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AUSLAND/7441: Aus aller Welt - 19.05.2017 (SB)


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Schweden verzichtet auf Haftbefehl gegen Julian Assange

Schweden hat den gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange ausgestellten Europäischen Haftbefehl zurückgezogen. Die oberste schwedische Staatsanwältin Marianne Ny sieht keine Möglichkeit mehr, mit den Ermittlungen hinsichtlich der gegen den Australier erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe voranzukommen. Assange lebt seit 2012 in der Londoner Botschaft Ecuadors. Er hatte dort das südamerikanische Land um politisches Asyl gebeten, weil er befürchten muß, daß die von ihm bestrittenen Vorwürfe politisch motiviert sind und dazu dienen sollen, ihn letztlich an die US-Justiz zu überstellen. In den USA drohen Assange im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen von Wikileaks Strafverfahren wegen Geheimnisverrats. Im April wurde in den USA bekanntgegeben, daß dort eine Anklage gegen ihn vorbereitet werde.

Laut Ny läßt sich aus dem Verzicht auf eine Anhörung Assanges in Schweden nicht ableiten, ob dieser schuldig oder unschuldig im Sinne der Vorwürfe ist. Der heute 45 Jahre alte Assange wird nicht ohne weiteres die Botschaft in London verlassen können. Die britische Polizei hat angekündigt, sie werde ihn in dem Fall festnehmen, weil man sich in der Pflicht sehe, den Haftbefehl wegen eines geringfügigeren Verbrechens auszuführen. Dennoch erklärte Assanges schwedischer Anwalt am Freitag im schwedischen Rundfunk, es sei ein vollständiger Sieg für Julian Assange. Dieser sei froh und erleichtert.

19. Mai 2017


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