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STANDPUNKT/059: Plechanow - Die Marxsche Philosophie als Fortsetzung von Hegel (Freidenker)


Freidenker Nr. 1-13 März 2013 - 72. Jahrgang

Plechanow: Die Marxsche Philosophie als Fortsetzung und Weiterentwicklung von Hegels "Algebra der Revolution"

Von Doğan Göçmen



Hier zu Lande wird G. W. Plechanow als Gründer des russischen Marxismus im besten Falle als eine äußere Erscheinung wahrgenommen, der mit dem Marxismus und Arbeiterbewegung in Deutschland kaum direkt in Verbindung steht. Doch Plechanow war immer ein innerer Bestandteil der marxistischen Bewegung in Deutschland. Er hat etwa wie Lenin die revisionistischen Tendenzen in der sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland - zumindest vom philosophischen Standpunkt - immer scharf attackiert. Neben den vielen ins Deutsche übersetzten Arbeiten, verfasste er viele Schriften auf Deutsch, um in die theoretischen Debatten in der Sozialdemokratie direkt einzugreifen. So verfasste er z.B. neben vielen Schriften, die teilweise in dem Band "Eine Kritik unserer Kritiker. Schriften aus den Jahren 1898 bis 1911"(1) dokumentiert sind, sein Buch "Beiträge zur Geschichte des Materialismus"(2) auf Deutsch, das erst viel später auf Russisch herausgegeben wurde. Georgi Walentinowitsch Plechanow (1856-1918) wirkte also immer direkt und indirekt auf die sozialdemokratische Bewegung in Deutschland.


Die beste Darlegung des Marxismus

W. I. Lenin (1870-1924) gehörte nach 1902 bzw. 1903 zu den schärfsten Kritikern Plechanows. Doch Lenins differenzierte Haltung mag auch heute ein Beispiel kommunistischer Ethik liefern. Seine prinzipielle Kritik an Plechanow betrifft den Widerspruch zwischen seiner revolutionären Philosophie und reformistischen Politik, die er als führender Theoretiker der Menschewiki verfolgte.(3) Lenin hat deshalb das Verhältnis zwischen Plechanows philosophischer Haltung und politischem Wirken als "Radikalismus in der Theorie" und "Opportunismus in der Praxis" bezeichnet. (LW 21 90) Seine reformistische politische Haltung nahm Lenin als Anlaß, ihm sogar Verrat "an der Sache des Sozialismus" vorzuwerfen. (LW 21 95)

Doch trotz aller Kritik stellte Lenin fest, dass kein Fraktionsgeist dazu führen dürfe, Plechanows Leistungen zu ignorieren.(4) Er hat deshalb Plechanows theoretisches Werk sowohl zu seinen Lebzeiten als auch nach seinem Tode öffentlich gewürdigt. Lange nach Plechanows Übergang zu den Menschewiki schrieb Lenin 1914: "Die beste Darlegung der Philosophie des Marxismus und des historischen Materialismus stammt von G. W. Plechanow." (LW 21 75) Drei Jahre nach Plechanows Tod hielt er es für nötig, die jungen Parteimitglieder aufzufordern, "alles, was Plechanow über Philosophie geschrieben" habe zu studieren. Denn Plechanows philosophisches Werk sei "das Beste in der ganzen internationalen marxistischen Literatur" und ohne ein solches Studium könne man kein "wahrer Kommunist" werden. (LW 32 85)


Marx mit seinen Quellen studieren!

Lenin betont das Wort "studieren" und meint, dass man von Plechanow lernen könne, wie Marx mit seinen Quellen studiert werden müsse. Wenn man Plechanow kritisieren will, so ist das ein leichtes Spiel. Wenn man sich um eine selbständige Interpretation der Quellen des Marxismus bemüht, wird man bei Plechanow heute aus gewachsener Forschung viele Ungenauigkeiten feststellen. So sind bspw. seine Kommentare zu den utopischen Sozialisten höchst einseitig. Das Prinzip aber, das Plechanow in seinem Artikel "Zu Hegels sechzigstem Todestag" formuliert hat - "Wer wirklich lernen will, kann von Hegel viel lernen"(5) -, gilt auch für Plechanow.

Plechanow hat wie kein anderer unter seinen Zeitgenossen alle philosophischen Quellen Marxens zu erschließen gesucht. Das ist auch der Grund, warum seine philosophischen Arbeiten selbst aus heutiger Sicht zu den besten gehören, die die marxistische Bewegung hervorgebracht hat. Wie Lenin richtig bemerkt hat, haben diejenigen Schüler Marxens wie Plechanow, die nicht zu Kant, sondern zum vormarxschen Materialismus und zum hegelschen Idealismus zurückgegangen sind, "eine bemerkenswert geschlossene und wertvolle Darlegung des dialektischen Materialismus geliefert, sie haben gezeigt, dass er das gesetzmäßige und unvermeidliche Produkt der ganzen neueren Entwicklung der Philosophie und Gesellschaftswissenschaft ist." (LW 4 72)

Plechanow hat nicht nur die Werke des vormarxschen materialistischen Philosophen, die der deutschen Idealisten und die der utopischen Sozialisten rezipiert, sondern auch die ganze neuere Literatur über Natur-, Gesellschafts-, Geschichtswissenschaften, Philosophie und Kunst herangezogen, um zu zeigen, dass ein wirklicher Fortschritt auf dem Gebiet der Wissenschaften, Philosophie und insbesondere in der Organisation der Gesellschaft nur auf Grundlage des dialektischen und historischen Materialismus erzielt werden kann.(6)


Der vormarxsche Materialismus

Der vormarxsche Materialismus stammt vom englischen Materialismus, dessen vorläufiger Höhepunkt John Lockes (1632-1704) deistische Erkenntnistheorie darstellt. Das Verdienst des englischen Materialismus besteht darin, dass er die theologische Erklärung der Welt und der Gesellschaft durch eine diesseitige Erklärung ersetzte. Er tut dies aber auf eine verschämte Weise. In seinem philosophischen Hauptwerk "An Essay concerning Human Understanding" (1689) will z. B. Locke die Frage, ob das Denken eine Form und Funktion der Materie sei, nicht antasten und nimmt auf höchst problematische Weise Leere im Raum an, um die Vorstellung Gottes auf einem Umweg wieder in die Erkenntnistheorie einzuführen.

Die französischen Materialisten, denen Plechanows hauptsächliche Aufmerksamkeit gilt, waren bemüht, die Paradoxien von Lockes Erkenntnistheorie zu beseitigen und eine konsistent materialistische Erkenntnistheorie zu entwickeln. Der schottische Philosoph David Hume (1711-1776) wollte diese Paradoxien Lockes dadurch aus dem Weg gehen, indem er die Existenz des Wesens gänzlich verneinte. Kant verneinte zwar nicht die Existenz des Wesens, aber seine Erkennbarkeit. Die französischen Materialisten hingegen verneinen weder die Existenz des Wesens noch ihre Erkennbarkeit. Sie verweisen nur darauf, dass man gegenwärtig nicht über die Mittel verfüge, mittels derer das Wesen erkannt werden könne. In seinen philosophiehistorischen Arbeiten, vornehmlich in "Zur Frage der Entwicklung der monistischen Geschichtsauffassung" und "Beiträge zur Geschichte des Materialismus" ist Plechanow bemüht, gegen jene, die die Erkenntnistheorie der französischen Materialisten mit der von Kant gleich zu setzen suchten, diesen Unterschied hervorzuheben.

Die französischen Materialisten, Plechanow deutet vor allem auf d'Holbach (1723-1789) und Helvétius (1715-1771) als die besten Vertreter dieser Philosophie, bekämpfen die Behauptung, "dem Mensch seien gewisse angeborene, das heißt von der Erfahrung unabhängige, Ideen eigen."(7) Sie setzen gegen diese Behauptung die These, dass die Ideen der Menschen durch ihre natürliche und soziale Umwelt bestimmt werden. Es gibt also keine eingeborenen Ideen. Im Gegenteil: "Die psychische Tätigkeit von diesem Standpunkt aus zu betrachten heißt, alle Vorstellungen, alle Begriffe und Gefühle des Menschen als Ergebnis einer Einwirkung der Umwelt auf ihn anzusehen. Und so betrachteten die französischen Materialisten diese Frage. Sie erklärten unausgesetzt sehr entschieden und völlig kompromißlos, der Mensch mit all seinen Ansichten und Gefühlen sei das, was die Umgebung, das heißt erstens die Natur, zweitens die Gesellschaft, aus ihm mache."(8)

Die Grundlage der Erkenntnistheorie der französischen Materialisten ist ihre materialistische Naturauffassung. In ihrer Erklärung der Naturerscheinungen ersetzt das Prinzip, wie bspw. d'Holbach zu sagen pflegte, "die Natur bringt [...] Wirkung hervor"(9) die theologische Erklärung, Gott bringe Wirkungen hervor. Er hat in "Système de la nature" (1770) darauf hingewiesen, dass diese Ausdrucksform nicht im Sinne der Personifizierung der Natur zu verstehen sei. Der Begriff "Natur" sei "ein abstraktes Ding" und die "Wirkung", von der er spreche, sei "das notwendige Resultat der Eigentümlichkeiten irgendeines der Dinge [...], die das große Ganze bilden, das wir sehen."(10)

Nun verweist Plechanow kritisch darauf, dass die materialistische Interpretation der Natur nicht notwendigerweise zu einer materialistischen Interpretation der Geschichte führen müsse. Denn wenn die französischen Materialisten richtig feststellen, dass die Menschen Produkt ihrer natürlichen, vor allem aber ihrer gesellschaftlichen Umgebung sind, müßten sie eigentlich schlussfolgern, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse verändert werden müssen, um das Böse in den Menschen zu vernichten. Dies würde eine eingehende Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse erfordern. Diese Analyse müßte dann darlegen wie die Veränderungen in der Geschichte aus den Veränderungen der materiellen gesellschaftlichen Verhältnisse hervorgehen. Sie ziehen aber diese Schlussfolgerung nicht. Im Gegenteil sie verweisen lediglich auf die Ideengeschichte und Erziehung als Ursache der Geschichte. Diese Haltung führe im besten Falle zu der Antinomie, dass die Menschen Produkt ihrer Verhältnisse seien und dass die Ideen auf diese Verhältnisse zurückwirken. Aber was ist das Bestimmende und wie wirken die Ideen auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zurück? Ist die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse ein voluntaristischer Akt oder gibt es objektive Bedingungen, ohne deren Erfüllung gesellschaftliche Veränderungen nicht eintreten können?


Der dialektische Idealismus

Es ist diese Antinomie, deren Lösung der deutsche Idealismus sich zur Aufgabe macht. Dabei verweist er auf die hegelsche dialektische Philosophie, wenn er vom deutschen Idealismus spricht. Nach Plechanow ist die hegelsche Philosophie der Höhepunkt und Abschluss des deutschen Idealismus. Deshalb muss die marxsche Philosophie als Erbe des deutschen Idealismus von diesem Höhepunkt aus betrachtet werden. Jeder Versuch, die marxsche Philosophie durch einen Rückgriff auf Kants (1724-1804) dualistische Philosophie zu verstehen und zu bereichern, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn sie kennt nur abstrakte Gegensätze, z.B. zwischen Sein und Bewußtsein bzw. Notwendigkeit und Freiheit. Dabei war es gerade Leibniz (1646-1716), der gezeigt hat, wie die Kategorien von Notwendigkeit und Freiheit dialektisch als dialektische Einheit zu denken sind. Sie ist darüber hinaus im Gegensatz zum hegelschen Idealismus, der eine "Algebra der Revolution" sei, eine Philosophie der Kompromisse nicht der Kämpfe.(11) Sie führe im besten Falle zu der Maxime "leben und leben lassen", wie es in Fichtes (1762-1814) subjektivistisch-aktionistischer Philosophie zum Ausdruck kommt. Aus Hegels Sicht genügt dieses Toleranzprinzip, das nicht mehr ist als gegenseitiges Dulden, nicht, die Natur der gesellschaftlichen Verhältnisse zu verstehen. Es muss vielmehr über die Gründung einer Gesellschaft nachgedacht werden, in der das Prinzip der gegenseitigen Anerkennung und Respekt zur Geltung kommt.

Die vorhegelsche Philosophie, namentlich die französische, war bis zu dem Prinzip vorgedrungen, dass alles mit allem zusammenhängt und alles auf alles zurückwirkt. Das ist sicherlich ein großer Fortschritt gegenüber dem Dualismus. Aber vom dialektischen Ansatz konnte sich Hegel (1770-1831) mit dieser zum Relativismus neigenden Haltung nicht zufrieden geben. Er musste nach einem "Dritten" bzw. "Höheren" als bestimmendes Bewegungsprinzip suchen, was Hegel dazu veranlaßt die Dialektik, d. h. die Idee des Widerspruchs und Fortschritts konsequent auf alle Gebiete anzuwenden. Darin sieht Plechanow die revolutionäre Kraft der hegelschen Philosophie, die von Naturphilosophie über Logik bis zur Gesellschaftstheorie alles revolutioniert habe.(12)

Angewandt auf Natur und Gesellschaft bedeutet dies, dass sowohl die Natur als auch die Gesellschaft in ihren materiellen und moralischen Verhältnissen Sprünge macht. Diese Sprünge sind Knotenpunkte, die sowohl in der Natur- als auch Gesellschaftsgeschichte als Ergebnis der allmählichen Entwicklung zum Vorschein kommen.

Die Entwicklung geht also stufenweise vom Niederen zum Höheren unaufhaltsam voran, die keine auch noch so große konservative Kraft aufhalten kann. Sie wird früher oder später durch die Wucht dieser dialektischen Entwicklung weggespült.(13) Deshalb ist Hegel durchaus berechtigt "die Dialektik" als "das Prinzip jedes Lebens" aufzufassen(14), und aus diesem Grunde verdient seine Philosophie die "Algebra der Revolution" genannt zu werden. Aber umso mehr verdient die marxsche Philosophie als Erbin der hegelschen Dialektik diese Bezeichnung, weil sie im Gegensatz zur hegelschen vermocht hat, die Dialektik konsequent auf gesellschaftliche Entwicklung anzuwenden. Mit anderen Worten, obwohl Hegel viele geschichtsphilosophische Fragen theoretisch bewältigt hat, hat er es nicht vermocht, die oben formulierte Antinomie zu lösen, weil er das "Dritte" bzw. das "Höhere" in der absoluten Idee gesucht hat. Er setzte also gegen die Antinomie, die Umstände bestimmen die Menschen und die Ideen regieren die Welt, das Prinzip, die Vernunft regiere die Welt, obwohl er durchaus anerkennt, dass die politische Ökonomie "dem Gedanken Ehre macht, weil sie zu einer Masse von Zufälligkeiten die Gesetze findet."(15)


Die Algebra der Revolution

Aber diese "philosophische Bewältigung der Wirklichkeit" durch Hegel, um einen Ausdruck von Hans Heinz Holz zu gebrauchen, vermittelt der "praktischen Philosophie eine völlig neue, unerschütterliche Grundlage".(16) Worin besteht nun das Verdienst Hegels? Es besteht darin, "dass er alle gesellschaftlichen Erscheinungen in ihrer Entwicklung, das heißt in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtete."(17) Konkret bedeutet dies, dass das dialektische Denken die traditionelle Dichotomie zwischen "Sein und Sollen", zwischen "was ist" und "was wird" beseitigt und somit "jede Utopie" ausschließt, weil sie die Veränderung, d. h. "was wird" aus der immanenten Analyse und Kritik des "was ist" gewinnt, anstatt sich von irgendwelchen Idealen wie Gerechtigkeit verleiten zu lassen, wie es bspw. Proudhon (1809-1865) vertrat. In der durchaus berechtigten materialistischen Kritik Feuerbachs (1804-1872) an Hegel, so Plechanow, gehe diese Dialektik verloren.(18) Der moderne Materialismus hingegen, wie er von Marx und Engels entwickelt wurde, "von jedem Extrem", d. h. von der abstrakten Entgegensetzung von Kategorien frei und wende die leibnizsch-hegelsche Dialektik von Notwendigkeit und Freiheit auf Geschichte. Er weiß deshalb: "Aus dem, was ist und was im Ableben begriffen, [...] auf das was wird, zu schließen."(19) Dieser revolutionäre Vorgang muss begriffen werden, warum Engels im Unterschied zum "utopischen Sozialismus" das von Marx und ihm entwickeltes Konzept des Sozialismus "wissenschaftlich" genannt hat, was seit einigen Jahren, ohne es annähernd zu begreifen, so oft kritisiert wird.

Dieser neuer Vorgang, erfordert, dass die materiellen gesellschaftlichen Verhältnisse verallgemeinernd, d. h. in Begriffe fassend kritisch analysiert werden muss, um die immanenten Tendenzen dieser Verhältnisse darzustellen. Das ist der Grund, warum Marx sich allmählich der Kritik der politischen Ökonomie zuwendet. Nach abermaliger Auseinandersetzung mit der hegelschen Philosophie, insbesondere mit der "Rechtsphilosophie" kommt Marx in dem berühmten "Vorwort" "Zur Kritik der politischen Ökonomie", dessen eingehendes Studium Plechanow zufolge die Voraussetzung für das Begreifen des "Kapital" ist, zu dem Schluss: "Meine Untersuchung mündete in dem Ergebnis, dass Rechtsverhältnisse wie Staatsformen weder aus sich selbst zu begreifen sind noch aus der sogenannten allgemeinen Entwicklung des menschlichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen Lebensverhältnissen wurzeln" und deshalb "die Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft in der politischen Ökonomie zu suchen sei." (MEW 13, 8)

Die materialistische Deutung der Rechtsverhältnisse und Staatsformen von Marx kann gerade heute, wo die sozialistischen Kräfte sich programmatisch neuorientieren, nicht genug hervorgehoben werden. Denn gerade heute, wo die materiellen Bedingungen für eine grundsätzliche Veränderung der Eigentumsverhältnisse mehr als gereift sind, müssen die sozialistischen Programme folgender Feststellung Marxens Rechnung tragen: "Die bürgerlichen Produktionsverhältnisse sind die letzte antagonistische Form des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, antagonistisch nicht im Sinn von individuellem Antagonismus, sondern eines aus den gesellschaftlichen Lebensbedingungen der Individuen hervorwachsenden Antagonismus, aber die im Schoß der bürgerlichen Gesellschaft sich entwickelnden Produktivkräfte schaffen zugleich die materiellen Bedingungen zur Lösung dieses Antagonismus. Mit dieser Gesellschaftsformation schließt daher die Vorgeschichte der menschlichen Gesellschaft ab." (MEW 13,9)


ANMERKUNGEN

(1) G. W. Plechanow, Eine Kritik unserer Kritiker. Schriften aus den Jahren 1898-1911, hrsg. Erika Mieth, Dietz Verlag, 1982.

(2) G. W. Plechanow., Beiträge zur Geschichte des Materialismus, Verlag für Fremdsprachige Literatur, Moskau, 1940.

(3) Über die Grundrichtungen, Bolschewiki und Menschewiki, in der russischen Sozialdemokratie vgl. Bolschewismus und Reformismus, Verlag Progress, Moskau, 1978.

(4) Über Plechanows politischen und philosophischen Werdegang, seine Lostrennung von den Narodniki, den Volkstümlern, und der eventuellen Gründung der "Befreiung der Arbeit" im Jahre 1883 vgl. W. A. Fomina, Die philosophischen Anschauungen G. W. Plechanows, Dietz Verlag, 1957. Lenin hat die Volkstümlerrichtung z. B. in seinem Buch "Was sind die 'Volksfreunde' und wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokratie?" einer marxistischen Kritik unterzogen. (Vgl. LW I 118-338)

(5) G. W. Plechanow, Zu Hegels Sechzigstem Todestag,
Arbeiterkulturverlag, Düsseldorf, 1978, S. 10.

(6) Wie umfassend Plechanows Forschungsprogramm angelegt war und wie er es auf höchst bewundernswerte Weise bewältigte, kann am besten in seinem Büchlein "Grundprobleme des Marxismus" nachgelesen werden. (Dietz Verlag, Berlin, 1958.)

(7) G. W. Plechanow, Zur Frage der Entwicklung der monistischen Geschichtsauffassung, Dietz Verlag, 1956, S. 15.

(8) Ebenda, S. 16.

(9) D'Holbach, System der Natur, Aufbau-Verlag, Berlin, 1960, S. 18.

10 Ebenda, S. 17-18.

(11) Fundamental Problems of Marxism, S. 94.

(12) Vgl. über Logik Plechanows kurzen Artikel "Dialektik und Logik", in "Fundamental Problems of Marxism", Lawrence & Wishart, 1941, S. 111-123.

(13) Vgl. zu diesem Themenkomplex und entsprechenden Quellenhinweisen Plechanows Aufsatz "Sudden Changes in Nature and History", in ebenda, S. 97-109 und Zur Frage der Entwicklung der monistischen Geschichtsauffassung, S. 81-132.

(14) G. W. Plechanow, Zur Frage der Entwicklung der monistischen Geschichtsauffassung, Dietz Verlag, Berlin, 1956, S. 84.

(15) G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, in Werke 7, Suhrkamp Verlag, 1970, S. 347.

(16) Zur Frage der Entwicklung der monistischen Geschichtsauffassung, S. 124.

(17) Zu Hegels Sechzigstem Todestag, S. 10.

(18) Fundamental Problems of Marxism, S.25.

(19) Zu Hegels Sechzigstem Todestag, S. 28.

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Quelle:
Freidenker - Nr. 1-13 März 2013, Seite 15-20
Herausgeber: Deutscher Freidenker-Verband
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Redaktion: Monique Broquard, Am Friedhof 10, 66280 Sulzbach
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veröffentlicht im Schattenblick zum 10. September 2013