien. Nach Korea wird nun Vietnam der nächste Kriegsschauplatz.

Mehr als 400.000 Menschen werden im Mondprogramm beschäftigt, die Geldflüsse scheinen endlos und im Gegensatz zu den Russen beginnt eine beispiellose Medienschlacht.

Auch der ORF ist am 20. und 21. Juli 1969 insgesamt 28 Stunden lang live dabei, als Armstrong und Aldrin auf dem Mond landen und den Erdtrabanten betreten. Nur 19 Minuten davon sind heute noch im ORF-Archiv vorhanden.

Hugo Portisch, Peter Nidetzky und die junge Dolmetscherin Ingrid Kurz kommentieren die Fernsehpremiere – 50 Jahre danach erinnern sie sich an die perfekte Medieninszenierung der Mondlandung.

In der amerikanischen primetime, die bei uns damals noch Haupteinschaltzeit heißt, finden die Aktionen der Astronauten statt.

In Österreich ist es drei Uhr früh, dennoch sind hunderttausende Österreicher/innen mit dabei. Die Grußbotschaften, an die gesamte Menschheit gerichtet, sind perfekt einstudiert. Die Amerikaner betonen ausdrücklich ihre friedlichen Absichten. So wird entschieden, dass ein Zivilist als erster den Mond betritt: Neil Armstrong. Aber die Flagge der USA wird demonstrativ mit Blick auf die Erde aufgestellt.

Ein zehnjähriger Bub erlebt die Live-Übertragung der Mondlandung. Dieses Ereignis wird für sein späteres Leben und seine Karriere als Wissenschafter entscheidend sein. Christian Köberl ist heute Generaldirektor des Naturhistorischen Museums in Wien, Geochemiker, Universitätsprofessor für Impaktforschung und Planetare Geologie.

Der einzige Wissenschafter unter den insgesamt zwölf Amerikanern, die in sechs Missionen Mondstaub aufgewirbelt haben, ist der Geologe Harrisson "Jack" Schmitt: Er und Eugene Cernan sind die letzten, die bis heute den Mond betreten haben.

Ein Feature über Politik, Propaganda, Wissenschaft – und die Erinnerung an ein unvergessliches Medienspektakel

Redaktion: Eva Roither


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem Schüttkasten der Salzburger Festspiele. Gäste: Peter Sellars, Gottfried von der Goltz.
Präsentation: Helmut Jasbar

Im Schüttkasten der Salzburger Festspiele am Herbert von Karajan-Platz hat Gestalter Helmut Jasbar einen der berühmtesten Theater-Regisseure unserer Zeit zu Gast, Peter Sellars, der nicht nur die Eröffnungsproduktion (Mozarts "Idomeneo") inszeniert, sondern genau eine Woche nach dem "Klassik-Treffpunkt" auch die immer mit Spannung erwartete Eröffnungsrede der Festspiele halten wird.

Das Orchester der "Idomeneo"-Produktion ist das Freiburger Barockorchester, dessen künstlerischer Leiter Gottfried von der Goltz ebenfalls zu Gast im "Klassik-Treffpunkt" ist. Mozarts Opera seria "Idomeneo" gilt die Eröffnungspremiere der Festspiele am 27. Juli und wie schon 2017 ("La clemenza di Tito"), erarbeiten Peter Sellars und Dirigent Teodor Currentzis gemeinsam mit dem Freiburger Barockorchester das Werk.

Im Rahmen des Mozartjahres 2006 organisierte Sellars das "New Crowned Hope" Festival in Wien. In den Jahren 2010 und 2014 inszenierte er in Zusammenarbeit mit Simon Rattle und Simon Halsey die szenischen Aufführungen von Bachs Matthäus- bzw. Johannespassion für die Berliner Philharmonie. Peter Sellars ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Gottfried von der Goltz stammt aus einer Musikerfamilie und wurde in Hannover und an der New Yorker Juilliard School sowie bei Rainer Kussmaul in Freiburg zum Geiger ausgebildet. Mit 21 Jahren wurde er Mitglied des NDR Sinfonieorchesters und war 1987 Mitbegründer des Freiburger Barockorchesters, das er meist vom Konzertmeisterpult aus leitete. Bis 2017 teilte er sich diese Aufgabe mit Petra Müllejans, seither hat er die musikalische Leitung des Orchesters gemeinsam mit dem Pianisten Kristian Bezuidenhout über. In dieser Funktion und als Barockgeiger hat sich Gottfried von der Goltz zu einem international bekannten Spezialisten etabliert, der auch mit CD-Einspielungen, wie z.B. Musik des Dresdner Barock und der Bach-Söhne, die Fachwelt beeindruckt hat. Seine Diskografie, verschiedene Gastdirigate und Opernproduktionen beweisen jedoch, dass sich Gottfried von der Goltz ein vielfältiges Repertoire mit Werken des 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart erarbeitet hat. Nach Unterrichtstätigkeiten als Professor für Barockvioline an der Hochschule für Musik Würzburg wurde der Musiker 2004 zum Professor für Violine/ Barockvioline an der Freiburger Musikhochschule ernannt.

Nehmen sie als Ö1 Publikum teil an diesem "Klassik-Treffpunkt", entweder im Schüttkasten in der Salzburger Innenstadt oder bei der Liveübertragung an Ihren Empfangsgeräten.


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Die Mondnacht". Von Stanislaw Lem. Mit Bodo Primus, Horst Michael Neutze, Reinhard Glemnitz, Manfred Schott, Gisela Hoeter, Übersetzung: Klaus Staemmler, Regie: Dieter Hasselblatt (Produktion: BR/NDR/SDR/SFB 1976).

Hinter dem romantisch klingenden Titel verbirgt sich die harte Realität einer möglichen Krisensituation in einer wissenschaftlichen Forschungsstation im All. Zwei Mondforscher müssen in Stanislaw Lems 1963 geschriebenem Science-Fiction-Thriller kurz vor ihrer Ablösung entdecken, dass der Sauerstoff wegen eines Lecks im Reservoir nur für einen der beiden reicht …

Stanislaw Lem (1921-2006) war einer der weltweit bekanntesten Science-Fiction-Autoren, ein Visionär und Utopist, der zahlreiche komplexe Technologien Jahrzehnte vor ihrer tatsächlichen Entwicklung erdachte. Ein wiederkehrendes Thema seiner Romane und Essays sind philosophische und ethische Aspekte des technologischen Fortschritts.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer.
"Sommernachtsgala Grafenegg". Werke von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Georges Bizet, Giuseppe Verdi, Jules Massenet, Franz von Suppé, Fritz Kreisler, Franz Lehár u.a. (Tonkünstler-Orchester, Yutaka Sado, Sonya Yoncheva, Ludovic Tézier, Emmanuel Tjeknavorian; aufgenommen am 13. und 14. Juni im Wolkenturm in Grafenegg).


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Gurus, Geister, Gegenbilder. "Diagonal" über den "Summer of Hate". Eine Sendung von Thomas Mießgang und Christine Scheucher

* Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon.

"Wir schreiben das Jahr 1969 und es herrscht Krieg in den USA", das singt der junge Iggy Pop 1969 auf dem Debütalbum der "Stooges". Die Nachwuchsband aus Michigan bringt damit auf den Punkt, was viele US-Amerikaner empfinden. Der Krieg in Vietnam wird immer verfahrener und fordert beständig neue Opfer, der konservative Richard Nixon wird im Jänner 1969 als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt, und die Hippie-Bewegung, die von Kalifornien aus das Recht auf Bewusstseinserweiterung und freie Liebe gepredigt hat, verliert endgültig ihre Unschuld.

Wenige Tage bevor sich hunderttausende Jugendliche in Woodstock unter dem Symbol der Friedenstaube versammeln, bricht eine Gruppe junger Menschen in eine Villa in Beverly Hills ein und richtet unter den Bewohnerinnen des Anwesens ein Gemetzel an – unter den Opfern die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, deren Ehemann Roman Polanski gerade in Europa dreht. Nur einen Tag später wird das Unternehmerehepaar LaBianca auf ähnlich barbarische Weise ermordet. Befohlen wurden die Morde von Hippie-Guru Charles Manson, der seine jugendliche Gefolgschaft mit Drogen gefügig gemacht und indoktriniert hatte.

Bereits am Ende des "Summer of Love" veranstalteten die Bewohner Haight-Ashburys, die nach und nach vor dem Zustrom abtrünniger Teenager und sensationslüsterner Reporter in Wüsten-Kommunen flüchteten, den "Death of Hippie"-Marsch. Das endgültige Ende des Love&Peace-Mythos markierte aber ein Festival, das im Dezember 1969 vom Management der Rolling Stones auf dem Altamont Speedway organisiert worden war. Während die Stones auf der Bühne "Sympathy for the Devil" spielten, ermordete ein Mitglied der Hells Angels vor laufender Kamera den afroamerikanischen Jugendlichen Meredith Hunter.


19:00 Nachrichten


19:05 Tao – aus den Religionen der Welt
"Mondsüchtig". Eine Reise durch die Religionen der Welt auf den Spuren des Mondes anlässlich des Ö1-Schwerpunktes zur Mondlandung vor 50 Jahren. –
Gestaltung: Sabine Nikolay

Am Beginn der Zivilisationen war der Mensch den Jahreszeiten, dem Wetter und seinen Extremen ausgeliefert. Der Zusammenhang der Kräfte des Himmels mit dem Wohlergehen des Menschen war eng – und so kamen Sonne und Mond, den beiden Himmelskörpern, die am prominentesten zu sehen sind, bei der Entstehung der ersten Religionen eine wichtige Bedeutung zu.

Während die Sonne in Japan, China oder Mittel- und Südamerika oft als Lebensspenderin galt, stand der Mond mit seiner sich ständig ändernden Gestalt für das Mythisch-Geheimnisvolle. Oft wurden sie als Bruder und Schwester gesehen – wobei die Geschlechtszuschreibung der beiden Himmelskörper bzw. der ihnen zugeordneten Götter/Göttinnen variiert.

Bis heute bedeutend ist der Einfluss der beiden Gestirne zur Berechnung des Jahreszyklus in Form eines Kalenders: Im Buddhismus gibt es Mondmonate ebenso wie im Judentum und im Islam, während sich das christliche Jahr – oft, aber nicht ausschließlich – an der Sonne orientiert. Doch auch im Christentum gilt: Viele Feste sind im Jahresablauf "mobil" Und weil es im muslimischen Kalender keine Schalttage gibt, "wandert" der muslimische Fastenmonat Ramadan im Laufe der Zeit gar durch das ganze Jahr.

"Tao" unternimmt anlässlich des Ö1 Schwerpunktes zur Mondlandung vor 50 Jahren eine Reise durch die Religionen der Welt auf den Spuren des Mondes und seiner Bedeutung von den alten Religionen bis heute, von Frau Luna über die Mondsichelmadonna bis zur Mondin in neureligiösen Bewegungen.


19:30 Giuseppe Verdi: "La Forza del destino"
Mit Anna Netrebko (Leonora), Jonas Kaufmann (Don Alvaro), Ludovic Tézier (Don Carlo de Vargas), Ferruccio Furlanetto (Padre Guardiano), Alessandro Corbelli (Fra Melitone), Veronica Simeoni (Preziosilla), Robert Lloyd (Marchese di Calatrava) u.a.
Chor und Orchester des Royal Opera House, Covent Garden; Dirigent: Sir Antonio Pappano (aufgenommen am 5. April 2019 im Royal Opera House Covent Garden, London)
Präsentation: Chris Tina Tengel.


22:40 Nachrichten


22:43 Nachtbilder – Poesie und Musik
Sommerreprisen: "Auf einem Teppich aus Luft". Von Hans Raimund. Es liest: Till Firit. Gestaltung Nikolaus Scholz, Redaktion Edith-Ulla Gasser

Die Auswahl von Gedichten aus dem Werk von Hans Raimund gibt einen umfassenden Einblick in die Werkphasen eines der wichtigsten zeitgenössischen Lyriker.

Hans Raimund wurde 1945 in Petzelsdorf bei Purgstall an der Erlauf geboren. Nach Jahren als AHS-Lehrer in Wien war er im Redaktionsteam der niederösterreichischen Literaturzeitschrift "das pult", und lebte später als Lehrer und Autor in Duino bei Triest. Seit 1997 liegt Raimunds Lebensmittelpunkt wieder in Österreich, und zwar in Hochstraß bei Lockenhaus im Burgenland, sowie in Wien. Hans Raimunds Prosa- und Lyrikbände wurden in viele Sprachen übersetzt und durch zahlreiche Preise gewürdigt.

(Erstsendung: 13.12.2014)


23:38 Die Ö1 Jazznacht
Jazz am Mond. Thomas Stempkowski im Studio, "Schnellertollermeier" beim Jazzfestival Saalfelden 2018.
Gestaltung: Christian Bakonyi

Die "Jazznacht" bringt, anlässlich des 50. Jahrestags der Mondlandung, Jazz-Tunes, die sich in weitester Form mit dem Himmelsgestirn auseinandersetzen. So stehen neben "Moonlight in Vermont", "What a Little Moonlight Can Do" und Van Morrisons "Moondance" jede Menge anderer "Moon Songs" auf dem Programm.

Zudem präsentiert Christian Bakonyi den Mitschnitt des Konzerts der aus Luzern stammenden Gruppe "Schnellertollermeier" beim Jazzfestival Saalfelden 2018. Und er bittet den in Wien beheimateten Kontrabassisten Thomas Stempkowski zum Gespräch, der sich dank seiner Mitwirkung in Bands wie "Stringquantet" oder "Para" sowie – seit 2012 – als Organisator der Konzertreihe "Quanten – Kammer für Musik" zu einem Aktivposten der österreichischen Improvisationsmusikszene entwickelt hat.

*

Sonntag, 21. Juli 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung) Jazz am Mond. Thomas Stempkowski im Studio, "Schnellertollermeier" beim Jazzfestival Saalfelden 2018.
Gestaltung: Christian Bakonyi

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten.

Die "Jazznacht" bringt, anlässlich des 50. Jahrestags der Mondlandung, Jazz-Tunes, die sich in weitester Form mit dem Himmelsgestirn auseinandersetzen. So stehen neben "Moonlight in Vermont", "What a Little Moonlight Can Do" und Van Morrisons "Moondance" jede Menge anderer "Moon Songs" auf dem Programm.

Zudem präsentiert Christian Bakonyi den Mitschnitt des Konzerts der aus Luzern stammenden Gruppe "Schnellertollermeier" beim Jazzfestival Saalfelden 2018. Und er bittet den in Wien beheimateten Kontrabassisten Thomas Stempkowski zum Gespräch, der sich dank seiner Mitwirkung in Bands wie "Stringquantet" oder "Para" sowie – seit 2012 – als Organisator der Konzertreihe "Quanten – Kammer für Musik" zu einem Aktivposten der österreichischen Improvisationsmusikszene entwickelt hat.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Unter anderem mit Beiträgen zum Ö1-Schwerpunkt 50 Jahre Mondlandung: Die Nonne und die Sterne – Porträt der Dominikanerin und Astrophysikerin Constanze la Dous alias Sr. Lydia +++ Die Kloster-Sternwarte - Astronomie im Stift Kremsmünster

1. Die Nonne und die Sterne – Porträt der Dominikanerin und Astrophysikerin Constanze la Dous alias Sr. Lydia

Nach dem Abitur studierte Constanze la Dous, die 1956 in der Nähe von Hannover geborene Tochter eines Schauspielers, in München Physik und anschließend Astrophysik. Nach ihrer Habilitation lehrte sie an Universitäten und arbeitete an internationalen Forschungseinrichtungen in den USA, England, Italien, Spanien und in Deutschland. Das Spezialgebiet von Lydia la Dous war eine besondere Art von Doppelsternen. Theologische Fragen kamen in all den Jahren damals nie auf, doch das sollte sich grundlegend ändern. Sie trat in den Dominikanerinnenorden ein und lebt mittlerweile in einem Regensburger Kloster in strenger Klausur. Ihre Liebe zur Astrowissenschaft aber blieb bestehen. Maria Harmer mit einem akustischen Porträt der Astrophysikerin, die meint: "Naturwissenschaft kann ein Weg zum Glauben sein".

2. Die Kloster-Sternwarte – Astronomie im Stift Kremsmünster

Die Astronomie war Jahrhunderte lang ein bedeutendes Forschungsfeld der Benediktiner im Stift Kremsmünster in Oberösterreich. Einen enormen Aufschwung erlebte die dortige astronomische Forschung durch die Errichtung einer großen Sternwarte, finanziert durch Maria Theresia. Die österreichische Monarchin hat damals in Kremsmünster eine Ritterakademie gestiftet, und so erfuhr die wissenschaftliche Forschung im Stift einen entscheidenden Schub. Mehr über eines der bedeutendsten historischen Observatorien der Welt und seine Funktion als moderne naturwissenschaftliche Arbeitsstätte von Wolfgang Slapansky.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"So hinan denn! Hell und heller" – Katharina Knap liest Mondgedichte aus drei Jahrhunderten.
Gestaltung: Gudrun Hamböck und Stephanie Maderthaner

Manchmal entrückt er die Welt, manchmal verwandelt er sich selbst; häufig leuchtet er den Liebenden, mitunter ist er selbst verliebt – mit tragisch-komischer Anhänglichkeit. Der Mond – noch vom Menschen unbetreten – ist dessen Nachtgefährte und Gedankenfreund, gleichermaßen erotisierend wie unheimlich, vereinzelnd wie verbindend, einmal ein zauberisch-engelhaftes Wesen, dann wieder eine kalte Laterne über den Freuden und Qualen der Welt. Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, Annette von Droste-Hülshoff, Georg Heym, Christine Lavant, Ricarda Huch, Rainer Maria Rilke, Hertha Kräftner, Hans Arp und Günter Kunert.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
Die Weltraumarchitektin und -designerin Barbara Imhof plant Behausungen, die nicht von dieser Welt sind. "Die Astronautin und der Astronaut können sehen was vor ihnen liegt. Was im Bereich ihrer Beine passiert, bemerken sie nicht".
Gestaltung: Petra Erdmann

Die Wienerin Barbara Imhof betreibt mit einem Team das Weltraum-Architekturbüro "Liquifer. Space Architecture". Die 49-Jährige entwirft Lebensräume für die Schwerelosigkeit, seit 15 Jahren auch in Kooperation mit der Esa und Nasa.

In der fernen Zukunft werden sich Generationsraumschiffe aufmachen, um den Mond und den Mars als neuen Lebensraum zu besiedeln. Arbeitsräume mit besonderen Anforderungen sind die Planeten und Space-Shuttles bereits. Gehen die Allarbeiter schlafen, tun sie das logischerweise nicht im Bett. Sie schlüpfen in eine Art feuerfesten Schlafsack. Anstelle eines Nachtkästchens hat dieser Schlafsack Taschen, in denen sich Lesematerial oder die Fotos seiner weit entfernten Liebsten bei sich tragen lassen.

Aber wie kann man es sich im All gemütlich machen? Wie werden neue Freizeitareale ausschauen? "Faltbar", sagt Barbara Imhof und weiß, dass dann konventionelle Konstruktionen obsolet werden. Denn in Häusern mit Zimmereinheiten zu planen, macht bei den gigantischen Dimensionen im Weltraum wenig Sinn. Türen sind nicht geeignet, um bei den extremen Temperaturunterschieden ins Freie zu führen. Dann schon eher Schleusen.

Barbara Imhof denkt, dass in rund 15 Jahren der Mars und der Mond mit Robotern vollautomatisiert bebaut werden können. Sie arbeitet gerade an einer Technik, mit der Roboter nur mit Sand und der Hitze der Sonne Bausteine verkleben sollen und so vollautomatisiert Architektur im All entstehen kann.

Imhof hat in Wien, London und Los Angeles studiert und ihren Master of Space Studies in Straßburg gemacht. Mehrfach und international ausgezeichnet für ihre Weltraumforschung, hofft sie auch auf eine bessere Zukunft von Wissenschafterinnen und setzt auf weibliche Vernetzung.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Ambiente Spezial anlässlich des Ö1 Schwerpunkts Mond: Mit "Ambiente" ins All. Eine Ö1 Wissenschaftsreise zur ESA nach Deutschland und in die Niederlande. Von Matthias Haydn. Redaktion: Ursula Burkert.

Die ESA wurde 1975 gegründet und erforscht seitdem den Weltraum und entwickelt Raumfahrtmissionen. Die europäische Weltraumorganisation hat "Ambiente" eingeladen und hinter die Kulissen blicken lassen, und zwar ins Raumfahrtkontrollzentrum ESOC nach Darmstadt sowie ins Wissenschafts-und Technologiezentrum ESTEC ins holländische Noordwijk.

Exklusiv gaben Wissenschafter/innen der Organisationen Interviews zu ihren Forschungsthemen. So gibt es Einblicke in die Arbeiten zur aktuellen Marsmission ExoMars, zur Umweltbeobachtungsmission Copernicus und Nachbetrachtungen zur Rosetta-Mission, die zum Kometen Tschurjumow Gerasimenko führte. Der Wiener Astronom, Physiker und Wissenschaftshistoriker Peter Habison begleitete die Reise.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Berliner Philharmoniker, Dirigent: Tugan Sokhiev; Marianne Crebassa, Mezzossopran.
Sergej Prokofjew: Suite aus der Filmmusik "Leutnant Kijé" op. 60 * Maurice Ravel: Shéhérazade, drei Lieder nach Gedichten von Tristan Klingsor * Sergej Prokofjew: "Romeo und Julia", Ballettmusik op. 64 (Suite, zusammengestellt von Tugan Sokhiev) (aufgenommen am 29. Juni in der Waldbühne Berlin).

Die Berliner Philharmoniker und Dirigent Tugan Sokhiev – Musikalischer Leiter des Moskauer Bolschoi-Theaters - profilieren sich in diesem Freiluftkonzert als Geschichtenerzähler. Wir erleben Prokofjews humorvolle Musik zur Filmsatire Leutnant Kijé, reisen in den Orient mit Maurice Ravels flirrend-sinnlichen Sheherazade-Liedern (Solistin: Marianne Crebassa) und werden mit Prokofjews Ballettmusik Romeo und Julia Zeugen der berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten.
(Berliner Philharmoniker)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Berliner Philharmoniker, Dirigent: Tugan Sokhiev (aufgenommen am 29. Juni in der Waldbühne Berlin).


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 Tolle Titel – starke Stücke
Präsentation: Gerhard Hafner


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
"Kakteen und Rosen" – in memoriam Balduin Sulzer

Er zählte zu den namhaftesten Komponisten und Pädagogen der österreichischen Musikszene. Für sein musikalisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, als Lehrer und Entdecker konnte er auf so prominente Schüler wie Franz Welser-Möst verweisen.

Im April dieses Jahres starb der Komponist Balduin Sulzer.

1932 wurde er in Großraming in Oberösterreich geboren. Seine Ausbildung erhielt er in Linz, Wien und Rom, wobei er sich vielseitig musikalisch interessierte. Er belegte die Fächer Klavier, Orgel, Tonsatz, Gregorianik und Musikerziehung.

Nach mehrjähriger Tätigkeit als Musikerzieher am Stiftsgymnasium in Wilhering, als Korrepetitor am Linzer Brucknerkonservatorium und als Domkapellmeister arbeitete Sulzer auch als Lehrer am Linzer Musikgymnasium. Er lebte als "Pater Balduin", als Zisterzienser im Stift Wilhering, im Musikzimmer des Klosters fand auch das Gespräch für die "Menschenbilder" statt.

Der Werkkatalog des Komponisten Balduin Sulzer umfasst an die 170 Werke, darunter sind viele Auftragswerke. Ob Oper oder Symphonie, Sulzer wollte sich nie festlegen lassen.

"Programme müssen intelligent gestört werden", sagte er. Wichtig sei ihm "der Moment der emotionalen Überraschung beim Hören einer Komposition".

Gestaltung: Heinz Janisch


14:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Die lyrische Sopran-Stilistin – Erinnerungen an Miriam Gauci an der Wiener Staatsoper.
Ausschnitte aus Opern von Arrigo Boito, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Jules Massenet.
Gestaltung: Michael Blees

Die leidenden Frauengestalten in Opern von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini waren ihre Domäne – als Cio-Cio-San in "Madame Butterfly", als Margherita in "Mefistofele" oder als Elisabetta in "Don Carlo" hat die maltesische Sopranistin Miriam Gauci zwischen 1992 und 2005 immer wieder das Wiener Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Ihr Markenzeichen war ein geschmeidig lyrischer, technisch souverän geführter Sopran, den sie im klugen Wissen um ihre Möglichkeiten nie überstrapaziert hat. Ausflüge in dramatische Regionen hat sie gemieden, hat deshalb ihr zentrales Repertoire, mit dem sie an vielen bedeutenden Bühnen der Welt in Europa und Amerika gefeiert wurde, eher klein gehalten.


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen Klassiksommer, Teil 2

Charles Baudelaire: Der Spleen von Paris, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Simon Werle)

Raymond Queneau: Zazie in der Metro, Roman, Suhrkamp Verlag (Übersetzung: Frank Heibert)


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Die ersten drei Alben von Ludwig Hirsch.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Vor 40 Jahren erschien das Album "Komm, großer schwarzer Vogel" des Schauspielers und Musikers Ludwig Hirsch. Es war sein wunderbarer Zweitling nach dem epochalen Album "Dunkelgraue Lieder", das ein Jahr davor veröffentlicht worden war. Im Jahr 1980 legte Hirsch dann noch den ebenso gelungenen Tonträger "Zartbitter" nach.

Eine Würdigung dieser ersten drei Veröffentlichungen von einem Großen des Austropop.


17:55 Schon gehört?
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18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Die Nachkommen von General "Bi-Pi"
Eine Bestandsaufnahme der über 100 Jahre alten Organisation der Pfadfinder

Mit seinem Buch "Scouting for Boys" legte der hochdekorierte britische General Robert Baden-Powell den Grundstein einer Bewegung, der weltweit über 38 Millionen Kinder und Jugendliche in 216 Ländern der Welt angehören.

Gegründet als Erziehungskonzept für Jugendliche, verbreitete sich die Idee von Großbritannien aus rasch über ganz Europa. Die ersten Vereine in Österreich entstanden um 1912.

Was macht heute noch den Reiz der "Pfaderer" aus – immer noch eine der größten Verbände für Jugendarbeit.

Gestaltung: Lukas Tremetsberger & Marie-Claire Messinger


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Die Ausstrahlung des Monds und die Faszination der unendlichen Weiten des Weltraums haben sich auch im Kabarett niedergeschlagen: eine extraterrestrische Spurensuche.
Gestaltung: Peter Blau

Das Universum, die Planeten und speziell der Mond haben auch in der Satire ihren Platz gefunden. In Contra bieten wir eine heitere Sammlung der bekanntesten Weltraumphantasien und Planetengeschichten. Josef Hader fliegt zum Mond und überholt dabei Neil Armstrong. Stefan Waghubinger möchte Raumfahrer werden und gedenkt der ersten Hündin im Weltall. Sebastian Krämer beklagt die Abwesenheit des Vollmonds, wenn man ihn mal braucht. Pirron und Knapp sind "Mondsüchtig". Und Helmut Qualtinger, Kurt Sowinetz und Loriot diskutieren ernsthaft die Existenz von kleinwüchsigen Mondmenschen.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Ein Duo als üppige Indie-Band: SFYA alias Su Rehrl und Marc Bruckner.
Gestaltung: Helmut Jasbar

SFYA wird wie "sphere" ausgesprochen und steht für "Simply For Your Attention". Das Duo lässt minimalistische Patterns hören, die mit Samples und Loops entwickelt und verdichtet werden. Sängerin Su Rehrl und Multiinstrumentalist Marc Bruckner (Perkussion, Elektronik, Loops) schaffen einen Genrebogen, der von Pop über Singer-Songwriter-Poesie bis zu Soundtrack-artigen Stücken reicht. So schaffen es die beiden, vergessen zu machen, dass hier nur zwei Musizierende auf der Bühne stehen: SFYA klingt wie eine üppige Indie-Band, die sich auch sperrigem Material gegenüber nicht verschließt.


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Die Ursonate. Kurt Schwitters dadaistisches Lautgedicht.
Feature von Matthias Haydn

Die "Ursonate" oder "Sonate in Urlauten" ist wohl das bekannteste Werk des 1887 in Hannover geborenen Künstlers Kurt Schwitters. Sie schwebt zwischen verschiedenen Kunstgattungen: Sie ist Literatur, Musik, bildende Kunst und Performance. Kurt Schwitters arbeitet neun Jahre lang an seiner phonetischen Dichtung – inspiriert haben ihn Plakatgedichte von Raoul Hausmann. 1932 veröffentlicht Schwitters das Werk in der Nummer 24 seiner Zeitschrift "Merz".

Im Sommer des gleichen Jahres baut er eine Hütte auf der norwegischen Insel Hjertøya um – dort wird er in Zukunft die Sommermonate verbringen. 1937 wandert der als "entartet" diffamierte Künstler sogar auf die Nordseeinsel aus. 60 Jahre später reist der Berliner Autor, Journalist und Künstler Wolfgang Müller nach Hjertøya. Er findet Kurt Schwitters' unversperrte Hütte und entdeckt darin zahlreiche Kunstwerke, die Schwitters dort zurückgelassen hatte. Eine andere Entdeckung fasziniert ihn noch mehr: Er ist überzeugt, dass die vielen Stare von Hjertøya Schwitters Ursonate singen.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Charles Mingus als Modernist, Traditionalist und politischer Geist.
Gestaltung: Andreas Felber

Als progressiver Traditionalist wurde Charles Mingus immer wieder bezeichnet, und davon zeugt auch sein vielleicht bekanntestes Schallplattenwerk: "Mingus Ah Um", aufgenommen im Mai 1959 in New York, enthält einige der bekanntesten Kompositionen des Kontrabassisten, die ambitioniertes Zeitgenossentum mit eklektischen Rückgriffen auf die Geschichte afroamerikanischer Musik verbinden: Gospel-Songs ("Better Git It In Your Soul") und New-Orleans-Jazz ("Pussy Cat Dues") fungieren ebenso als Referenzpunkte wie die Musik von Jelly Roll Morton und Duke Ellington.

Zudem intoniert das mit ausgezeichneten Solisten (u.a. den Saxofonisten John Handy und Booker Ervin sowie Pianist Horace Parlan) besetzte Mingus-Septett zwei mittlerweile zu Standards gewordene Tunes: "Goodbye, Pork Pie Hat", der Schwanengesang auf den 1959 verstorbenen Saxofonisten Lester Young, sowie "Fables of Faubus", die sarkastische Hommage an den rassistischen Gouverneur von Arkansas, zugleich die berühmteste musikalische Manifestation des politischen Widerstandsgeists Charles Mingus. Ein Album, das wahrlich die Bezeichnung "Klassiker der Jazzgeschichte" verdient!


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
Ö1 "Kunstgeschichten": "Drei Pferde, von meiner Schwester gesungen". Von Herbert Maurer. Es liest: der Autor. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

Wolfgang Heimbach war ein norddeutscher Porträt- und Genremaler der Barockzeit. Das Kunsthistorische Museum in Wien besitzt von ihm das Porträt des Habsburgers Leopold Wilhelm von Österreich, sowie ein "Nächtliches Bankett". Wolfgang Heimbach soll gehörlos gewesen sein, taubstumm nannte man das früher. "Er wählte die Langsamkeit des Pinsels, die Dunkelheit im Schatten der Pferde, die absolute Finsternis der Augen seiner Schwester, den Schein der spärlichen Kerzenleuchter am Hof der Habsburger, die für ihn, den Nordseemenschen, ohnehin nur finstere Gestalten waren", schreibt Herbert Maurer über Wolfgang Heimbach. Maurer lässt in seinem Text den gehörlosen Maler Heimbach den Lärm eines nächtlichen Banketts malen. Aus diesem Bild reitet Heimbach mit seiner geliebten Schwester in die Landschaft hinaus. Doch die Geschichte hat kein glückliches Ende.

Herbert Maurer, geboren 1965 in Wien, studierte Sprachenwissenschaften in Venedig, Jerusalem, Köln, Bilbao und Jerewan. Während seines dreijährigen Aufenthalts in Armenien arbeitete er für die österreichische Erdbebenhilfe und als Journalist für internationale Medien. Herbert Maurer schreibt Essaybände, Erzählungen und Theaterstücke sowie Übersetzungen armenischer Gegenwartsliteratur. Er wurde unter anderem mit der Werfel-Medaille und dem Rheingau-Literaturpreis geehrt, und arbeitet als auch Sprecher und Moderator.


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
40 Jahre Konfrontationen Nickelsdorf.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Vor 40 Jahren – oder sollte man besser sagen – seit 40 Jahren erfüllt (e) sich der Nickelsdorfer Gastwirt Hans Falb einen Traum. Er fing an, im Keller und Gastgarten seines Gasthauses Konzerte und auch ein jährliches Festival für freien Jazz und improvisierte Musik zu veranstalten. Wien, wo liegt denn das? So fragte einmal vor Jahrzehnten ein Musiker aus irgendwo in der Welt und wusste bescheid als er die Antwort bekam: Na, in der Nähe von Nickelsdorf.

… Autobahnbau und Mauerfall, Veränderungen der Finanzierung: Die Konfrontationen sind durch Höhen und Tiefen gegangen und sind immer noch lebendig wie eh und je. Anlässlich des Jubiläums bat die Zeit-ton Redaktion Kurtator Hans Falb und seine Mitarbeiter um persönliche Highlights der Festivaljahre.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
RADIONOVELAS
I had the first time of my life
von Judith Nika Pfeifer und Jörg Lukas Matthaei Im Film sind es die großen Gefühle – im Ö1 Kunstradio auch.

Wir sehen uns umgeben von einer überbordenden Konjunktur des Narrativen, in der die Streaming Dienste immer wieder neue Konstellationen zusammenschrauben zu erstaunlichsten Hybriden:

Hausfrauen mutieren zu Zombies und werden von ihren Familien durchgefüttert; Vampire entpuppen sich als Teenie-Idole mit Herzschmerz; ganze Suburbs probieren gegenseitig ihre Ehepartner durch; korrupte Lokalpolitik dient als folkloristischer Background für in Highheels stiefelnde Vorstadttussis aus Döbling; zölibatäre Schüler werden von der sextherapeutischen Mutter zum Experten getrimmt. Und schon wieder wird eine Jungfrau ungewollt Mutter – diesmal allerdings in vitro und mit südamerikanischem Migrationshintergrund.

Die Künstler*innen Nika Pfeifer und Lukas Matthaei stellen sich der Novela-Challenge und produzieren fürs Kunstradio über Wortleihgaben, Microstories und found footage mäandernd morphende Audio-Geschichten aus einfachem alltäglichen Material.

Ausgehend von der Frage nach dem Ersten Mal (und ihren unerschöpflichen Antworten) stellen sie die Machbarkeit von Geschichten in den Vordergrund, zeigen absurde Möglichkeitserweiterungen auf, finden und entwickeln in einem spielerischen Setting alternative Verläufe und abseitige Erzählungen.

Sie füllen den Äther mit Sounds, die Drama mit Dramarama, Happy End mit Dead End, Leidenschaft light mit Verausgabung ohne Ende verschmelzen. Transformieren dabei das Radio in eine Jukewortbox, eine persönliche Sie-drücken-wir spielen-radionovela-Maschine.

Nika Pfeifer, publiziert Lyrik, Prosa, szenische Texte, radiofone und performative Arbeiten. Ausstellungen, Foto- und Videoarbeiten, Installationen. Reinhard Priessnitz Preis 2012. Lebt in Wien, Berlin und Los Angeles. Aktuelle Publikationen: tucsonics (Hochroth 2019). Violante (Czernin 2017). Lukas Matthaei produziert Inszenierungen für urbane Räume & im Radio, mit diversen Künstler*innen und in unterschiedlichen Medien, heuer wieder für "into the city" bei den Wiener Festwochen. (www.matthaei-und-konsorten.de). Vor ihren letztjährigen Residencies in Bangalore und Arizona haben Pfeifer & Matthaei für eine mehrjährige Idiotenforschung kollaboriert.

*

Montag, 22. Juli 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
Präsentation: Aimie Rehburg
Musikauswahl: Gerald Kolbe

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Als lachten alle Sterne" – Texte von Antoine de Saint-Exupéry aus Anlass seines 75. Todestages, gelesen von Schauspieler Manuel Rubey. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können", hat der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry in seinem wohl bekanntesten Werk "Der kleine Prinz" geschrieben.

Bis heute begeistert Antoine de Saint-Exupéry ein millionenfaches Publikum mit Werken wie "Südkurier", "Wind, Sand und Sterne", "Flug nach Arras" und "Der kleine Prinz", in denen er große menschliche Themen wie Angst und Freundschaft, Liebe und Tod thematisiert. Der Flieger Antoine de Saint-Exupéry kehrte von seinem letzten Flug, einem Aufklärungsflug über Korsika am 31. Juli 1944, nicht zurück und wurde vermutlich von deutschen Jagdfliegern abgeschossen. – Anlässlich von Saint-Exupérys 75. Todestag liest der Schauspieler Manuel Rubey Texte des französischen Schriftstellers.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gruppen machen Menschen
Von der Urhorde zur Whatsapp Group (1).
Gestaltung: Christian Schüller

Selbstbestimmung und Individualität gelten als wichtige Errungenschaften der westlichen Gesellschaft. Doch wie unabhängig sind wir voneinander wirklich? Psychologie, Verhaltensforschung und Biologie haben längst gezeigt, dass vor dem Ich das Wir kommt. Es sind Rollen, die unser Verhalten bestimmen – ob im Kindergarten, am Arbeitsplatz oder in sozialen Medien. Wie funktionieren Gruppen, zu denen wir freiwillig oder unfreiwillig gehören? Was machen sie mit uns? Und was können wir mit Gruppen machen?

*Im Anfang war die Gruppe*
Die Geschichte der Menschheit beginnt mit einem Paradoxon: Verglichen mit anderen Primaten sind Menschen vergleichsweise schwach und abhängig. Was sie aber auszeichnet, ist ihre besondere Fähigkeit, größere Gruppen zu bilden. Im Wettbewerb der Gruppen dürften sich diejenigen durchgesetzt haben, die mehr inneren Zusammenhalt zeigten, also bessere soziale Fähigkeiten, meint der amerikanische Soziobiologe Edward Osborne Wilson.

Lange Zeit haben Menschen die Gemeinschaften, denen sie angehörten, nicht in Frage gestellt. Familie, Stand, Nation, Religionsgemeinschaft, soziale Klasse waren fixe Größen. Mit der Entwicklung der Städte, am Ausgang des Mittelalters, begannen Menschen sich freiwillig in Clubs, Logen, Verbindungen und Vereinen zusammenzuschließen. Dort fanden sie Halt und Identität im raschen sozialen und kulturellen Wandel.

Aber erst vor etwa fünfzig Jahren kam es in der westlichen Welt zu einem Boom der Kleingruppe. "Miteinander leben, lieben und arbeiten" wurde zum Slogan der Kommunen-Bewegung, die kaputte Beziehungsmuster der Eltern ablösen wollte. Soviel Nähe war den meisten auf Dauer dann doch zu viel. Aber aus der Jugendbetreuung und Altenfürsorge, der Psychiatrie und vielen anderen Sozialbereichen ist die Gruppe inzwischen nicht mehr wegzudenken. Und sogar die wettbewerbsgetriebene Arbeitswelt schätzt das kleine, überschaubare Team als Erfolgsmodell.

Kein Wunder also, dass gerade das weltumspannende Internet in überschaubare Gruppen mündet, wo mitunter sehr dicht kommuniziert wird und alles das passiert, was man schon aus der Familie kennt: Rivalität und Konflikt, Anpassung und Ausgrenzung, Machtspiele und Mobbing.


09:30 Radiokolleg – Pigmente
Partikel für eine bunte Welt (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

"Pigment" ist die Bezeichnung für farbgebende Substanzen. Ohne sie wäre das Blut nicht rot, wären Blätter nicht grün, Haare nicht blond und die Haut von Tieren und Menschen durchsichtig. Pigmente dienen in der Natur und in der Kultur als Orientierung, haben Signalwirkung, sind Tarnung und Täuschung und bieten in ihrer organischen Form Schutz vor der Sonne.

Ohne Farben kein Michelangelo, kein Raffael, keine Maria Lassnig … und natürlich keine Höhlenmalerei! Über 40.000 Jahre alt sind die Zeichnungen aus der spanischen La Castillo-Höhle, gemalen mit Pigmenten von Holzkohle, Ocker und Lehm. Ein Farbstoff sticht unter allen anderen hervor: Das tiefblaue Indigo, das aus Indien nach Europa kam und als Farbe für Textilien einen Siegeszug antrat: ohne Indigo keine Arbeitskleidung, keine Jeans, kein "Blaumann" und auch kein "blau machen".

Das Gegenstück für den Farbstoff Indigo ist das Pigment Ultramarin, ein Gestein von geradezu himmlischer Farbe – das in der Malerei passenderweise für die Farbgebung des Himmels aber auch den Mantel der Maria auf unzähligen Gemälden von unschätzbarem Wert war. Es wurde teurer gehandelt als Gold, kommt vor allem in Afghanistan vor, und ist mit ein Grund, warum dieses Land über Jahrhunderte ausgebeutet und seine gewachsene Kultur zerstört wurde.

Pigmente und Farbstoffe lassen sich in drei Gruppen einteilen: anorganische, mineralische Pigmente; organische, die in Flora und Fauna zu finden sind, und von Menschen geschaffene Effektpigmente auf chemischer Basis.

Welche Folge hat das Fehlen von Pigmenten für alle Organismen? Wie (über)leben Menschen und Tiere, denen alle Pigmente fehlen, die an "Albinismus" erkranken?

Und: sind nun Cochenille-Läuse im tiefroten beliebten Sommerdrink oder nicht? – Ein Streifzug durch unsere farbenfrohe Welt und ihre Bedeutung.


09:45 Radiokolleg – Konzert für Stimme und Kurbelorchester
Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt (1).
Gestaltung: Dorothee Frank

Mit "Sängerin" und "Drehleierspieler" wäre das musikalische Tun von Natasa Mirkovic und Matthias Loibner nur unzureichend beschrieben. Beide mäandern zwischen Barock und Rock, traditioneller Musik unterschiedlicher Provenienz, Jazz und Elektronik. Natasa Mirkovic mit einer Stimme, die Gänsehaut erzeugt, insbesondere in der Darstellung von Trauer und Schmerz und deren Überwindung mit musikalischen Mitteln.

Matthias Loibner hat die Drehleier zu seinem Multi-Instrument gemacht. Unplugged, oder auch mit Live-Elektronik zum zeitgenössischen "Kurbelorchester" erweitert, und zwar durch ein selbst konzipiertes "Kastl" plus Software. Die beiden haben schon im Sandy Lopicic Orkestar zusammen gearbeitet. Eines ihrer wichtigsten Duoprojekte ist Schuberts Zyklus "Winterreise", für Stimme und Drehleier adaptiert.

Ein Konzert in der Elbphilharmonie im Februar 2018 erbrachte eine glänzende Rezension in der New York Times. Das Doppelporträt im "Radiokolleg" beobachtet Natasa Mirkovic und Matthias Loibner bei ihren jeweils eigenen, stilistisch vielfältigen Unternehmungen und an ihrer Schnittstelle als Duo.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Chris Tina Tengel. Ein österreichischer Spätromantiker vor 100 Jahren – wiederentdeckt?

In der Anzahl der im Wiener Opernhaus am Ring uraufgeführten Opern von ihm wird Julius Bittner nur von Carl Goldmark übertroffen – bis in die 1920er Jahre reichte "seine" Zeit, Gustav Mahler und Bruno Walter zählten zu seinen Fürsprechern. Julius Bittner führte vor, wie auch ein Komponist "österreichischer Volksopern" aufs "Gesamtkunstwerk" abzielen konnte, nämlich durch seine wiederkehrende programmatische Zusammenarbeit mit dem Maler und "Designer" Kolo Moser.

Bittners "Große Messe und Te Deum" galt als das herausragende heimische Kirchenmusikwerk der Ära, mit seinem Freund Erich Wolfgang Korngold Hand in Hand ging er aber auch unter die Operettenkomponisten. Während der gegenwärtige Opern- und Konzertbetrieb im deutschen Sprachraum an alldem nicht mehr anstreift, hat ein britisches CD-Label mit einer Einspielung von Julius Bittners symphonischem ?uvre begonnen – mit dem Sibirischen Symphonieorchester!


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Akustische Literaturgeschichte. Teil 2. Präsentiert von Ernst Grissemann.
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Andreas Maurer


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Alte Musik im Konzert. Arcangelo, Leitung und Cembalo: Jonathan Cohen. Louise Alder, Sopran; Tim Mead, Countertenor.
Arien und Instrumentalwerke von Alessandro Scarlatti, Georg Friedrich Händel und Nicola Porpora (aufgenommen am 7. Dezember 2018 in der Wigmore Halle in London).


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
Isolde Charim spricht mit dem Historiker und Schriftsteller Doron Rabinovici über den mit Christian Heilbronn und Natan Sznaider herausgegeben Sammelband "Neuer Antisemitismus? Fortsetzung einer globalen Debatte".
(Aufzeichnung aus dem RadioCafe des RadioKulturhauses vom 9. April 2019).
Bearbeitung: Robert Weichinger.

Worauf lassen wir uns ein, wenn wir Antisemitismus begreifen wollen? Meinen wir ein Gefühl, ein Ressentiment, eine Haltung oder gar nur ein Vorurteil gegen eine bestimmte soziale und kulturelle Gruppe, die Juden genannt wird? In diesem Kontext steht die Frage nach dem "Neuen Antisemitismus" – jenem der Populistinnen und Populisten, jener im Internet und vieler Geflüchteten. Wenn aber "die Juden" das Andere sind, was ist dann das Eigentliche dieser Gesellschaft? Das ist der Punkt, wo der Antisemitismus zu einer relevanten Frage für alle wird.


16:55 Der Himmel voller Götter
Die Ö1-Sommerreihe "Der Himmel voller Götter" präsentiert heuer von 15. Juli bis 29. August in 27

Fünf-Minuten-Miniaturen Gottheiten sowie Wesen und Mächte, die gottgleich wahrgenommen werden. Die ausgewählten Göttinnen und Götter entstammen religiösen und kulturellen Traditionen von allen Kontinenten Manche von ihnen wurden in gewissen Phasen der Menschheitsgeschichte an bestimmten Orten verehrt (z.B. Zeus, Isis und Mithras), manche werden seit Jahrtausenden und auch heute noch angebetet (z.B. Vishnu, Ahura Mazda und der Gott der abrahamitischen Religionen), manche wurden gerade erst entdeckt (z.B. Oyagami) und manche werden derzeit wieder-entdeckt (z.B. Odin und Brigid). Sie ähneln der Vorstellung nach oft dem Menschen – empfinden mitunter Liebe, Eifersucht, Zorn – und übersteigen doch das menschliche Maß, indem sie Welten erschaffen und zerstören können und indem sie allwissend, allmächtig und allgegenwärtig sind. Sie kämpfen für ihre Schutzbefohlenen und bestrafen sie, wenn es sein muss. Sie spenden Leben und bringen den Tod.

Unter den 27 ausgewählten Göttinnen und Göttern finden sich bekannte und in unseren Breiten völlig unbekannte. Manche sind Teil polytheistischer, manche monotheistischer Traditionen. Da gibt es den Gott mit Elefantenkopf, die Göttin mit Flossen statt Beinen und die Göttin, die vorher ein Gott war. Die einzelnen Kurzporträts erzählen darüber hinaus viel über die jeweiligen kulturellen Kontexte und vor allem über die Menschen rund um die Welt, die die Gottheiten verehren.

Andrea Eckert und Florian Teichtmeister werden die Sendereihe mit ihren Stimmen bereichern, Wissenschafter/innen von der Österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaft stellen ihre Expertise zur Verfügung. Ende August werden alle 28 Folgen als Doppel-CD erscheinen.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Kulturgeschichte des Alkohols. Mit Regina Thumser-Wöhs, Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Das Geheimnis der Gärung kannten die Menschen schon vor Jahrtausenden. Bier, Wein und Met waren bereits bei den Sumerern beliebt. Hochprozentiges wurde allerdings erst ab dem siebten Jahrhundert hergestellt. Lange Zeit zog man den leichten Alkohol sogar dem Wasser als Durstlöscher vor, denn Alkohol tötete Erreger ab, die sich im ungeklärten Wasser befinden konnten. Außerdem hat Alkohol viele Kalorien – er galt daher früher auch als Nahrungsmittel.

Der preußische König Friedrich der Große (1712-1786) trat noch im 18. Jahrhundert einen Propagandafeldzug gegen den in Europa aufkommenden Kaffee an. Er selbst sei, sowie alle seine Vorfahren, mit Bier-Suppe erzogen worden, das sei "viel gesünder als der Caffee". Alkohol war schon immer auch eine Medizin, die schmerzlindernd wirkte – etwa bei Hippokrates, der sich gern mit Wein kurierte. Die gesundheitlichen Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums sind heute allseits bekannt und unbestritten, doch wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt es erst seit gut 200 Jahren.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie der Klimawandel den Wasserkreislauf antreibt
Von Sonja Bettel.

Wasser, die Lebensgrundlage auf der Erde und ein ganz besonderer Stoff mit ungewöhnlichen Eigenschaften, zirkuliert im globalen Kreislauf von Verdunstung und Niederschlag, über Flüsse und Meere. Dieser Kreislauf gerät jedoch durch den Klimawandel durcheinander. Wärme führt zur Ausdehnung des Wassers, der Meeresspiegel steigt. Gleichzeitig verändert sich der Salzgehalt der Meere in die eine oder andere Richtung. Hurrikans nehmen mehr Wasser auf, die Gletscher schmelzen, die Niederschlagsdauer und -menge verändert sich. Viele zukünftige Veränderungen sind bereits bekannt, manche bereits sichtbar, einige noch ungewiss. Klar ist: Der globale Wasserkreislauf wird extremer werden.


19:30 On stage
Retro-Swing mit Witz und Charme: Marina & The Kats im April 2019.
Gestaltung: Marlene Schnedl

Seit 2015 ist die steirische Sängerin Marina Zettl auf dem Retro-Trip – und damit überaus erfolgreich. Mit ihrer Neo-Swing-Formation "Marina & The Kats" lässt sie die Musik der 1930er-Jahre auferstehen und denkt diese – rhythmisch tanzbar – mit Witz und Charme in die Gegenwart weiter, indem sie sich als Songwriterin durchaus auf das Hier und Heute bezieht.

Am 29. April 2019 präsentierten Marina Zettl (Stimme, Snare-Drum), Thomas Mauerhofer (Gitarre) und Peter Schönbauer (Bass), verstärkt durch Georg Schrattenholzer (Posaune), Chris Kronreif (Tenorsaxofon, Klarinette) und Harald Baumgartner (Backgroundstimme, Gitarre, Perkussion), im ausverkauften Großen Sendesaal des Wiener RadioKulturhauses das dritte Album "Swingsalabim" und begeisterten dabei das Publikum.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gruppen machen Menschen. Von der Urhorde zur Whatsapp Group (1).
Gestaltung: Christian Schüller

Pigmente. Partikel für eine bunte Welt (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Konzert für Stimme und Kurbelorchester (1). Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt.
Gestaltung: Dorothee Frank


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Musik von Sofia Gubaidulina beim Internationalen Musikfest im Wiener Konzerthaus (Teil 1).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Das 39. Internationale Musikfest im Wiener Konzerthaus bietet einen vierteiligen Schwerpunkt zu Sofia Gubaidulina, der Grande Dame der Neuen Musik und bedeutendsten russischen Komponistin der Gegenwart. Zwei Konzerte daraus werden in der Reihe Zeit-Ton präsentiert. Am 15. Juni bringen der Chorus sine nomine unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger gemeinsam mit den "Great Talents" Narek Hakhnazaryan (Violoncello) und Christoph Sietzen (Perkussion) sowie Emiko Uchiyama (Perkussion) und György Handl (Celesta) "Sonnengesang" zur Aufführung.

Gubaidulinas Musik berührt unmittelbar, zeugt von einer tiefen Spiritualität und Innerlichkeit. Schostakowitsch ermutigte sie einst, ihren Weg beharrlich trotz aller Widrigkeiten weiterzugehen. Da sie mit ihrer Musik der Ästhetik des Sowjetregimes nicht entsprach, und sie trotzdem im Land blieb, komponierte sie ab den 1960er Jahren vor allem Filmmusik um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zudem sind viele ihrer Werke vom christlichen Glauben geprägt, zu dem sie sich – als Enkelin eines Mullahs – sukzessive bekannte. Einer ihrer großen Förderer in Europa war der lettische Geiger Gidon Kremer. Er trug maßgeblich dazu bei, dass sie und ihre Musik den entsprechenden Stellenwert bekommen haben. Seit 1992 lebt sie in der Nähe von Hamburg.

Die 1931 in Tschistopol in der russischen Teilrepublik Tatarstan geborene Komponistin verfasste das eindrucksvolle Werk "Sonnengesang" 1997/98 auf den Text Cantico delle creature von Franz von Assisi, dem ältesten Zeugnis italienischer Literatur. "Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. / Am Himmel hast du sie geformt, klar und kostbar und schön."

*

Dienstag, 23. Juli 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
Präsentation: Michael Köppel
Musikauswahl: Friederike Raderer

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Als lachten alle Sterne" – Texte von Antoine de Saint-Exupéry aus Anlass seines 75. Todestages, gelesen von Schauspieler Manuel Rubey. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können", hat der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry in seinem wohl bekanntesten Werk "Der kleine Prinz" geschrieben.

Bis heute begeistert Antoine de Saint-Exupéry ein millionenfaches Publikum mit Werken wie "Südkurier", "Wind, Sand und Sterne", "Flug nach Arras" und "Der kleine Prinz", in denen er große menschliche Themen wie Angst und Freundschaft, Liebe und Tod thematisiert. Der Flieger Antoine de Saint-Exupéry kehrte von seinem letzten Flug, einem Aufklärungsflug über Korsika am 31. Juli 1944, nicht zurück und wurde vermutlich von deutschen Jagdfliegern abgeschossen. – Anlässlich von Saint-Exupérys 75. Todestag liest der Schauspieler Manuel Rubey Texte des französischen Schriftstellers.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gruppen machen Menschen
Von der Urhorde zur Whatsapp Group (2).
Gestaltung: Christian Schüller

Selbstbestimmung und Individualität gelten als wichtige Errungenschaften der westlichen Gesellschaft. Doch wie unabhängig sind wir voneinander wirklich? Psychologie, Verhaltensforschung und Biologie haben längst gezeigt, dass vor dem Ich das Wir kommt. Es sind Rollen, die unser Verhalten bestimmen – ob im Kindergarten, am Arbeitsplatz oder in sozialen Medien. Wie funktionieren Gruppen, zu denen wir freiwillig oder unfreiwillig gehören? Was machen sie mit uns? Und was können wir mit Gruppen machen?

*Der Zwang zur Gruppe*
Arbeitgeber haben zwar erkannt, dass der Teamgeist kleiner Gruppen sehr motivierend sein kann. Dem steht aber die Angst gegenüber, abgesonderte Untergruppen könnten sich der Kontrolle entziehen. Großraumbüros sollen Abhilfe schaffen, werden aber von Mitarbeiterinnen oft als Zumutung empfunden. Wie groß oder wie klein sollen Arbeitsgruppen sein? Und was macht eigentlich ihren Zusammenhalt aus?

Die Beobachtung von Organisationen zeigt, dass sich in Arbeitsteams häufig Muster der Kleinfamilie wiederholen. Rollenkonflikte, Angst vor Kontrollverlust, Abhängigkeiten, Ohnmachtsgefühle und die Neigung zu Sündenböcken prägen auch den Arbeitsplatz. Oft spielen Mitarbeiterinnen im Team eine Rolle, die sie aus ihrer Herkunftsfamilie gewohnt sind.

Und doch hat auch die Kerngruppe Familie viele Veränderungen durchgemacht. In der Patchwork-Familie werden Eltern-Rollen vielfach besetzt, Verantwortung wird unklarer, Kinder müssen sich flexibler verhalten – ähnlich dem, wie moderne Unternehmen funktionieren. Lebenslanges Lernen und Anpassen – für viele eine Entwicklungschance, für andere ein Alptraum.


09:30 Radiokolleg – Pigmente
Partikel für eine bunte Welt (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

"Pigment" ist die Bezeichnung für farbgebende Substanzen. Ohne sie wäre das Blut nicht rot, wären Blätter nicht grün, Haare nicht blond und die Haut von Tieren und Menschen durchsichtig. Pigmente dienen in der Natur und in der Kultur als Orientierung, haben Signalwirkung, sind Tarnung und Täuschung und bieten in ihrer organischen Form Schutz vor der Sonne.

Ohne Farben kein Michelangelo, kein Raffael, keine Maria Lassnig … und natürlich keine Höhlenmalerei! Über 40.000 Jahre alt sind die Zeichnungen aus der spanischen La Castillo-Höhle, gemalen mit Pigmenten von Holzkohle, Ocker und Lehm. Ein Farbstoff sticht unter allen anderen hervor: Das tiefblaue Indigo, das aus Indien nach Europa kam und als Farbe für Textilien einen Siegeszug antrat: ohne Indigo keine Arbeitskleidung, keine Jeans, kein "Blaumann" und auch kein "blau machen".

Das Gegenstück für den Farbstoff Indigo ist das Pigment Ultramarin, ein Gestein von geradezu himmlischer Farbe – das in der Malerei passenderweise für die Farbgebung des Himmels aber auch den Mantel der Maria auf unzähligen Gemälden von unschätzbarem Wert war. Es wurde teurer gehandelt als Gold, kommt vor allem in Afghanistan vor, und ist mit ein Grund, warum dieses Land über Jahrhunderte ausgebeutet und seine gewachsene Kultur zerstört wurde.

Pigmente und Farbstoffe lassen sich in drei Gruppen einteilen: anorganische, mineralische Pigmente; organische, die in Flora und Fauna zu finden sind, und von Menschen geschaffene Effektpigmente auf chemischer Basis.

Welche Folge hat das Fehlen von Pigmenten für alle Organismen? Wie (über)leben Menschen und Tiere, denen alle Pigmente fehlen, die an "Albinismus" erkranken?

Und: sind nun Cochenille-Läuse im tiefroten beliebten Sommerdrink oder nicht? – Ein Streifzug durch unsere farbenfrohe Welt und ihre Bedeutung.


09:45 Radiokolleg – Konzert für Stimme und Kurbelorchester
Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt (2).
Gestaltung: Dorothee Frank

Mit "Sängerin" und "Drehleierspieler" wäre das musikalische Tun von Natasa Mirkovic und Matthias Loibner nur unzureichend beschrieben. Beide mäandern zwischen Barock und Rock, traditioneller Musik unterschiedlicher Provenienz, Jazz und Elektronik. Natasa Mirkovic mit einer Stimme, die Gänsehaut erzeugt, insbesondere in der Darstellung von Trauer und Schmerz und deren Überwindung mit musikalischen Mitteln.

Matthias Loibner hat die Drehleier zu seinem Multi-Instrument gemacht. Unplugged, oder auch mit Live-Elektronik zum zeitgenössischen "Kurbelorchester" erweitert, und zwar durch ein selbst konzipiertes "Kastl" plus Software. Die beiden haben schon im Sandy Lopicic Orkestar zusammen gearbeitet. Eines ihrer wichtigsten Duoprojekte ist Schuberts Zyklus "Winterreise", für Stimme und Drehleier adaptiert.

Ein Konzert in der Elbphilharmonie im Februar 2018 erbrachte eine glänzende Rezension in der New York Times. Das Doppelporträt im "Radiokolleg" beobachtet Natasa Mirkovic und Matthias Loibner bei ihren jeweils eigenen, stilistisch vielfältigen Unternehmungen und an ihrer Schnittstelle als Duo.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
"Basso profondo" – Erinnerungen an Martti Talvela
Ausschnitte aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Richard Wagner, Modest Mussorgsky u.a.
Gestaltung: Christoph Wagner Trenkwitz.

Er beeindruckte nicht nur mit seiner imposanten Statur von zwei Metern Körpergröße, sondern auch mit einem Organ von prachtvoller Sonorität und tiefschwarzer Farbe: der aus dem finnischen Hiitola stammende Martti Talvela. Nach Auftritten in den frühen 1960er-Jahren in Helsinki und Stockholm begann er rasch eine internationale Karriere zwischen Bayreuth, Berlin, New York, Wien, Mailand und Rom und wurde in einem breiten Repertoire von Mozart über Wagner und Verdi bis Mussorgsky und Werken seiner finnischen Heimat gefeiert.

Von 1972 bis 1979 war er der künstlerische Leiter der Opernfestspiele in Savonlinna, Ende der 1980er-Jahre hätte er die Direktion der Oper von Helsinki übernehmen sollen, doch nur 54-jährig ist der Künstler, vor 30 Jahren, im Juli 1989 nach einer langen Phase gesundheitlicher Probleme verstorben.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Die Flucht". Von Katherine Mansfield (aus dem Englischen von Heide Steiner). Es liest Brigitte Karner.
Gestaltung: Stefanie Zussner

Das Versäumen des Zuges war seine alleinige Schuld, und all das, was danach noch an Ungemach auf sie zukam. Ein Kutscher, der einfach nur lächelt, anstatt schneller zu fahren. Die schrecklichen Kinder, die ihre Gesichter und die Blumensträußchen in die Kutsche zwängen. Seine Ignoranz, der Wind, der verlorene Sonnenschirm – oh, wie sie ihn durchschaut! Während sie den Sonnenschirm holt, streckt sich der Mann im Wagen aus …

Katherine Mansfield wurde 1888 in Wellington, Neuseeland geboren. Während des Studiums in London (1903 – 1906) beginnt sie zu schreiben. Ihren ersten Band mit Erzählungen ("In einer deutschen Pension", 1911) lehnt die Autorin selbst später wegen seiner angeblichen Unreife ab, der Erzählband "Das Gartenfest und andere Geschichten" (erschienen 1922) wird von Kritik und Lesern hoch gelobt. Ihre Kurzgeschichten sind immer handlungsarm, eigentlich eher Charakterstudien, in denen das Atmosphärische vorrangig ist. In ihrer zweiten Ehe ist Katherine Mansfield, die an Tuberkulose leidet und ständig mit finanziellen Sorgen kämpft, mit dem Literaturkritiker John Middleton Murry verheiratet. Sie stirbt 1923 im Alter von 34 Jahren in Fontainebleau. Die neuseeländisch-britische Autorin, die Henry James bewunderte und sich eher Tschechow als der angelsächsischen Erzähltradition verwandt fühlte, zählt zu den Wegbereiterinnen der modernen short story. In feministischen Kreisen gilt Mansfield als Bahnbrecherin weiblicher Literatur.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Helmut Jasbar.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 38. Kammermusikfest Lockenhaus 2019
Nicolas Altstaedt und Freunde. "Authentikos" (aufgenommen vom 4. bis 13. Juli auf der Burg Lockenhaus).
Präsentation: Gerhard Krammer


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Die Ursonate. Kurt Schwitters dadaistisches Lautgedicht.
Feature von Matthias Haydn

Die "Ursonate" oder "Sonate in Urlauten" ist wohl das bekannteste Werk des 1887 in Hannover geborenen Künstlers Kurt Schwitters. Sie schwebt zwischen verschiedenen Kunstgattungen: Sie ist Literatur, Musik, bildende Kunst und Performance. Kurt Schwitters arbeitet neun Jahre lang an seiner phonetischen Dichtung – inspiriert haben ihn Plakatgedichte von Raoul Hausmann. 1932 veröffentlicht Schwitters das Werk in der Nummer 24 seiner Zeitschrift "Merz".

Im Sommer des gleichen Jahres baut er eine Hütte auf der norwegischen Insel Hjertøya um – dort wird er in Zukunft die Sommermonate verbringen. 1937 wandert der als "entartet" diffamierte Künstler sogar auf die Nordseeinsel aus. 60 Jahre später reist der Berliner Autor, Journalist und Künstler Wolfgang Müller nach Hjertøya. Er findet Kurt Schwitters' unversperrte Hütte und entdeckt darin zahlreiche Kunstwerke, die Schwitters dort zurückgelassen hatte. Eine andere Entdeckung fasziniert ihn noch mehr: Er ist überzeugt, dass die vielen Stare von Hjertøya Schwitters Ursonate singen.


16:45 Wir haben einen Traum
Menschen in ganz Österreich – alte und junge, Frauen und Männer - erzählen, was sie sich für ihr Leben wünschen. Nicht in einer fernen Zukunft, sondern jetzt: Wo und wie man wohnt, wie man arbeitet, mit wem man das Leben teilt. Was man sich für die Kinder und Enkelkinder wünscht und was man sich für das Dorf oder Stadtviertel vorstellt, für Natur und Umwelt, für die Gemeinschaft und Gesellschaft.


16:55 Der Himmel voller Götter
Die Ö1-Sommerreihe "Der Himmel voller Götter" präsentiert heuer von 15. Juli bis 29. August in 27 Fünf-Minuten-Miniaturen Gottheiten sowie Wesen und Mächte, die gottgleich wahrgenommen werden. Die ausgewählten Göttinnen und Götter entstammen religiösen und kulturellen Traditionen von allen Kontinenten Manche von ihnen wurden in gewissen Phasen der Menschheitsgeschichte an bestimmten Orten verehrt (z.B. Zeus, Isis und Mithras), manche werden seit Jahrtausenden und auch heute noch angebetet (z.B. Vishnu, Ahura Mazda und der Gott der abrahamitischen Religionen), manche wurden gerade erst entdeckt (z.B. Oyagami) und manche werden derzeit wieder-entdeckt (z.B. Odin und Brigid). Sie ähneln der Vorstellung nach oft dem Menschen – empfinden mitunter Liebe, Eifersucht, Zorn – und übersteigen doch das menschliche Maß, indem sie Welten erschaffen und zerstören können und indem sie allwissend, allmächtig und allgegenwärtig sind. Sie kämpfen für ihre Schutzbefohlenen und bestrafen sie, wenn es sein muss. Sie spenden Leben und bringen den Tod.

Unter den 27 ausgewählten Göttinnen und Göttern finden sich bekannte und in unseren Breiten völlig unbekannte. Manche sind Teil polytheistischer, manche monotheistischer Traditionen. Da gibt es den Gott mit Elefantenkopf, die Göttin mit Flossen statt Beinen und die Göttin, die vorher ein Gott war. Die einzelnen Kurzporträts erzählen darüber hinaus viel über die jeweiligen kulturellen Kontexte und vor allem über die Menschen rund um die Welt, die die Gottheiten verehren.

Andrea Eckert und Florian Teichtmeister werden die Sendereihe mit ihren Stimmen bereichern, Wissenschafter/innen von der Österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaft stellen ihre Expertise zur Verfügung. Ende August werden alle 28 Folgen als Doppel-CD erscheinen.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Kulturgeschichte des Alkohols. Mit Regina Thumser-Wöhs, Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Das Geheimnis der Gärung kannten die Menschen schon vor Jahrtausenden. Bier, Wein und Met waren bereits bei den Sumerern beliebt. Hochprozentiges wurde allerdings erst ab dem siebten Jahrhundert hergestellt. Lange Zeit zog man den leichten Alkohol sogar dem Wasser als Durstlöscher vor, denn Alkohol tötete Erreger ab, die sich im ungeklärten Wasser befinden konnten. Außerdem hat Alkohol viele Kalorien- er galt daher früher auch als Nahrungsmittel.

Der preußische König Friedrich der Große (1712-1786) trat noch im 18. Jahrhundert einen Propagandafeldzug gegen den in Europa aufkommenden Kaffee an. Er selbst sei, sowie alle seine Vorfahren, mit Bier-Suppe erzogen worden, das sei "viel gesünder als der Caffee". Alkohol war schon immer auch eine Medizin, die schmerzlindernd wirkte – etwa bei Hippokrates, der sich gern mit Wein kurierte. Die gesundheitlichen Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums sind heute allseits bekannt und unbestritten, doch wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt es erst seit gut 200 Jahren.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Europäische Intellektuelle und die japanische Kultur
Von Nikolaus Halmer.

"Warum Japan?" Diese Frage stellte sich der französische Literaturwissenschafter Roland Barthes. "Weil es das Land der Schrift ist", lautete seine Antwort. Der Philosoph Michel Foucault verbrachte einige Wochen in einem Zen-Tempel in Japan. Der Ethnologe Claude Lévi-Strauss war von der japanischen Kunst und der Musik begeistert und der Philosoph Karl Löwith, der mehrere Jahre an der Universität Sendai lehrte, befasste sich mit der japanischen Mentalität und der Verwestlichung der Gesellschaft.

Diese Beispiele zeigen die Vorliebe von zahlreichen Intellektuellen für die japanische Kultur, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg ausbreitete. Sie interessierten sich speziell für das japanische Denken, das einen Gegenpol zur europäischen Tradition darstellt. Westliche Philosophen beeindruckte die japanische Schrift – laut Roland Barthes "das Reich der Zeichen" oder der Begriff der Leere im Zen-Buddhismus. Von der japanischen Philosophie sollte eine Anregung für "eine Philosophie der Zukunft" erfolgen – so Michel Foucault – "als Folge von Begegnungen und Erschütterungen zwischen Europa und Japan".


19:30 Styriarte 2019 (Dolby Surround)
The King's Singers. "Greensleeves". Musik von Henry VIII. und William Byrd bis Benjamin Britten und The Beatles (aufgenommen am 26. Juni in der Helmut List Halle, Graz in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Franz Josef Kerstinger

50 Jahre nach ihrer Gründung sind die King's Singers so lebendig wie eh und je. Was sechs Absolventen des King's College in Cambridge 1968 in die Welt setzten, hat sich rasch zur Marke gemausert: makelloser A-cappella-Gesang im edelsten englischen Outfit. Bei der "Golden Tour" zum Jubiläum ist von der Urbesetzung keiner mehr dabei, und doch ist die Metamorphose vollkommen gelungen. Wieder stimmen sie wie aus einem Munde ihr "Greensleeves" an und erzählen rührende Geschichten von der Insel. Natürlich geht es um die "Royals", die Tudors und die Windsors, natürlich um Englands Landschaften und – last, but not least – um die "Beatles".
(styriarte)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gruppen machen Menschen. Von der Urhorde zur Whatsapp Group (2).
Gestaltung: Christian Schüller

Pigmente. Partikel für eine bunte Welt (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Konzert für Stimme und Kurbelorchester (2). Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt.
Gestaltung: Dorothee Frank


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Musik von Sofia Gubaidulina beim Internationalen Musikfest im Wiener
Konzerthaus (Teil 2).
Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

Das 39. Internationale Musikfest im Wiener Konzerthaus bietet einen vierteiligen Schwerpunkt zu Sofia Gubaidulina, der Grande Dame der Neuen Musik und bedeutendsten russischen Komponistin der Gegenwart. Zwei Konzerte daraus werden in der Reihe Zeit-Ton präsentiert. Am 15. Juni interpretieren das Minguet Quartett und Mitglieder des Ensembles Musikfabrik unter der Leitung von Christian Eggen das Streichquartett Nr. 1 (1971) und "Perception" für Sopran, Bariton, Streichseptett und Tonband (1981-1986). Letzteres verfasste die Komponistin auf Texte von Francisco Tanzer und auf Psalmen. Das 13-teilige Werk besteht aus neun vertonten Gedichten und vier instrumentalen Stücken. Diese Komposition ist Grundlage ihrer später entstandenen Symphonie "Stimmen … verstummen".

Der Umgang mit Zeit – in ihrer Musik, in ihrem Leben, beschäftigt Sofia Gubaidulina immer wieder. Sie hielt dazu fest: "Das zeitliche Sein kann man vierfach gliedern: Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft – und die vierte Zeit wäre die ?ewige Möglichkeit' oder die ?Zeitentrücktheit'. Das bedeutet, dass die Gegenwart bereits in der Vergangenheit enthalten ist, die Vergangenheit vielleicht schon in der Zukunft. Und so lange die Zeit in der Gegenwart andauert, gibt es in der Gegenwart keine Möglichkeit zur Sühne. Sühne kann nur in der ?Zeitentrückung' stattfinden. Gegenwart und Vergangenheit tragen nicht viel zu unserem Bewusstsein bei. Bewusstsein bedeutet, sich außerhalb der Zeit zu stellen."

*

Mittwoch, 24. Juli 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
Präsentation und Musikauswahl: Ursula Strubinsky

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Als lachten alle Sterne" – Texte von Antoine de Saint-Exupéry aus Anlass seines 75. Todestages, gelesen von Schauspieler Manuel Rubey. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können", hat der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry in seinem wohl bekanntesten Werk "Der kleine Prinz" geschrieben.

Bis heute begeistert Antoine de Saint-Exupéry ein millionenfaches Publikum mit Werken wie "Südkurier", "Wind, Sand und Sterne", "Flug nach Arras" und "Der kleine Prinz", in denen er große menschliche Themen wie Angst und Freundschaft, Liebe und Tod thematisiert. Der Flieger Antoine de Saint-Exupéry kehrte von seinem letzten Flug, einem Aufklärungsflug über Korsika am 31. Juli 1944, nicht zurück und wurde vermutlich von deutschen Jagdfliegern abgeschossen. – Anlässlich von Saint-Exupérys 75. Todestag liest der Schauspieler Manuel Rubey Texte des französischen Schriftstellers.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gruppen machen Menschen
Von der Urhorde zur Whatsapp Group (3).
Gestaltung: Christian Schüller

Selbstbestimmung und Individualität gelten als wichtige Errungenschaften der westlichen Gesellschaft. Doch wie unabhängig sind wir voneinander wirklich? Psychologie, Verhaltensforschung und Biologie haben längst gezeigt, dass vor dem Ich das Wir kommt. Es sind Rollen, die unser Verhalten bestimmen – ob im Kindergarten, am Arbeitsplatz oder in sozialen Medien. Wie funktionieren Gruppen, zu denen wir freiwillig oder unfreiwillig gehören? Was machen sie mit uns? Und was können wir mit Gruppen machen?

*Wir holen Dich da raus!*
Die Arbeitszeit deckt nur einen Teil des Lebens ab. Wer in der Freizeit nicht zu Hause versauern will, dem steht heute eine breite Palette an Neigungsgruppen zur Auswahl – vom Chor bis zur Reisegruppe. Allerdings kostet der Eintritt in eine Gruppe auch einiges an Überwindung. Man muss seinen Platz finden, sich auf Rivalitäten gefasst machen und womöglich Aggression aushalten. Die Gruppe könnte wunde Punkte bloßstellen, die einem schon in der Familie zu schaffen gemacht haben.

Aus all diesen Gründen sind Freizeitgruppen kein Allheilmittel gegen Einsamkeit. Wir erkunden, wie Individualisten mit den Zwängen des Gruppenlebens fertig werden und wieviel Eigensinn eine Neigungs- Gruppe vertragen kann.


09:30 Radiokolleg – Pigmente
Partikel für eine bunte Welt (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

"Pigment" ist die Bezeichnung für farbgebende Substanzen. Ohne sie wäre das Blut nicht rot, wären Blätter nicht grün, Haare nicht blond und die Haut von Tieren und Menschen durchsichtig. Pigmente dienen in der Natur und in der Kultur als Orientierung, haben Signalwirkung, sind Tarnung und Täuschung und bieten in ihrer organischen Form Schutz vor der Sonne.

Ohne Farben kein Michelangelo, kein Raffael, keine Maria Lassnig … und natürlich keine Höhlenmalerei! Über 40.000 Jahre alt sind die Zeichnungen aus der spanischen La Castillo-Höhle, gemalen mit Pigmenten von Holzkohle, Ocker und Lehm. Ein Farbstoff sticht unter allen anderen hervor: Das tiefblaue Indigo, das aus Indien nach Europa kam und als Farbe für Textilien einen Siegeszug antrat: ohne Indigo keine Arbeitskleidung, keine Jeans, kein "Blaumann" und auch kein "blau machen".

Das Gegenstück für den Farbstoff Indigo ist das Pigment Ultramarin, ein Gestein von geradezu himmlischer Farbe – das in der Malerei passenderweise für die Farbgebung des Himmels aber auch den Mantel der Maria auf unzähligen Gemälden von unschätzbarem Wert war. Es wurde teurer gehandelt als Gold, kommt vor allem in Afghanistan vor, und ist mit ein Grund, warum dieses Land über Jahrhunderte ausgebeutet und seine gewachsene Kultur zerstört wurde.

Pigmente und Farbstoffe lassen sich in drei Gruppen einteilen: anorganische, mineralische Pigmente; organische, die in Flora und Fauna zu finden sind, und von Menschen geschaffene Effektpigmente auf chemischer Basis.

Welche Folge hat das Fehlen von Pigmenten für alle Organismen? Wie (über)leben Menschen und Tiere, denen alle Pigmente fehlen, die an "Albinismus" erkranken?

Und: sind nun Cochenille-Läuse im tiefroten beliebten Sommerdrink oder nicht? – Ein Streifzug durch unsere farbenfrohe Welt und ihre Bedeutung.


09:45 Radiokolleg – Konzert für Stimme und Kurbelorchester
Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt (3).
Gestaltung: Dorothee Frank

Mit "Sängerin" und "Drehleierspieler" wäre das musikalische Tun von Natasa Mirkovic und Matthias Loibner nur unzureichend beschrieben. Beide mäandern zwischen Barock und Rock, traditioneller Musik unterschiedlicher Provenienz, Jazz und Elektronik. Natasa Mirkovic mit einer Stimme, die Gänsehaut erzeugt, insbesondere in der Darstellung von Trauer und Schmerz und deren Überwindung mit musikalischen Mitteln.

Matthias Loibner hat die Drehleier zu seinem Multi-Instrument gemacht. Unplugged, oder auch mit Live-Elektronik zum zeitgenössischen "Kurbelorchester" erweitert, und zwar durch ein selbst konzipiertes "Kastl" plus Software. Die beiden haben schon im Sandy Lopicic Orkestar zusammen gearbeitet. Eines ihrer wichtigsten Duoprojekte ist Schuberts Zyklus "Winterreise", für Stimme und Drehleier adaptiert.

Ein Konzert in der Elbphilharmonie im Februar 2018 erbrachte eine glänzende Rezension in der New York Times. Das Doppelporträt im "Radiokolleg" beobachtet Natasa Mirkovic und Matthias Loibner bei ihren jeweils eigenen, stilistisch vielfältigen Unternehmungen und an ihrer Schnittstelle als Duo.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Nadja Kayali.
Max Bruch: Acht Stücke für Klarinette, Bratsche und Klavier op. 83 (Paul Meyer, Gérard Caussé, François-René Duchâble).

Max Bruch war bereits als ganz junger Bub ein erfolgreicher Komponist. Seine Acht Stücke für Klarinette, Bratsche und Klavier sind allerdings ein Alterswerk. 1908, zwei Jahre vor seiner Pensionierung als Leiter der Klasse Komposition an der Berliner Akademie, könnte man sie als "Auftragswerke" seines ältesten Sohnes bezeichnen. Felix Bruch, Klarinettist und Dirigent, wünschte sich vom Vater ein romantisches Werk. Und der kam dem Wunsch seines Musiker-Sohnes gerne nach.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Ein Vorhang aus Grün". Von Eudora Welty. Aus dem Englischen von Katrine von Hutten. Es liest Michou Friesz.
Gestaltung: Stefanie Zussner
Präsentation: Gudrun Hamböck

Seit dem Tod ihres Mannes bewohnt Mrs. Larkin das kleine weiße Haus auf Larkin's Hill allein. Jeden Morgen tritt sie in einem alten schmuddeligen Männeroverall aus dem Haus und arbeitet pausenlos an den Stauden, Büschen und Blumen. Den Nachbarn kommt der Ort wie eine Art Urwald vor, in dem die schmächtige Gestalt jeden Tag untertaucht. Hin und wieder erträgt sie Jamey, einen Jungen aus der Nachbarschaft, in ihrem Garten. So auch an diesem schwülen Tag …

Die 1909 in Jackson, Mississippi, geborene Eudora Welty gehört wie Carson McCullers zu den bedeutenden Südstaatenautorinnen. Mit elf Jahren veröffentlichte sie bereits erste Gedichte, 1941 ihren ersten Erzählband "A Curtain of Green". Neben weiteren Erzählungen folgten die Romane "Delta Wedding" und "The Ponder Heart". Für den Roman "The Optimist's Daugther" erhielt die Autorin 1973 den Pulitzer-Preis. Eudora Welty war auch eine herausragende Fotografin und veröffentlichte mehrere Fotobände. Sie starb am 23. Juli 2001 in Jackson.

Der Erzählband "Ein Vorhang aus Grün" versammelt Erzählungen aus den 1940er-Jahren und hat im deutschsprachigen Raum zur Wiederentdeckung Eudora Weltys geführt, die Schriftstellerkollegen wie Arthur Miller oder auch Richard Ford inspiriert hat.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Helene Breisach


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
NDR Elbphilharmonie Orchester, Dirigent: Krzysztof Urbánski; Jugendkammerchor des Musikgymnasiums Schwerin; Harriet Krijgh, Violoncello. Anna Vinnitskaya, Klavier; Guillaume Couloumy, Trompete. Graeme Koehne: A Natural Philosophy (Uraufführung) * Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Klavier, Trompete und Streicher c-Moll op. 35 * Piotr Iljitsch Tschaikowsky: Symphonie Nr. 4 f-Moll op. 36 (aufgenommen am 15. Juni in der St.-Georgen-Kirche Wismar; Eröffnungskonzert der "Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2019").
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Der Himmel voller Götter
Die Ö1-Sommerreihe "Der Himmel voller Götter" präsentiert heuer von 15. Juli bis 29. August in 27 Fünf-Minuten-Miniaturen Gottheiten sowie Wesen und Mächte, die gottgleich wahrgenommen werden. Die ausgewählten Göttinnen und Götter entstammen religiösen und kulturellen Traditionen von allen Kontinenten Manche von ihnen wurden in gewissen Phasen der Menschheitsgeschichte an bestimmten Orten verehrt (z.B. Zeus, Isis und Mithras), manche werden seit Jahrtausenden und auch heute noch angebetet (z.B. Vishnu, Ahura Mazda und der Gott der abrahamitischen Religionen), manche wurden gerade erst entdeckt (z.B. Oyagami) und manche werden derzeit wieder-entdeckt (z.B. Odin und Brigid). Sie ähneln der Vorstellung nach oft dem Menschen – empfinden mitunter Liebe, Eifersucht, Zorn – und übersteigen doch das menschliche Maß, indem sie Welten erschaffen und zerstören können und indem sie allwissend, allmächtig und allgegenwärtig sind. Sie kämpfen für ihre Schutzbefohlenen und bestrafen sie, wenn es sein muss. Sie spenden Leben und bringen den Tod.

Unter den 27 ausgewählten Göttinnen und Göttern finden sich bekannte und in unseren Breiten völlig unbekannte. Manche sind Teil polytheistischer, manche monotheistischer Traditionen. Da gibt es den Gott mit Elefantenkopf, die Göttin mit Flossen statt Beinen und die Göttin, die vorher ein Gott war. Die einzelnen Kurzporträts erzählen darüber hinaus viel über die jeweiligen kulturellen Kontexte und vor allem über die Menschen rund um die Welt, die die Gottheiten verehren.

Andrea Eckert und Florian Teichtmeister werden die Sendereihe mit ihren Stimmen bereichern, Wissenschafter/innen von der Österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaft stellen ihre Expertise zur Verfügung. Ende August werden alle 28 Folgen als Doppel-CD erscheinen.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Marlene Schnedl


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Kulturgeschichte des Alkohols. Mit Regina Thumser-Wöhs, Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Das Geheimnis der Gärung kannten die Menschen schon vor Jahrtausenden. Bier, Wein und Met waren bereits bei den Sumerern beliebt. Hochprozentiges wurde allerdings erst ab dem siebten Jahrhundert hergestellt. Lange Zeit zog man den leichten Alkohol sogar dem Wasser als Durstlöscher vor, denn Alkohol tötete Erreger ab, die sich im ungeklärten Wasser befinden konnten. Außerdem hat Alkohol viele Kalorien- er galt daher früher auch als Nahrungsmittel.

Der preußische König Friedrich der Große (1712-1786) trat noch im 18. Jahrhundert einen Propagandafeldzug gegen den in Europa aufkommenden Kaffee an. Er selbst sei, sowie alle seine Vorfahren, mit Bier-Suppe erzogen worden, das sei "viel gesünder als der Caffee". Alkohol war schon immer auch eine Medizin, die schmerzlindernd wirkte – etwa bei Hippokrates, der sich gern mit Wein kurierte. Die gesundheitlichen Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums sind heute allseits bekannt und unbestritten, doch wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt es erst seit gut 200 Jahren.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Festival Glatt & Verkehrt live
The Urge of Night": Clemens Wenger arrangiert Mira Lu Kovacs.
Gestaltung: Johann Kneihs und Albert Hosp.

"The Urge of Night" ist ein mit Spannung erwarteter Programmpunkt des heurigen Glatt & Verkehrt-Festivals im Hof der Winzer Krems überschrieben: Clemens Wenger (JazzWerkstatt Wien, "5/8erl in Ehr'n") arrangiert im Rahmen eines Ö1 Kompositionsauftrags die Songs von Sängerin Mira Lu Kovacs ("Schmieds Puls", "5K HD") für eine sicherlich nicht alltägliche Tentett-Besetzung, inklusive Klarinette, Fagott und Waldhorn-Quartett!

Im Anschluss serviert die zum Quintett (Ost-)erweiterte Formation Billy & Johnny East Extension unter der Leitung des oberösterreichischen Violinisten Florian Sighartner ihren freigeistigen Bluesgrass-Balkan-Sound.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gruppen machen Menschen. Von der Urhorde zur Whatsapp Group (3).
Gestaltung: Christian Schüller

Pigmente. Partikel für eine bunte Welt (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Konzert für Stimme und Kurbelorchester (3). Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt.
Gestaltung: Dorothee Frank


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Zeit-Ton Magazin.
Gestaltung: Heinrich Deisl

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf die 40. Ausgabe der Nickelsdorfer Konfrontationen.

*

Donnerstag, 25. Juli 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
Präsentation: Aimie Rehburg
Musikauswahl: Beate Linke-Fischer

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Als lachten alle Sterne" – Texte von Antoine de Saint-Exupéry aus Anlass seines 75. Todestages, gelesen von Schauspieler Manuel Rubey. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können", hat der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry in seinem wohl bekanntesten Werk "Der kleine Prinz" geschrieben.

Bis heute begeistert Antoine de Saint-Exupéry ein millionenfaches Publikum mit Werken wie "Südkurier", "Wind, Sand und Sterne", "Flug nach Arras" und "Der kleine Prinz", in denen er große menschliche Themen wie Angst und Freundschaft, Liebe und Tod thematisiert. Der Flieger Antoine de Saint-Exupéry kehrte von seinem letzten Flug, einem Aufklärungsflug über Korsika am 31. Juli 1944, nicht zurück und wurde vermutlich von deutschen Jagdfliegern abgeschossen. – Anlässlich von Saint-Exupérys 75. Todestag liest der Schauspieler Manuel Rubey Texte des französischen Schriftstellers.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Gruppen machen Menschen
Von der Urhorde zur Whatsapp Group (4).
Gestaltung: Christian Schüller

Selbstbestimmung und Individualität gelten als wichtige Errungenschaften der westlichen Gesellschaft. Doch wie unabhängig sind wir voneinander wirklich? Psychologie, Verhaltensforschung und Biologie haben längst gezeigt, dass vor dem Ich das Wir kommt. Es sind Rollen, die unser Verhalten bestimmen – ob im Kindergarten, am Arbeitsplatz oder in sozialen Medien. Wie funktionieren Gruppen, zu denen wir freiwillig oder unfreiwillig gehören? Was machen sie mit uns? Und was können wir mit Gruppen machen?

*Die Gruppe als Therapeutin*
Seit den 1930er und 40er Jahren wissen Soziologen und Psychologen, dass Gruppen wie ein Spiegelsaal wirken: was der oder die Einzelne in einer Gruppe tut oder fühlt, spiegelt sich immer bei den Anderen. Oft ist uns gar nicht bewusst, dass wir aussprechen, was die Gruppe durch uns zum Ausdruck bringen will. Das ist nur eine der verblüffenden Auswirkungen der Gruppendynamik.

Weil Menschen in einer Gruppe oft ähnliche Konflikte erleben wie in der Familie oder am Arbeitsplatz, eignen sich Gruppen gut für Psychotherapie. Wir haben uns sehr unterschiedliche Methoden angesehen, vom Psychodrama über die systemische Aufstellung bis zur Gruppenanalyse. Gemeinsam haben sie, dass Patient/innen lernen müssen, auch auf andere Gruppenteilnehmer/innen einzugehen.

Gehirnforscher haben inzwischen bestätigt, was Kinder-Psychotherapeuten aus der Praxis wissen: Auch unsere Fähigkeit zu denken ist von Beziehungen abhängig, und damit auch von den Gruppen, in denen wir aufwachsen. Deshalb können auch im späteren Leben Beziehungsstress und Verlustangst zu Denkblockaden führen.

Neben Therapiegruppen haben auch Selbsthilfegruppen großen Zulauf: Alkoholkranke, Trauernde, Schüchterne, Schwerhörige oder Menschen, die mit ihrer sexuellen Ausrichtung Probleme haben, suchen die Gesellschaft Anderer, die Ähnliches erleben und sich in sie hineindenken können. Seit kurzem gibt es auch Gruppen für Internet- Süchtige. Wer es also schwer findet, eine reale Gruppe in der nicht-virtuellen Welt zu ertragen, kann sich mit Menschen treffen, denen es genau so geht.


09:30 Radiokolleg – Pigmente
Partikel für eine bunte Welt (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

"Pigment" ist die Bezeichnung für farbgebende Substanzen. Ohne sie wäre das Blut nicht rot, wären Blätter nicht grün, Haare nicht blond und die Haut von Tieren und Menschen durchsichtig. Pigmente dienen in der Natur und in der Kultur als Orientierung, haben Signalwirkung, sind Tarnung und Täuschung und bieten in ihrer organischen Form Schutz vor der Sonne.

Ohne Farben kein Michelangelo, kein Raffael, keine Maria Lassnig … und natürlich keine Höhlenmalerei! Über 40.000 Jahre alt sind die Zeichnungen aus der spanischen La Castillo-Höhle, gemalen mit Pigmenten von Holzkohle, Ocker und Lehm. Ein Farbstoff sticht unter allen anderen hervor: Das tiefblaue Indigo, das aus Indien nach Europa kam und als Farbe für Textilien einen Siegeszug antrat: ohne Indigo keine Arbeitskleidung, keine Jeans, kein "Blaumann" und auch kein "blau machen".

Das Gegenstück für den Farbstoff Indigo ist das Pigment Ultramarin, ein Gestein von geradezu himmlischer Farbe – das in der Malerei passenderweise für die Farbgebung des Himmels aber auch den Mantel der Maria auf unzähligen Gemälden von unschätzbarem Wert war. Es wurde teurer gehandelt als Gold, kommt vor allem in Afghanistan vor, und ist mit ein Grund, warum dieses Land über Jahrhunderte ausgebeutet und seine gewachsene Kultur zerstört wurde.

Pigmente und Farbstoffe lassen sich in drei Gruppen einteilen: anorganische, mineralische Pigmente; organische, die in Flora und Fauna zu finden sind, und von Menschen geschaffene Effektpigmente auf chemischer Basis.

Welche Folge hat das Fehlen von Pigmenten für alle Organismen? Wie (über)leben Menschen und Tiere, denen alle Pigmente fehlen, die an "Albinismus" erkranken?

Und: sind nun Cochenille-Läuse im tiefroten beliebten Sommerdrink oder nicht? – Ein Streifzug durch unsere farbenfrohe Welt und ihre Bedeutung.


09:45 Radiokolleg – Konzert für Stimme und Kurbelorchester
Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt (4).
Gestaltung: Dorothee Frank

Mit "Sängerin" und "Drehleierspieler" wäre das musikalische Tun von Natasa Mirkovic und Matthias Loibner nur unzureichend beschrieben. Beide mäandern zwischen Barock und Rock, traditioneller Musik unterschiedlicher Provenienz, Jazz und Elektronik. Natasa Mirkovic mit einer Stimme, die Gänsehaut erzeugt, insbesondere in der Darstellung von Trauer und Schmerz und deren Überwindung mit musikalischen Mitteln.

Matthias Loibner hat die Drehleier zu seinem Multi-Instrument gemacht. Unplugged, oder auch mit Live-Elektronik zum zeitgenössischen "Kurbelorchester" erweitert, und zwar durch ein selbst konzipiertes "Kastl" plus Software. Die beiden haben schon im Sandy Lopicic Orkestar zusammen gearbeitet. Eines ihrer wichtigsten Duoprojekte ist Schuberts Zyklus "Winterreise", für Stimme und Drehleier adaptiert.

Ein Konzert in der Elbphilharmonie im Februar 2018 erbrachte eine glänzende Rezension in der New York Times. Das Doppelporträt im "Radiokolleg" beobachtet Natasa Mirkovic und Matthias Loibner bei ihren jeweils eigenen, stilistisch vielfältigen Unternehmungen und an ihrer Schnittstelle als Duo.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt mit Hans Georg Nicklaus. Unter anderem Duke Ellingtons "Harlem" und andere Verwicklungen von symphonischer Musik und Jazz.

Die Verbindung von Jazz und symphonischer Musik ist von beiden Seiten, von Seiten großer Jazzmusiker und großer "klassischer" Komponisten im Laufe des 20. Jahrhunderts immer wieder versucht worden. Neugier und Ehrgeiz haben gerade die erfolgreichen Musiker dazu getrieben, sich auch im anderen Genre zu beweisen oder zumindest Elemente zu adaptieren, Klangfarben, Harmonien, Rhythmen zu nutzen.

So zum Beispiel Duke Ellingtons Orchestersuite "Harlem", Rolf Liebermanns Konzert für Jazzband und Symphonieorchester oder Bernsteins "Prelude, Fugues and Riffs". Für die Interpreten/innen stellt sich die Frage: wie "klassisch-symphonisch" oder "jazzig" sind diese Werke zu spielen?


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Der Papierjunge". Von Sofia Andruchowytsch (aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck). Es liest Chris Pichler.
Gestaltung: Friederike Raderer

Stanislau um 1900: eine galizische Kleinstadt am Rande der Monarchie. Adelja und Stefa, "miteinander verflochten wie die Stämme zweier Bäume", einander stützend, einander die Luft zum Atmen nehmend, wachsen gemeinsam auf. Als Adelja den Steinmetz Petro heiratet, wird aus der engen Verstrickung ein Dreieck, aus dem Stefa sich vergeblich zu befreien trachtet.

Und als der Magier Torn mit seinem Zirkus die Stadt besucht, taucht plötzlich der engelsgleiche Junge Felix in Petros Werkstatt auf – ein kleiner Schlangenmensch, sprachlos, biegsam und brüchig wie Papier.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Daniela Knaller.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
"Hier gilt's der Kunst!" Tenor Ernst Haefliger zwischen Bach und Schubert.

Für in die Breite wirkende deutschsprachige Tenorstars wie Rudolf Schock oder Fritz Wunderlich war der gebürtige Schweizer Ernst Haefliger kein Konkurrent; Genauigkeitsfanatiker am Dirigentenpult wie Ferenc Fricsay hätten ihn hingegen am liebsten für alles von Mozart-Opern bis zur neuesten Moderne eingesetzt. So einnehmend war Ernst Haefligers Mischung von Noten-Akkuratesse, gesangstechnischer Tugendhaftigkeit und Schmelz ohne Schmalz.

Der vor 100 Jahren Geborene machte im Schallplattenstudio beste Figur, wurde für seine von romantischen Exzessen vollends freien Liedinterpretationen bewundert und galt außerdem als einer "der" Bach-Evangelisten seiner Generation. Ernst Haefliger: führende Persönlichkeit einer Gesangsära, die ihren treibenden Impuls aus dem "nie wieder" gegen den Stil der Väter empfing.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Wie Gerüche auf uns wirken.
Gestaltung: Ute Maurnböck

Jemanden nicht riechen können – dieses Sprichwort zeigt, wie wichtig der Geruch für die zwischenmenschlichen Beziehungen ist. Wir testen dabei sozusagen geruchsmäßig, wie gut jemand zu uns passt. Was man riecht und was nicht, ist individuell verschieden: die Ö1 Kinderuni Reporter/innen Alba, Clemens, Frieda, Moritz sowie Nora und Anna überlegen: eine mag Spargel nicht, ein anderer kann Eichenmoos nicht riechen, wieder eine hat ihre Probleme mit Rindenmulch.

Auch Geruch und Geschmack hängen eng miteinander zusammen. Mit der Zunge schmecken wir zum Beispiel süß oder sauer, wenn wir aber meinen, wie gut etwas schmeckt, dann riechen wir es eigentlich mehr, als dass wir es schmecken.

Die Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher erklärt, wie die Sinneszellen in unserer Nase arbeiten und was sie mit uns machen.


16:55 Der Himmel voller Götter
Die Ö1-Sommerreihe "Der Himmel voller Götter" präsentiert heuer von 15. Juli bis 29. August in 27 Fünf-Minuten-Miniaturen Gottheiten sowie Wesen und Mächte, die gottgleich wahrgenommen werden. Die ausgewählten Göttinnen und Götter entstammen religiösen und kulturellen Traditionen von allen Kontinenten Manche von ihnen wurden in gewissen Phasen der Menschheitsgeschichte an bestimmten Orten verehrt (z.B. Zeus, Isis und Mithras), manche werden seit Jahrtausenden und auch heute noch angebetet (z.B. Vishnu, Ahura Mazda und der Gott der abrahamitischen Religionen), manche wurden gerade erst entdeckt (z.B. Oyagami) und manche werden derzeit wieder-entdeckt (z.B. Odin und Brigid). Sie ähneln der Vorstellung nach oft dem Menschen – empfinden mitunter Liebe, Eifersucht, Zorn – und übersteigen doch das menschliche Maß, indem sie Welten erschaffen und zerstören können und indem sie allwissend, allmächtig und allgegenwärtig sind. Sie kämpfen für ihre Schutzbefohlenen und bestrafen sie, wenn es sein muss. Sie spenden Leben und bringen den Tod.

Unter den 27 ausgewählten Göttinnen und Göttern finden sich bekannte und in unseren Breiten völlig unbekannte. Manche sind Teil polytheistischer, manche monotheistischer Traditionen. Da gibt es den Gott mit Elefantenkopf, die Göttin mit Flossen statt Beinen und die Göttin, die vorher ein Gott war. Die einzelnen Kurzporträts erzählen darüber hinaus viel über die jeweiligen kulturellen Kontexte und vor allem über die Menschen rund um die Welt, die die Gottheiten verehren.

Andrea Eckert und Florian Teichtmeister werden die Sendereihe mit ihren Stimmen bereichern, Wissenschafter/innen von der Österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaft stellen ihre Expertise zur Verfügung. Ende August werden alle 28 Folgen als Doppel-CD erscheinen.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Kulturgeschichte des Alkohols. Mit Regina Thumser-Wöhs, Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Das Geheimnis der Gärung kannten die Menschen schon vor Jahrtausenden. Bier, Wein und Met waren bereits bei den Sumerern beliebt. Hochprozentiges wurde allerdings erst ab dem siebten Jahrhundert hergestellt. Lange Zeit zog man den leichten Alkohol sogar dem Wasser als Durstlöscher vor, denn Alkohol tötete Erreger ab, die sich im ungeklärten Wasser befinden konnten. Außerdem hat Alkohol viele Kalorien- er galt daher früher auch als Nahrungsmittel.

Der preußische König Friedrich der Große (1712-1786) trat noch im 18. Jahrhundert einen Propagandafeldzug gegen den in Europa aufkommenden Kaffee an. Er selbst sei, sowie alle seine Vorfahren, mit Bier-Suppe erzogen worden, das sei "viel gesünder als der Caffee". Alkohol war schon immer auch eine Medizin, die schmerzlindernd wirkte – etwa bei Hippokrates, der sich gern mit Wein kurierte. Die gesundheitlichen Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums sind heute allseits bekannt und unbestritten, doch wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt es erst seit gut 200 Jahren.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Festival Glatt & Verkehrt live
Mitreißende Klänge aus Galicien und der Welt des Klezmer.
Gestaltung: Johann Kneihs und Albert Hosp.

"Übers Meer" lautet das Motto des heutigen "Glatt & Verkehrt"-Abends in Krems. Mit Sängerin Uxìa erhebt die Grande Dame der traditionellen Musik Galiciens ihre Stimme, im nordwestlichen Eck der iberischen Halbinsel an der Atlantik-Küste gelegen, wo man mit Stolz auf den keltischen Einfluss verweist.

Die siebenköpfige britische Klezmerband She'Koyokh um Klarinettistin Susi Evans und die kurdische Sängerin Çigdem Aslan bietet hingegen mitreißende Lieder und Tänze nicht nur aus der jüdischen Tradition, sondern ebenso aus Bulgarien, Bosnien, Serbien und Anatolien.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Gruppen machen Menschen. Von der Urhorde zur Whatsapp Group (4).
Gestaltung: Christian Schüller

Pigmente. Partikel für eine bunte Welt (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Konzert für Stimme und Kurbelorchester (4). Natasa Mirkovic & Matthias Loibner im Doppelporträt.
Gestaltung: Dorothee Frank


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
ICAS Radio vom Gamma Festival in St. Petersburg.
Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn

Ende 2014 gründeten 16 Festivals des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound die Plattform Shape für spannende neue Projekte aus dem Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst – eines dieser 16 Festivals ist das ORF musikprotokoll im steirischen herbst. Gemeinsam werden jedes Jahr 48 Künstler/innen und Projekte ausgewählt, auf die dann jeweils zwölf Monate lang die ICAS Scheinwerfer gerichtet sind.

Und einmal im Laufe dieser zwölf Monate besuchen wir ein befreundetes Festival, um gemeinsam einen Shape Showcase zu veranstalten. Nach Montreal, Rio und Kampala führte uns dieser Anfang Juli in die russische Kulturmetropole St. Petersburg zum Gamma Festival. Gemeinsam mit dem musikprotokoll zum Gamma Festival gereist sind Schtum.

*

Freitag, 26. Juli 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
Präsentation: Aimie Rehburg
Musikauswahl: Gerald Kolbe

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Als lachten alle Sterne" – Texte von Antoine de Saint-Exupéry aus Anlass seines 75. Todestages, gelesen von Schauspieler Manuel Rubey. -
Gestaltung: Alexandra Mantler

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können", hat der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry in seinem wohl bekanntesten Werk "Der kleine Prinz" geschrieben.

Bis heute begeistert Antoine de Saint-Exupéry ein millionenfaches Publikum mit Werken wie "Südkurier", "Wind, Sand und Sterne", "Flug nach Arras" und "Der kleine Prinz", in denen er große menschliche Themen wie Angst und Freundschaft, Liebe und Tod thematisiert. Der Flieger Antoine de Saint-Exupéry kehrte von seinem letzten Flug, einem Aufklärungsflug über Korsika am 31. Juli 1944, nicht zurück und wurde vermutlich von deutschen Jagdfliegern abgeschossen. – Anlässlich von Saint-Exupérys 75. Todestag liest der Schauspieler Manuel Rubey Texte des französischen Schriftstellers.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Festivalmagazin
Festivals am Millstättersee: Musikwochen und Gitarrenfestival Millstatt * Festival Pitten Classics.
Präsentation: Daniela Knaller


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Die Geschichte des Körpers". Von Thomas Stangl. Es liest Simon Jensen.
Gestaltung: Gudrun Hamböck

Die Nummer 105 gehört zu den Lieblingszimmern des Zivildieners im Pflegeheim. Seine Bewohnerinnen Nelly Lapinski und Franziska Hönig leben wie in getrennten Sphären nebeneinander her. Frau Lapinski verliert ihre Heiterkeit nicht, wenn sie sich wieder einmal in ihrer extravaganten Garderobe verwickelt hat und Frau Hönig trifft imaginäre kleine Tiere auf dem Korridor. Der Zivildiener plant schon die Reise, die er nach seinem Dienst antreten möchte. Er hat nur noch eine Woche, da kann nicht mehr viel passieren …

Mit der Erzählung "Die Toten von Zimmer 105" gewann der 1966 in Wien geborene Autor Thomas Stangl den diesjährigen Wortmeldungen Literaturpreis. Aus der Begründung der Jury: " … Thomas Stangl gelingt etwas ganz Besonderes: Er macht die alten und kranken Menschen nicht zu Objekten, die er beschreibt, sondern er macht uns, die Leser, zum Subjekt …"

Der vielfach ausgezeichnete Autor veröffentlichte bisher fünf Romane, zuletzt im Vorjahr "Fremde Verwandtschaften". Außerdem liegen zwei Essaybände von ihm vor: "Reisen und Gespenster" und "Freiheit und Langeweile". Die prämierte Erzählung stammt aus dem Band "Die Geschichte des Körpers", erschienen im Literaturverlag Droschl.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Ralph Towner, Paul McCandless & Co. mit alten Hits und neuen Überraschungen.
Gestaltung: Helmut Jasbar

Seit nahezu fünfzig (!) Jahren zählt Oregon zu den herausragenden Ensembles des Jazz. Die Band um den Gitarristen und Pianisten Ralph Towner war eine der ersten, die die Genregrenzen zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik überschritt und jene Genres zu einem kammermusikalischen Ganzen verschmolz. Das große Instrumentarium sorgte über die Zeit hinweg für die Frische des Ensembleklanges.

Neben Towner gehört noch Paul McCandless (Bassklarinette, Sopransaxofon, Oboe, Bambusflöte) zur Urbesetzung, die sich erst ab 1984, nach dem Tod des Langzeit-Perkussionisten Colin Walcott, zu ändern begann. Seit 1996 sitzt Mark Walker bei Oregon am Schlagzeug. Und erst seit 2015 ersetzt der Mailänder Kontrabassist Paolino Dalla Porta das Gründungsmitglied Glen Moore, das sich mehr seiner eigenen Musik widmen wollte.

Im Münchner Jazzclub Unterfahrt richtet sich die Band am 16. März 2018 zu voller Größe auf und zeigt, dass sie immer noch von inspirierender Kraft beseelt ist. Oregon mischt in diesem Konzert bewährte Kompositionen mit neuem Material. Wobei Jim Peppers "Witchi Tai Too" nicht fehlen darf.


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Im Gespräch
"Ich habe das Wort Regie nicht gerne. Das erinnert mich an Regime" -
Doris Stoisser im Gespräch mit George Tabori, Theaterregisseur (Erstausstrahlung am 13. Juni 1991).

Vor 105 Jahren, am 24. Mai 1914, wurde der 2007 in Berlin verstorbene Drehbuchautor, Schauspieler, Sprecher, Schriftsteller, Übersetzer, Dramatiker und Theaterregisseur George Tabori in Budapest geboren. Seine Mutter Elsa stammte aus Wien, sein Vater Cornelius war ein linker Journalist und Schriftsteller. Dass er Jude ist, erfuhr er erst im Alter von sieben Jahren.

1933 emigrierte Tabori nach London, wo sich schon seit Bruder Paul, auch Schriftsteller, aufhielt. Der Vater wurde in Auschwitz ermordet, die Mutter starb 1966. 1947 ging er nach Hollywood, wo er Drehbücher für Filmgrößen wie Joseph Losey und Alfred Hitchcock verfasste. Sein erstes Theaterstück wurde ohne Erfolg von Elia Kazan am Broadway uraufgeführt.

Ab Mitte der 1950er-Jahre inszenierte Tabori selbst. Einer seiner ersten Assistenten war der junge, pickelige Dustin Hoffman. Der Rest ist Theatergeschichte. Eine Vielzahl von Stücken und Theaterproduktionen sowohl im englischen als auch im deutschen Sprachraum haben George Tabori groß und völlig unverwechselbar gemacht.

1985 heiratete er in vierter Ehe die Schauspielerin Ursula Höpfner, die er "am meisten liebte von allen Menschen in meinem Leben". Ab 1987 lebte er in Wien, wo er am Wiener Burgtheater unter Claus Peymann seine größten Erfolge feierte. 1999 folgte er Peymann nach Berlin, wo er 2007 verstarb. – Das Gespräch mit ihm führte Doris Stoisser im Jahr 1991.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Michael Neuhauser


17:55 Betrifft: Geschichte
Zur Kulturgeschichte des Alkohols. Mit Regina Thumser-Wöhs, Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

Das Geheimnis der Gärung kannten die Menschen schon vor Jahrtausenden. Bier, Wein und Met waren bereits bei den Sumerern beliebt. Hochprozentiges wurde allerdings erst ab dem siebten Jahrhundert hergestellt. Lange Zeit zog man den leichten Alkohol sogar dem Wasser als Durstlöscher vor, denn Alkohol tötete Erreger ab, die sich im ungeklärten Wasser befinden konnten. Außerdem hat Alkohol viele Kalorien- er galt daher früher auch als Nahrungsmittel.

Der preußische König Friedrich der Große (1712-1786) trat noch im 18. Jahrhundert einen Propagandafeldzug gegen den in Europa aufkommenden Kaffee an. Er selbst sei, sowie alle seine Vorfahren, mit Bier-Suppe erzogen worden, das sei "viel gesünder als der Caffee". Alkohol war schon immer auch eine Medizin, die schmerzlindernd wirkte – etwa bei Hippokrates, der sich gern mit Wein kurierte. Die gesundheitlichen Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums sind heute allseits bekannt und unbestritten, doch wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt es erst seit gut 200 Jahren.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Wie Smartphone und Sprachassistenten unsere Sprache formen
Gestaltung: Julia Gindl

Wenn wir auf unserem Smartphone Nachrichten verfassen, erhalten wir – sofern nicht deaktiviert - Formulierungsvorschläge. Das Textprogramm glaubt zu wissen, was wir schreiben möchten und schlägt Wortvervollständigungen oder auch ganze Wörter vor. Für den deutschen Sprachwissenschaftler Henning Lobin ist dies ein massiver Eingriff in das eigene Formulierungsverhalten.

"Hey Siri, stell den Timer auf 10 Minuten!" Nicht besonders liebevoll, eher im Befehlston formulieren wir, wenn wir mit Sprachassistenten reden. Ob virtuelle Systeme oder intelligente Maschinen und der Umgang mit ihnen unseren Wortschatz und unsere Sprache verändern, hat sich Julia Gindl angeschaut.

Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl


19:30 Festival Glatt & Verkehrt live
Jüdische Lieder, italienische Canzoni und kongolesische Referenzen.
Gestaltung: Johann Kneihs und Albert Hosp.

Unter Federführung des Sängers Psoy Korolenko und des Violinisten Sergei Erdenko sowie von Anna Shternshis, Professorin für Jiddisch-Studien an der Universität Toronto, wurde unlängst ein wieder entdecktes Konvolut jüdischer Lieder aus dem Zweiten Weltkrieg zu klingendem Leben erweckt: Niedergeschrieben im Angesicht des Holocaust, bilden diese von Verzweiflung, Hoffnung, Mut, Widerstandsgeist und Zorn erfüllten Texte und Melodien ein berührendes Dokument nackten Menschseins. Veröffentlicht auf der CD "The Lost Songs of World War II", führen Korolenko, Erdenko und Shternshis mit zehnköpfigem Ensemble das großartige Programm "Yiddish Glory" heute bei "Glatt & Verkehrt" auf.

Weiters ist das aus Neapel stammende, stiloffene Singer/Songwriter-Duo Ilaria Graziano/Francesco Forni zu erleben, das heute seine Österreich-Premiere feiert. Und der Kärntner Kontrabassist Lukas Kranzelbinder, mit seiner Band Shake Stew zurzeit international erfolgreich, präsentiert das für das SWR-NEWJazz Meeting 2018 zusammen gestellte Projekt "On boit Lumumba!" mit dem in Graz lebenden kongolesischen Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila und der persischen Klarinettistin Mona Matbou Riahi.


23:00 Nachrichten


23:03 Lange Nacht der Neuen Österreichischen Chormusik
mit Gustav Danzinger und sieben musiksüchtigen Chorleitern.

Sieben Stunden hat die traditionsreiche "Lange Nacht" in Ö1, und so sind diesmal sieben der besten, profiliertesten Chorleiter Österreichs eingeladen, jeweils eine Stunde dieser "Langen Nacht der Neuen Österreichischen Chormusik" zu gestalten; Chorleiter, die sich auch intensiv der neuen österreichischen Chormusik zugetan fühlten. Es sind dies:

Erwin Ortner – Arnold Schoenberg-Chor und ORF-Chor
Johannes Prinz – Wiener Kammerchor, Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und Studiochor Graz
Otto Kargl – cappella nova graz und Domkantorei St. Pölten
Alois Glaßner – Hugo Distler Chor Wien und Salzburger Bach-Chor
Michael Grohotolsky – Wiener Kammerchor und Chorus Viennensis
Heinz Ferlesch – Chor Ad Libitum und Wiener Singakademie
Johannes Hiemetsberger – Chorus sine nomine und Company of Music.

Somit gibt es in dieser langen Nacht von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr in der Früh in Ö1 viel neue Chormusik aus unserer Heimat zu hören – von den Vätern der neuen Musik, Anton Heiller und Johann Nepomuk David bis zu den jüngsten Sprossen. Wir wollen auch von den kompetenten Chorleitern erfahren, wie sie die Situation der Chorszene im kulturellen Ganzen einschätzen, ob sie ein Nischendasein fristet oder ob eine tatendurstige Aufbruchsstimmung verortet wird. Wir werden hören, wie die Interaktion zwischen Komponisten und Chören funktioniert, welche Möglichkeiten genutzt werden und welche noch zukünftig offenstehen. Und wir werden sieben Stunden lang viel Begeisterung und Liebe verspüren und schöpfen können; Liebe zum schönsten und persönlichsten Instrument, das es gibt: zur menschlichen Stimme!


00:00 Nachrichten


00:05 Lange Nacht der Neuen Österreichischen Chormusik
(Fortsetzung)

01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten.

Mit Gustav Danzinger und sieben musiksüchtigen Chorleitern. Sieben Stunden hat die traditionsreiche "Lange Nacht" in Ö1, und so sind diesmal sieben der besten, profiliertesten Chorleiter Österreichs eingeladen, jeweils eine Stunde dieser "Langen Nacht der Neuen Österreichischen Chormusik" zu gestalten; Chorleiter, die sich auch intensiv der neuen österreichischen Chormusik zugetan fühlten. Es sind dies:

Erwin Ortner – Arnold Schoenberg-Chor und ORF-Chor
Johannes Prinz – Wiener Kammerchor, Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und Studiochor Graz
Otto Kargl – cappella nova graz und Domkantorei St. Pölten
Alois Glaßner – Hugo Distler Chor Wien und Salzburger Bach-Chor
Michael Grohotolsky – Wiener Kammerchor und Chorus Viennensis
Heinz Ferlesch – Chor Ad Libitum und Wiener Singakademie
Johannes Hiemetsberger – Chorus sine nomine und Company of Music.

Somit gibt es in dieser langen Nacht von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr in der Früh in Ö1 viel neue Chormusik aus unserer Heimat zu hören – von den Vätern der neuen Musik, Anton Heiller und Johann Nepomuk David bis zu den jüngsten Sprossen. Wir wollen auch von den kompetenten Chorleitern erfahren, wie sie die Situation der Chorszene im kulturellen Ganzen einschätzen, ob sie ein Nischendasein fristet oder ob eine tatendurstige Aufbruchsstimmung verortet wird. Wir werden hören, wie die Interaktion zwischen Komponisten und Chören funktioniert, welche Möglichkeiten genutzt werden und welche noch zukünftig offenstehen. Und wir werden sieben Stunden lang viel Begeisterung und Liebe verspüren und schöpfen können; Liebe zum schönsten und persönlichsten Instrument, das es gibt: zur menschlichen Stimme!

(Erstausstrahlung am 26.4.2019)
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

*


Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
30. Woche – 20.07. bis 26.07.2019
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 12. Juli 2019

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