Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) - Pressemitteilung vom 9. Dezember 2025
Grünes Band: Lebendige Gedächtnislandschaft im 35. Jahr der Deutschen Einheit
BUND mahnt durchgängigen Schutz des größten deutschen Biotopverbunds als Nationales Naturmonument an
Zum 36. Geburtstag des Grünen Bandes am 9. Dezember fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den überfälligen durchgehenden Schutz der "Gedächtnislandschaft Deutsche Einheit" als Nationales Naturmonument (NNM) - also eine Sicherung aus kulturhistorischen und naturschutzfachlichen Gründen. Der 9. Dezember 1989 war die Geburtsstunde des Grünen Bandes. Auf Einladung des BUND kamen Natur- und Umweltschützer*innen aus Ost- und Westdeutschland zusammen und verabschiedeten damals die erste Resolution für die Schutzidee "Grünes Band".
Martin Geilhufe, Landesvorsitzender des BUND Bayern: "Die durchgängige, flächendeckende Ausweisung als Nationales Naturmonument (NNM) ist eine essenzielle Grundlage zur Nominierung des Grünen Bandes als UNESCO Welterbestätte. Zudem muss der einzige existierende nationale Lebensraumverbund von allen Anrainerländern langfristig gesichert und gestärkt werden. Auch Bayern sollte hier nachziehen und die wertvollen Bereiche entlang des Grünen Bandes auf bayerischer Seite als NNM schützen."
Während Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg dies bereits vollzogen haben und so über vier Fünftel des Grünen Bandes durchgängig NNM sind, fehlen bei den östlichen Anrainerländern noch Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Hessen hat als erstes westliches Bundesland seine wertvollen Bereiche am Grünen Band als NNM ausgewiesen, in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein steht dies noch aus.
Prof. Hubert Weiger, Beauftragter des BUND für das Grüne Band: "Das Grüne Band ist eine außergewöhnliche grenzübergreifende Gedächtnislandschaft an die friedliche Überwindung der deutschen und europäischen Teilung. Grenzlandmuseen und Gedenkstätten auf Ost- und Westseite und der Biotopverbund am Grünen Band stehen in ihrer Gesamtheit als Symbol für die Überwindung des Totalitarismus. Dies wird auch im neuen Gedenkstättenkonzept der Bundesregierung anerkannt. Der Natur- und Kulturwert des Grünen Bandes ist eines Welterbes absolut würdig. Hier müssen der Bund und die Länder an einem Strang ziehen".
Aktuelle Untersuchungen zur Artenvielfalt bestätigen eindrucksvoll den herausragenden Naturwert des Grünen Bandes für zahlreiche, gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
Dr. Liana Geidezis, Leiterin des Nationalen BUND Kompetenzzentrums Grünes Band: "Die ersten Ergebnisse der im Frühjahr und Sommer im gesamten Grünen Band durchgeführten Erfassung der Insekten bzw. Gliederfüßer zeigt die wichtige Funktion des Grünen Bandes als Überlebensraum für unsere biologische Vielfalt. Bisher konnten mehr als 7000 Arten bestimmt werden, darunter zahlreiche sehr seltene und Arten der Roten Liste Deutschlands, wie die Schwebfliege Microdon miki. Zudem wissen wir, dass wir am Grünen Band hochgradig gefährdete Vogelarten wie das Braunkehlchen, den Kiebitz oder den Wiesenpieper erhalten oder sogar deren Anzahl vermehren können, obwohl in Deutschland diese Arten einen insgesamt dramatischen Rückgang erleben."
Insbesondere Insekten spielen eine zentrale Rolle in unseren Ökosystemen - als Bestäuber und Zersetzer (Bodenbildung) sind sie unverzichtbar auch für die Landwirtschaft und als Nahrungsquelle für unzählige Vögel, Reptilien, Amphibien und kleine Säugetiere. Diese Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage auf dem Weg zum UNESCO Welterbe und unterstreichen eindrucksvoll die Forderung des BUND nach einem durchgängigen Schutz des größten deutschen Biotopverbundes als Nationales Naturmonument.
Mehr Informationen:
Das Grüne Band
https://www.bund.net/gruenes-band/
Quellen: Gedenkstättenkonzeption des Bundes vom 5.11.2025 (Grünes Band
auf Seite 39)
https://kulturstaatsminister.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Aufarbeiten/Konzept_Gedenkst%C3%A4tten_05.11.25.pdf
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Quelle:
BUND-Pressedienst, 09.12.2025
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Freunde der Erde Deutschland
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Email: bund(at)bund.net
Internet: www.bund.net
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 12. Dezember 2025
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