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UMWELT/7828: Ökologie, Umweltschutz und Katastrophen - 11.07.2018 (SB)


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Rewe und Co. fordern Kennzeichnungspflicht für Genfood

Mit Hilfe von Gentechnik-Verfahren veränderte Lebensmittel stoßen bei den Bundesbürgern nicht gerade auf Wohlwollen. Jetzt haben sich auch Lebensmittelkonzerne wie Rewe, Edeka und Lidl für die Einführung einer Kennzeichnungspflicht ausgesprochen. Wie afp meldete, wiesen sie in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis auf erhebliche Lücken im EU-Recht hin. Nach diesem müssen nur gentechnisch veränderte Futterstoffe eine Kennzeichnung tragen, nicht aber die daraus erzeugten Lebensmittel. Zudem gibt es inzwischen Verfahren wie CRISPR/Cas, Zinkfinger-Nukleasen, TALEN oder Oligonukleotid-gerichtete Mutagenese, die jünger als die aus dem Jahr 2001 stammende EU-Richtlinie sind. Diese sind nicht als Gentechnik eingestuft und müssen deshalb auch nicht gekennzeichnet werden. Dabei handelt sich um Techniken, die das Erbgut von Pflanzen und Tieren verändern. Die Lebensmittelunternehmen fordern nun, daß Produkte, die so hergestellt wurden, einer fundierten Risikobewertung unterzogen werden. Erst danach sollen sie für den europäischen Markt zugelassen werden.

11. Juli 2018


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