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WIRTSCHAFT/9227: Nachrichten - BR Text 13.02.2020


BR Text vom 13.02.2020 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Studie: Deutscher Mindestlohn niedriger +++ Airbus ins Minus gerutscht +++ Bombardier mit Milliarden-Minus +++ Commerzbank-Gewinn eingebrochen +++ Stellenabbau bei Linde geplant +++ Mobilfunk-Messe MWC abgesagt +++ 3 Wirtschaft Kurzmeldungen +++

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Studie: Deutscher Mindestlohn niedriger

Trotz einer Steigerung hinkt der Min-
destlohn in Deutschland dem in anderen
EU-Ländern deutlich hinterher.

Deutschland habe den Mindestlohn erst
später und auf relativ niedrigem Niveau
eingeführt und habe noch nicht aufge-
holt, erklärte der Tarifexperte Schul-
ten, der eine EU-weite Studie für die
gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung
durchgeführt hatte.

Der deutsche Mindestlohn war 2015 ein-
geführt und 2019 von 8,50 auf 9,35 Euro
erhöht worden. Inflationsbereinigt
stiegen die Mindestlöhne EU-weit seit-
her um 4,4, hierzulande um 0,3 Prozent.

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Airbus ins Minus gerutscht

Der europäische Luftfahrt- und Rüs-
tungskonzern Airbus ist nach milliar-
denschweren Strafzahlungen wegen Kor-
ruptionsvorwürfen ins Minus geraten.

Wie der Konzern im französischen Tou-
louse mitteilte, fiel 2019 ein Fehlbe-
trag von 1,4 Milliarden Euro an.

Der Betriebsrat in Bayern warb derweil
für neue Eurofighter für die Bundes-
wehr. Sollte nächste Woche eine Ent-
scheidung für die US-Maschine F-18 fal-
len, "wären die technischen Kompetenzen
weg, die USA hätten den Markt für
sich". In Bayern beschäftigt Airbus
7.500, weltweit gut 60.000 Menschen.

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Bombardier mit Milliarden-Minus

Der kriselnde kanadische Zug- und Flug-
zeugbauer Bombardier hat das vergangene
Geschäftsjahr mit tiefroten Zahlen ab-
geschlossen.

Im 4.Quartal lag das Betriebsergebnis
mit 1,7 Milliarden Dollar im Minus, wie
das Unternehmen in Montreal mitteilte.
Im entsprechenden Vorjahreszeitraum
hatte es noch 342 Mio. Dollar Gewinn
gegeben. Grund seien u.a. hohe Kosten
im europäischen Eisenbahngeschäft.

Die Kanadier hatten zuvor erklärt, aus
ihrem letzten großen Flugzeugprogramm
auszusteigen. Airbus und die Provinz
Quebec übernehmen deren 33 % am A220.

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Commerzbank-Gewinn eingebrochen

Die seit der Finanzkrise teilverstaat-
lichte Commerzbank hat wegen niedriger
Zinsen und Kosten für den Konzernumbau
einen Gewinneinbruch erlitten.

Das Konzernergebnis 2019 fiel um ein
Viertel auf 644 Millionen Euro, wie das
Geldhaus in Frankfurt am Main mitteil-
te. Die Erträge legten von 8,57 auf
8,64 Milliarden zu. Aktionäre erhalten
eine Dividende von 15 Cent je Aktie.

Unternehmenschef Zielke betonte, der
Konzernumbau schreite schneller voran
als erwartet. Die angestrebte Rendite
2023 von vier Prozent könne daher even-
tuell übertroffen werden.

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Stellenabbau bei Linde geplant

Der deutsch-amerikanische Linde-Konzern
hat einen Stellenabbau im deutschen
Gasegeschäft angekündigt.

Der aus den USA angereiste Vorstands-
chef Angel sagte in Pullach bei Mün-
chen, es werde "auf jeden Fall Anpas-
sungen geben". Bayerns IG-Metall-Chef
Horn befürchtet, dass bis Ende nächsten
Jahres 850 der bislang 7.000 Stellen in
Deutschland gestrichen werden.

Linde hat den Gewinn im vergangenen
Jahr kräftig gesteigert. Das operative
Ergebnis kletterte um Währungs- und
Fusionseffekte bereinigt um 14 Prozent
auf 5,27 Milliarden Euro.

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Mobilfunk-Messe MWC abgesagt

Aus Furcht vor dem Corona-Virus it en
die Veranstalter die weltgrößte Mobil-
funkmesse MWC abgesagt, die vom 24. bis
27. Februar in Barcelona geplant war.

Der Veranstalter teilte mit, "globale
Besorgnis bezüglich der Corona-Virus-
epidemie, Befürchtungen bezüglich Rei-
sen und andere Umstände" machten es un-
möglich, die Messe abzuhalten.

Zu dem Kongress waren über 100.000 Be-
sucher aus 200 Ländern erwartet worden,
darunter 5.000 bis 6.000 aus China. Zu
den Firmen, die ihre Teilnahme absag-
ten, gehören die Deutsche Telekom, Vo-
dafone, LG, Sony und die britische BT.

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3 WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Ansbach: Der Klinikverbund ANregiomed
erwartet für 2019 einen Verlust von 8,5
Millionen Euro. Da ein Minus von 9,2
Millionen prognostiziert worden sei,
gelte das Ergebnis als positiv, betonte
Vorstand Sontheimer. Der Sanierungspro-
zess werde fortgesetzt, auch wenn es
unter den Bedingungen schwer sei, Per-
sonal zu finden.

Berlin: Die einzige direkte Flugverbin-
dung zwischen Berlin und Peking ist we-
gen des Corona-Virus bis Ende März aus-
gesetzt worden. Die Fluggesellschaft
Hainan strich bis 28. März alle ange-
setzten Verbindungen. Betroffene Passa-
giere wurden gebeten, sich über Alter-
nativen zu informieren.

Düsseldorf: Metro-Chef Koch hat ange-
kündigt, dass nach dem Verkauf der Su-
permarktkette Real an Finanzinvestor
SCP 30 der 276 Filialen geschlossen
werden. Die Marke mit 34.000 Mitarbei-
tern werde danach zerschlagen. 50 Märk-
te würden noch ein Jahr weiter betrie-
ben, die anderen würden an Konkurrenten
wie Edeka und Kaufland verkauft. Metro
hatte seit langem nach einem Käufer ge-
sucht, weil sich das Unternehmen auf
den Großhandel konzentrieren will.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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Internet: www.bayerntext.de
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