Schattenblick → INFOPOOL → THEATER UND TANZ → VERANSTALTUNGEN


SCHAUSPIEL/1198: Lübeck - "Glaube Liebe Hoffnung - Ein kleiner Totentanz" vom 7.-28.9.2018


_T_H_E_A_T_E_R__L_Ü_B_E_C_K_

Glaube Liebe Hoffnung - Ein kleiner Totentanz von Ödön von Horváth


Elisabeth will ihre eigene Leiche verkaufen, doch der Präparator im Anatomischen Institut muss sie enttäuschen. 150 Mark benötigt Elisabeth dringend, damit sie einen gültigen Wandergewerbeschein kaufen und wieder selbstständig arbeiten kann. Der Präparator fühlt sich von ihr angerührt und bietet an, ihr das Geld zu leihen. Tatsächlich begleicht Elisabeth mit den geliehenen 150 Mark erst ihre ausstehende Geldstrafe - denn sie hatte ohne Gewerbeschein gearbeitet. Sie saß schon im Gefängnis und weiß, dass von den Zuständigen keine Gnade zu erwarten ist, ebenso wenig wie von dem enttäuschten Präparator. Wenig später begegnet Elisabeth dem verwitweten Schupo Alfons Klostermeyer, der sich wie sie nach einem glücklicheren Leben sehnt; sie verloben sich. Es ist eine vertrackt bürokratische Welt, durch die Horváths Figuren irren und in der sie sich messen müssen - denn für alle reicht es nicht. Der Schupo lässt Elisabeth beleidigt fallen, als er von ihren Konflikten mit dem Gesetz erfährt: Sie habe ihm alles verschwiegen! Von Hunger und Verzweiflung getrieben geht Elisabeth ins Wasser, doch ein junger Mann rühmt sich, ihr Leben zu retten.

Horváth bemerkt zu seinem »kleinen Totentanz«, er wolle den gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft zeigen, einer Gesellschaft, die wie die unsere auseinander driftet und die Existenznöte der Armen hinnimmt. Elisabeth steht wie ihr historisches Vorbild, die angeklagte »ledige Reisende« Karla Gramm, einer bürokratischen Macht gegenüber, wird verdächtigt und kriminalisiert. Der Autor seziert seine Figuren in deren Sprache, hinter ihren Sprüchen und Gemeinheiten lauert die Stille, hier kämpfe das Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein.

Regisseurin Lilja Rupprecht interessieren die Sehnsüchte hinter dem ruppigen Gehabe der Figuren, für sie ist das Theater ein Ort, mit diesen in Berührung zu kommen, mit Fantasie zu fragen, wie wir miteinander umgehen und uns das Leben erleichtern können.

Inszenierung L. Rupprecht Ausstattung P. Wellmann Musik F. Bernhardt

Mit R. Behringer, A. Färber, M. Helmig; J. Byl, M. Hermann, M. Hildebrandt, J. D. Talinski, V. Türpe

Kostprobe 03/09, 18.30 Uhr, Kammerspiele (Eintritt frei) Premiere 07/09, 20.00 Uhr, Kammerspiele Weitere Termine 09/09, 18.30 Uhr, 28/09, 20.00 Uhr, u.a.

Theaterkasse 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

*

Quelle:
Pressemitteilung vom Juli 2018
Theater Lübeck gGmbH
Beckergrube 16, D-23552 Lübeck
Telefon: 0451/7 08 80
Telefax: 0451/70 88-222
E-Mail: www.theaterluebeck.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 11. Juli 2018

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang